TWUP 44

TWUP 44 — Die Illusion des harten Trainings

Erfolg resultiert nicht primär aus harter Arbeit, sondern aus der Kombination von präzisen Entscheidungen und deren physischer Umsetzung. Die Episode analysiert, warum maximale Anstrengung ohne technische und kognitive Kapazität wirkungslos bleibt.

Kernpunkte

Der Mythos von harter Arbeit und Erfolg

Hart zu trainieren und auch hart zu arbeiten ist etwas, das oft im Zusammenhang mit Erfolg in Sport und Berufsleben in Verbringung gebracht wird. Oftmals behaupten Athleten und auch Unternehmer, sie sind erfolgreich, weil sie hart trainieren und arbeiten. Was jedoch grundsätzlich ziemlicher Unsinn ist. Hartes Training und harte Arbeit hat direkt nicht so viel mit Erfolg zu tun, wie die meisten denken oder glauben wollen.

Wenn harte Arbeit gleichbedeutend mit Erfolg wäre, dann wären die erfolgreichsten Menschen Arbeiter in Bereichen wie Bergbau oder auf Baustellen und nicht Menschen, die den ganzen Tag hinter einem Schreibtisch sitzen. Und im Sport wären die erfolgreichsten Sportler, Ringer, Gewichtheber und Triathleten und nicht die eher spielorientierten Mannschaftssportler oder die präzisionsorientierten Leichtathleten. Doch wir wissen alle, dass die Letzteren viel erfolgreicher sind. Und das gilt auch für Athleten innerhalb einer Sportart.

Michael Jordan und Jeff Bezos sind nicht die erfolgreichsten in ihrem Job geworden, indem sie einfach nur hart trainiert und gearbeitet haben oder sogar mehr trainiert und gearbeitet haben als die Konkurrenz.

Die zwei Säulen des Erfolgs: Entscheidung und Ausführung

Die Erfolgreichsten verlassen sich nicht nur auf hartes Training und harte Arbeit. Die Erfolgreichsten machen zwei Dinge besser als alle anderen. Zum einen gute Entscheidungen zu treffen. Im Sport ist es vor allem der mentale Teil.

Und zweitens gute Entscheidungen umzusetzen. Im Sport ist das vor allem der körperliche Teil. Beim Fu zum Beispiel wenn du einen Elfmeter schie willst entscheide dich daf in die rechte untere Ecke des Tores zu schie Gefolgt von der Ausf des Schusses in Richtung der rechten unteren Ecke Wenn du diese Entscheidung gut triffst und ausführst, wirst du höchstwahrscheinlich ein Tor schießen. Natürlich ist in diesem Szenario die Ausführung des Schusses genau der schwierigste Teil.

Jeder, der schon einmal einen Elfmeter in einem Fußballspiel geschossen hat, weiß das.

Physische Grenzen bei der Umsetzung von Entscheidungen

Oder auch als Personal Trainer erklärt man dem Kunden, wie man Kreuzheben richtig ausführt. Man zeigt es dem Kunden mit einer 60 Kilo Langhantel. Der Kunde lernt mit diesem Gewicht, wie man Kreuzheben richtig ausführt. Doch sobald das Gewicht bis in den ca. maximalen Bereich gesteigert wird, bricht die Technik des Kunden zusammen.

Der Kunde weiß, wie man Kreuzheben richtig ausführt. Das hat er mit einer 60 Kilo Langhantel demonstriert. Er ist jedoch nicht in der Lage, Kreuzheben mit circa maximalem Gewicht und korrekt Technik auszuführen. Der Grund dafür ist höchstwahrscheinlich, dass dem Kunden die muskuläre Balance fehlt, weil es ihm nicht erlaubt, eine korrekte Technik aufrechtzuerhalten.

Er weiß, wie man die Technik ausführt, ihm fehlt jedoch die körperliche Fähigkeit, diese umzusetzen. Das gleiche gilt für das Elfmeterbeispiel oder einen Schlag in einem Boxkampf oder ein Wurf im Handball oder ein Pass im Basketball und die absolute Mehrheit der Situationen in Training und Wettkampf.

Wiederholung als Fundament des Lernens

Im Sport lernt man in der Regel zuerst, wie man eine gute Entscheidung trifft und nachdem man gelernt hat, wie man die Entscheidung trifft, lernt man, wie man die Entscheidung ausführt. Boxer trainieren Schläge jahrelang, um Technik und Präzision zu verfeinern. Fußballer trainieren über Jahre hinweg Kicks, um Technik und Präzision zu verfeinern. Eisschnelll arbeiten jahrelang an der Eisschnelllauftechnik um Technik und Geschwindigkeit zu verfeinern Und hier ist hartes Training wichtig Wiederholung ist die wichtigste Basis des Lernens Es ist wie bei Mr.

Miyagi und dem Auftragen-Polieren-Ansatz. Oder bei brasilianischen Jungs, die jeden Tag stundenlange Futsal in den Straßen von Rio de Janeiro spielen. Oder kenianischen Kindern, die jeden Tag 20 Kilometer zur Schule laufen. oder bulgarischen Gewichthebern, die bis zu 70 Trainingseinheiten pro Woche absolvieren. Wiederholung ist die wichtigste Basis des Lernens.

Kontinuierliche und konstante Wiederholung eines Ablaufs ist hartes Training. Hartes Training ist Training, das körperlich und geistig anstrengend ist. Und hartes Training ist in vielen Fällen wichtig. Doch wenn dieses harte Training nicht darauf basiert, gute Entscheidungen zu treffen und auszuführen, ist es ziemlich nutzlos.

Fallstudien: Führungskräfte und Elite-Athleten

Bergarbeiter sind nicht die erfolgreichsten Arbeiter. Jeff Bezos ist es. Wieso ist er das? Weil er vor 25 Jahren die Entscheidung getroffen hat, dass E-Commerce seine Zukunft ist.

Und seitdem hat er viele gute Entscheidungen getroffen, wie zum Beispiel Amazon Marketplace, Amazon Prime und Amazons eigene Fulfillment Center, die ihm seinem Ziel näher gebracht haben, Amazon zur dominierenden Kraft im E-Commerce zu machen. Sprinter, die die meisten Kilometer laufen, sind nicht die erfolgreichsten Sprinter. Usain Bolt ist der erfolgreichste Sprinter. Und warum?

Weil er konsequenter ist, gute Entscheidungen zu treffen und auszuführen, um schneller zu laufen als seine Konkurrenz. Fußballspieler, die am härtesten trainieren, sind nicht die erfolgreichsten. Lionel Messi und Cristiano Ronaldo sind es. Und warum?

Weil sie konsequenter als alle anderen auf dem Fu gute Entscheidungen treffen und umsetzen

Erfolg im Fitnessstudio: Mehr als nur Anstrengung

Und derjenige der am h im Fitnessstudio trainiert ist nicht unbedingt derjenige mit dem gr Erfolg Jedes Fitnessstudio hat Mitglieder die an 5 Tagen pro Woche 1 Stunden trainieren und die trotzdem nicht aussehen, als würden sie Sport machen. Es sind die Trainierenden, die gute Entscheidungen innerhalb und außerhalb des Studios treffen und umsetzen, vor allem in den Bereichen Programmdesign, Übungsausführung, Essen, Schlaf und Lifestyle, die das meiste Körperfett verlieren und die meisten Muskeln und Kraft aufbauen. Hartes Training ist ein Mittel zum Zweck, jedoch definitiv nicht die Basis.

Die Rolle von hartem Training und persönlicher Philosophie

Um ein mögliches Missverständnis meines Punktes direkt aus dem Weg zu räumen, ich bin kein Gegner von hartem Training. Ich bin ein großer Befürworter, durch Training seine eigene Komfortzone zu verlassen. Und Training außerhalb der Komfortzone ist körperlich und geistig forderndes Training und damit per Standarddefinition hartes Training. Und ich arbeite auch sieben Tage pro Woche.

Doch harte Arbeit ist nicht der Hauptgrund, der mich zu einem erfolgreichen Trainer gemacht hat. Konsequentes Treffen und Ausführen guter Entscheidungen beim Schreiben von Trainingsprogrammen, Ernährungsempfehlungen und Supplementprotokollen, mit denen meine Kunden Fortschritte machen, ist es.

Fazit: Die zwei entscheidenden Fragen

Glaub also nicht an die Illusion, dass hartes Training und harte Arbeit den Unterschied macht. Es tut es nicht. Hart zu trainieren und hart zu arbeiten ist einfach. Was den Unterschied macht, ist das konsequente Treffen und Ausführen guter Entscheidungen.

Wer hat trainiert, muss sich somit regelmäßig zwei Fragen stellen. Treffe ich Entscheidungen, die mich weiterbringen? Und setze ich diese Entscheidungen dann auch konsequent um? In diesem Sinne, viel Erfolg mit hartem Training und bis zur nächsten Episode.

Diese Episode anhören

Hast du eine Frage zu dieser Episode?

Frag AskTNT →