Definition von Paralyse durch Analyse
Paralyse durch Analyse ist etwas, das ich konstant, vor allem in puncto Training und Ernährung, beobachte. Es ist einer der Hauptgründe, warum so viele bei Training und Ernährung kaum Fortschritt machen. Paralyse durch Analyse, oder auch im Englischen als Analysis Paralysis bezeichnet, beschreibt einen Zustand des übermäßigen Analysierens einer Situation, wodurch dann das Treffen einer Entscheidung herausgezögert oder gar ganz verhindert wird. Man paralysiert quasi.
Kennt jeder, der sich schon mal etwas mehr mit Ernährung und Training auseinandergesetzt hat? Low Carb, High Carb, Low Reps, High Reps, Keto Vegan oder doch Strick Karnivow oder doch nur Intervalle. Die Entscheidung wird oft als zu kompliziert, zu umfangreich angesehen, wodurch sich die Lösung des eigentlichen Problems hinauszögert und die Suche nach der perfekten Lösung lähmt. Die Angst vor der Wahl einer suboptimalen Lösung blockiert damit den Entscheidungsprozess.
Die Situation kennt jeder, der sich schon mit Training und Ernährung auseinandergesetzt hat. Dieses Phänomen gibt es jedoch auch im Management von Unternehmen, in der Softwareentwicklung, bei Brettspielen und schon in Shakespeare's Hamlet sagte der Hauptcharakter Prinz Hamlet, dass einer der größten menschlichen Fehlern das übermäßige Nachdenken ist.
Kosten von Overthinking vs. konsequentes Handeln
Ich bin definitiv kein Gegner von Nachdenken. Wenn das Nachdenken zu besseren Entscheidungen führt, bin ich ein großer Fan und Befürworter. Wenn übermäßiges Nachdenken jedoch dazu führt, dass jemand durch die Fülle der möglichen Entscheidungen überfordert ist und zu lange oder es gar nicht handelt, dann ist das Nachdenken nicht viel wert. Am Ende ist das tatsächliche und konsequente Umsetzen einer Entscheidung oftmals ein deutlich zuverlässiger Garant für Erfolg, als die tatsächlich beste Entscheidung zu treffen.
Der eine für Sie oder ihn mittelmäßige Trainingsmethode an vier Tagen pro Woche trainiert, wird nach drei Monaten mit hoher Wahrscheinlichkeit mehr Erfolg im Training verzeichnet haben, als jemand, der zweimal im Monat oder noch öfter das komplette Training über den Haufen wirft und dann nach einer komplett anderen Methode trainiert. Gerade in Bezug auf Training und Ern macht die Komplexit aller Faktoren es fast unm genau zu bestimmen welches Trainingsprogramm oder welche Mahlzeit aktuell die beste ist Entscheidend ist jedoch nicht die beste L zu finden sondern eine gute L umzusetzen Forscher zeigen sogar in Studien dass Entscheidungen durch mehr Analyse meist nicht besser werden Entscheidungen zu treffen ist eigentlich gar nicht schwer oder anstrengend.
Schwer und anstrengend wird es nur dann, wenn die Angst vor einer Fehlanstaltung einen erstarren lässt. Paralyse durch Analyse. ist, wenn jemand über eine Situation zu viel grübelt, sodass er sich letztendlich zu keiner Entscheidung durchringen kann und dadurch wie gelähmt, sprich paralysiert wird.
Das Problem mit widersprüchlichen Informationen
Was auch immer du in den Bereichen Training oder Ernährung machen willst, heutzutage findest du widersprüchliche Informationen zu fast allen Fragen. Fleisch essen, ja, nein. Multivitamin nehmen, ja, nein. Krafttraining, ja, nein.
Joggen, ja oder nein. Und wenn jemand verwirrt ist über das, was er tut, ist die häufigste Reaktion, einfach überhaupt nichts zu tun.
Die Schwierigkeit, ein Experte zu werden
Einige werden sagen, dass sich zu einem Thema informieren. Das ist eine gute Entscheidung, jedoch statistisch gesehen in komplexeren Bereichen wie Training, Ernährung nicht wirklich erfolgreich. Zum einen, jeder Experte, egal in welchem Bereich, wird bestätigen, dass es hunderte oder sogar tausende von Stunden dauert, ein Experte in einem Bereich zu werden. Sprich, ein hohes Invest an Zeit und ein hohes Invest an die eigene Bildung zu einem Thema, ist notwendig, sonst wird diese Bildung und damit die Entscheidung basierend darauf oft sehr lückenhaft sein.
Voreingenommenheit in Informationsquellen
Zum anderen, wer dich informiert, bestimmt wie informiert du bist. Der Veganer wird argumentieren, kein Fleisch essen. Der Fleischliebhaber wird argumentieren, Fleisch essen. Der Strength Coach wird argumentieren, dass du um Fett abzubauen in erster Linie Krafttraining machen solltest.
Der Läufer wird argumentieren, dass du, um fitter zu werden, in erster Linie laufen gehen solltest. Wie jemand argumentiert, wird primär davon bestimmt, welche Argumente jemand hat. So ist sich zu informieren ein guter Start, jedoch in der Realität auf genau deshalb zu beschränkt. Wer sich erfolgreich informieren will, sollte zwei Faktoren beachten.
Erstens, wie anwendbar ist die konsumierte Information auf das, was man tatsächlich erreichen will. Von einem Eskimo zu lernen, wie man Iglo baut, wird nicht viel helfen, wenn du in Mallorca lebst. Das gleiche gilt, wenn man von jemandem lernt, der quasi selber an sich es schafft, Muskeln und Fett auf- bzw. abzubauen, der jedoch keine Erfahrung und Erfolge damit hat wie man bei anderen Muskeln auf und Fett abbaut
Pragmatismus und Lernen durch Erfahrung
Zweitens wie erfolgsorientiert und anwendbar ist die Information die man aufnimmt Und hier ist Pragmatismus entscheidend. Im Pragmatismus geht es um eine große Frage. Funktioniert etwas wirklich? Das Herausfinden geht primär über zwei Wege.
Neben dem Weg, von der Erfahrung anderer zu profitieren, ist der zweite Weg, selbst Erfahrung zu sammeln. Erfahrung zu sammeln braucht Zeit und ist deshalb nicht ganz so catchy wie die Idee des Heiligen Graals, jedoch viel zuverlässiger, wenn das Erfahrungssammeln auf Pragmatismus basiert. Jemand, der zehnmal mit dem Kopf zuerst gegen die Wand gelaufen ist, hat Erfahrung daran gesammelt, mit dem Kopf zuerst gegen die Wand zu laufen. Wenn er jedoch etwas Pragmatismus angewendet hätte, hätte er direkt nach dem ersten Versuch verstanden, dass da nichts Positives dabei rauskommt und hätte aufgehört, mit dem Kopf voraus gegen die Wand zu laufen.
Testmethoden im Fitnessstudio
Du willst wissen, ob eine Trainingsmethode funktioniert? Ganz einfach. Geh ins Gym, teste die Methode. Nichts, wirklich nichts, gibt dir eine definitivere Antwort, also selbst zu testen.
Machst du jede Einheit Fortschritt mit dem neuen Trainingsprogramm? dann funktioniert diese Methode für dich zum aktuellen Zeitpunkt. Machst du mit dem neuen Trainingsprogramm keinen Fortschritt, dann funktioniert diese Methode für dich zum aktuellen Zeitpunkt nicht. Und Basis darauf ist eine gründliche Buchhaltung. Ich muss notieren, ob was funktioniert und dann die Erfahrung sammeln, was hat funktioniert, was hat nicht funktioniert.
Praxis vs. Theorie (Das 10x10 Kniebeugen-Beispiel)
Und hier schlägt die Praxis, die Theorie an jedem Tag der Woche. Zum Beispiel, eine Frage. Kann man bei 10 Sätzen A10 Wiederholung, langen Kniebeuge mehr Fortschritt machen als bei 3 Sätzen A10 Wiederholung? Die absolute Mehrheit derer, die beide Programme trainiert haben, werden sagen, klar, ja, definitiv.
Wenn man sich jedoch tief in die Sportwissenschaft eintaucht, ist die Antwort eine andere. Die Antwort ist, dass mehr als 4 Sätze einer Übung nicht zu mehr Fortschritt führen. Die Erfahrung sagt jedoch was anderes. Jeder, der 10 Sätze, 10 Wiederholungen bei langen Kniebeugen gemacht hat, weiß, dass es sehr gut funktioniert.
Bildung ist wichtig, Theorie ist eine Basis. Eine gute Bildung basiert jedoch auf hohem Erfahrungsniveau. Und Pragmatismus ist die Basis eines hohen Erfahrungsniveaus. In der Realität schlägt die Praxis die Theorie an jedem Tag der Woche.
Warum? Weil die Praxis direkt das Feedback gibt Es funktioniert weitermachen Es funktioniert nicht aufh
Drei Prinzipien zur Vermeidung von Analyse-Paralyse
Was im Alltag viel hilft um das besser umzusetzen sind Prinzipien und Eckpfeiler Drei wichtige Aspekte für mich, um Paralyse durch Analyse zu vermeiden, sind zum einen, mach dir klar, dass nicht die beste Lösung Ziel ist, sondern eine gute Lösung. Und eine gute Lösung ist darüber definiert, dass sie Fortschritt bringt. Und das ist im Training sehr einfach über den Trainingsfortschritt messbar. Kannst du dich steigern?
Machst du eine Wiederholung oder gar Gewicht mehr? Ja, dann ist es ein gutes Programm. Mach weiter. Nein?
Dann ist es kein gutes Programm. Zeitsprogramm zu wechseln. Der zweite Punkt. Überprüf konstant, ob deine Entscheidungen tatsächlich Erfolge bringen.
Steigerst du dich in jedem Training? Steigt dein Energielevel morgens an? Schläfst du besser? Ist dein Mittagstief weg?
Gehst du konstant ins Training? Machst du Fortschritte? Falls nein, ändere was. Wenn ja, weitermachen.
Und diese Überprüfung, diese Buchhaltung sollte grundsätzlich objektiv sein. Ob nun via Waage, Hautverhaltenmessung, Trainingslog, Schlaftracker oder Neurotransmitter-Tests, alle sind objektiver als das subjektive Empfinden. Und das subjektive Empfinden ist zudem einer der häufigsten Gründe für eine Paralyse durch Analyse. Vertraue auf objektive Daten und wirf regelmäßigen Blick auf sie, um zu bestimmen, ob und wie es weitergehen soll.
Und mein dritter Punkt ist, hol dir externen Rat ein. Ein guter Rat von außen ist grundsätzlich ein Rat, der besser ist, als ein Rat, den du dir selbst gibst. Im Training kann ein Rat von jemandem sein, der mehr Trainingserfahrung und Erfolge vorzuweisen hat. Am besten nicht nur bei sich selbst, sondern auch mit anderen.
Denn der Unterschied davon, Lösungen für sich selbst oder Lösungen für andere zu finden, ist recht groß. Oder nimm das Angebot eines Personal Trainers in Anspruch. Der größte Benefit, wenn man einen Personal Trainer zu Rat zieht, ist, dass man bestimmte Entscheidungen wie Trainingsplanung, Mahlzeitenauswahl und auch Supplementierung, so wie in einem One-on-One Personal Training Szenario, auch die Kontrolle der optimalen Ausführung der Übung und die Wahl des optimalen Trainingsgewichts abgeben kann. Nicht nur, dass das den Entscheidungsakku schont und der Voraussetzung, dass der Trainer mehr Wissen, Erfahrung und Erfolge hervorweisen kann, wird der Rat des Trainers auch zu mehr Erfolg im Training führen.
In diesem Sinne, viel Erfolg beim Training und bis zur nächsten Episode.