Frühere Buchempfehlungen: Bowden und Taubes
Welches das eine Ernährungsbuch ist, das ich empfehle, hat sich über die Jahre verändert und ist auch abhängig davon, wer mich fragt. Lange war Living the Low Carb Life von Dr. Johnny Boden mein Frontrunner. Aufgrund der Tatsache, dass er statt einem Ernährungsansatz mehrere populäre Ansätze analysiert und strukturiert hat und da er die Wissenschaft zum Thema Low-Carb, der Kohlenhydrat-Armen, jedoch nicht zwingend kohlenhydratfreien Ernährung, sehr gut und verständlich zusammengefasst hat.
Und wer grundsätzlich etwas zum Thema Abnehmen und Ernährung lesen will, dem empfehle ich gerne Why We Get Fat vom Wissenschaftsjournalisten Gary Taubes, der in seinem Buch die wissenschaftlichen Daten zu der Frage, warum werden wir fett, analysiert hat und eine Antwort darauf gibt. Der prozentuale Anteil der Kohlenhydrate in unserer Ernährung. Das ist der statistische Grund, warum jemand fett wird.
Deep Nutrition von Dr. Kate Shanahan
In den letzten Jahren ist jedoch die erste Empfehlung, die ich gebe, wenn mich jemand nach einem Ernährungsbuch fragt, Deep Nutrition von Dr. Kate Shanahan, die unter anderem auch in der NBA mit den LA Lakers und Kobe Bryant gearbeitet hat. Das Buch wurde auch auf Deutsch unter dem Titel Zellnahrung veröffentlicht. Warum empfehle ich Deep Nutrition?
Zum einen, es ist sehr lesbar geschrieben, was heute wichtiger ist als je zuvor. Lesen hat einen großen Vorteil gegenüber Audio und Video. Wer liest der liest Beim Zuh oder auch Anschauen kann man nebenher viel anderes machen Wer jedoch liest kann nur eine Sache machen Lesen.
Epigenetik und physische Attraktivität
Zum anderen, es betrachtet Ernährung auch aus Sicht von Geschichte und Epigenetik und damit die Frage, auf welche Art der Ernährung ist unser Organismus des menschlichen Körpers ausgelegt. Es geht tiefer in Physiologie und Biochemie, ohne sich jedoch in der Tiefe zu verlieren. Das Buch ist auf einer Reihe von Grundaussagen aufgebaut. Eine davon ist, dass unsere Nahrung uns auf Zellebene beeinflusst.
Klingt logisch, ist jedoch in der Auslegung wenigen klar bewusst. Die Autorin geht zum einen darauf ein, wie Nahrung und Nährstoffe das Aussehen und was wir als Attraktivität definieren beeinflusst. Und mit dem Wort Attraktivität sind Ausdruck und Symmetrie gemeint. Der Knochenbau, Hautton und die Vitalität, die unabhängig vom Alter durchscheint.
Schenheim erörtert, wie traditionelle Nahrungsmittel und Fruchtbarkeitspraktiken wie Abstand zwischen den Geburten, Nahrungsmittel mit hoher Nährstoffdichte für die Eltern, Stillen und mehr durch den Prozess der Epigenetik zu genetisch überlegenen Nachkommen geführt haben. Zellulite und erschlaffte Haut sind mit dem Alter nicht unvermeidlich. Sie sind Nebenwirkungen einer Ernährung, der es an Kollagen und anderen gewebebildenden Nährstoffen mangelt. Anhand der Markwartmaske, die die Symmetrie und Struktur eines Gesichts erfasst, liefert sie konkrete Nachweise dafür, dass Attraktivität nicht nur im Auge des Betrachters liegt.
Unser Verstand ist geschult, Symmetrie zu erkennen und sie mit Gesundheit in Verbindung zu bringen. Diese äußere Schönheit wird mit innerer Funktionalität assoziiert. Und innere Funktionalität basiert in erster Linie auf der optimalen Versorgung mit Nährstoffen.
Die Auswirkungen von Pflanzenölen
Ein weiterer Punkt des Buchs sind die Themen Pflanzenöle, Zucker und Cholesterin. Tierische Fette sind in den letzten 30 Jahren zu einem unserer größten Ernährungsfeinde geworden. In der Medizin herrscht Einigkeit darüber, dass Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an tierischen und vor allem gesättigten Fettsäuren sowie Cholesterin in der Nahrung unser Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen Komplikationen erhöhen. Daher haben wir auch heute Lebensmittelregale voller fettarmer, fettfreier und pflanzlicher Alternativen.
Oft wird empfohlen, die Aufnahme von gesättigten Fetten zugunsten von mehrfach und einfach ungesättigten Fetten zu reduzieren. Shanahan belegt, dass diese Empfehlung auf ernährungswissenschaftlichen Fehlinterpretationen basiert. Neben dem bekannten Zucker sind es vor allem Pflanzenöle, die wir deutlich, deutlich reduzieren sollten. Denn diese beiden Nahrungsmittel sind zwei unserer größten Ernährungsfeinde.
Nicht ges Fetts Und warum Pfl wie Raps Soja und Sonnenblumen sind voller mehrfach unges Fette kurz Muffs Oft hört man, Muffs seien gesund. Nun, nicht ganz. Vor allem nicht in raffinierter Form. Diese Öle werden aus Samen gewonnen, die nur in ihrer natürlichen Form gut sind, unter anderem, weil sie auch voller Antioxidantien sind.
Jedoch sobald sie raffiniert werden, werden diese gesunden Muffs und Antioxidantien geschädigt, sodass nur verzerrte Muffs zurückbleiben. Diese Muffs interagieren mit freien Radikalen und verwandeln den Körper in einen Nährboden für Entzündungen und reduzieren so unsere Leistungsfähigkeit und unser Wohlbefinden. All diese Pflanzenöle sind praktisch allgegenwärtig. Die Tüte mit Nüssen, die man während eines Flugs bekommt.
Viele Snacks und Müsli-Riegel. Jedoch auch vermeintlich gesunde Salat-Dressings und das in der Pfanne mit ölgebratenen Huhn. Pflanzenöle sind in vielem, was wir essen, enthalten. Bessere und unraffinierte Fette wie Kokosöl, Olivenöl und kaltgepresste Pflanzenöle sind bessere Alternativen, werden aber weit weniger verwendet, vor allem wenn wir auswärts essen oder verarbeitete Lebensmittel kaufen.
Sie bezeichnet Pflanzenöle auch als Brainkiller, was sicherlich einiges erklärt.
Der Cholesterin-Mythos
Shanahan bläst auch den Cholesterin-Mysos aus dem Wasser. Wie schon viele andere Autoren vor ihr, nichtsdestotrotz ist es immer noch eine häufige Frage und ein häufiges Missverständnis in der Ernährung. Allein schon deshalb kann ich dieses Buch jedem, dem gesagt wurde, er solle den Cholesterinspiegel senken, wärmstens empfehlen.
Zucker und Kohlenhydratstoffwechsel
Neben Pflanzenölen und Cholesterin ist es der Zucker, auf den sie eingeht. Ihr Punkt ist, dass es nicht nur darum geht, Schokolade und Kuchen zu meiden. Wir sind in der Überzeugung geschult worden, dass Vermeiden von reinem Zucker der beste Weg ist, unsere Aufnahme zu reduzieren. Aber selbst wenn wir uns Süßigkeiten verweigern, bekommen wir immer noch reichlich Zucker aus Kohlenhydraten.
Und alle Kohlenhydrate bestehen am Ende aus Zuckern. Ein hoher Konsum von Kohlenhydraten, was hoch ist, muss im Einzelfall definiert werden, und diese negativen Prozesse finden statt. Vom Frühstücksbrötchen über Pasta am Mittag bis hin zu mehreren Portionen Obst oder vermeintlich gesunden Smoothies und Säften. Unser Körper wandelt diese Nahrungsmittel in Glucose um.
Und Glucose ist Zucker. Unser Körper reagiert vereinfacht gesehen darauf, als wäre es reiner Zucker. Pflanzenöle und Zucker sind zwei große Themen, was ich hier in wenigen Sätzen und einfachen Worten zusammengefasst habe. Auf das geht sie in ihrem Buch in der Tiefe ein und sie erkl das aus Sicht von Ern und auch Biochemie Das Buch ist schlie 450 Seiten dick jedoch immer noch gut lesbar und gespickt mit interessanten Perlen wie zum Beispiel, dass die ursprüngliche Form der Margarine, einer der gesundheitlich bedenklichsten Formen des Pflanzenfetts, von Napoleon III. erfunden wurde, beziehungsweise die Erfindung wurde von ihm in Auftrag gegeben, um ein günstiges, haltbares und nahrhaftes Nahrungsmittel zu entwickeln.
Traditionelles Kochen: Fleisch und Knochenbrühe
Sie geht ebenfalls auf andere wichtige Aspekte und praxisnahe Tipps ein, wie Fleisch am Knochen zu essen bzw. Fleisch am Knochen zu kochen. In den Bändern, im Knochenmark, in der Haut und im Gewebe des Fleisches, das in den Muskel durchsickert, befinden sich wichtige Nährstoffe. Und der Muskel ist das, was wir am Ende primär essen.
So geht sie auch auf die vielen Vorteile der Knochenbrühe ein. Und ein Slowcooker ist hier auch eine ideale Lösung, Fleisch direkt am Knochen zu gauen.
Innereien und Nährstoffdichte
Ebenfalls weist sie darauf hin, wie wichtig es ist, gelebentlich auch Innereien zu essen. Leber, Herz oder Brieß zu essen, ist etwas, das die meisten Menschen seit Jahrtausenden traditionell gemacht haben. Innereien haben eine vielfach höhere Nährstoffkonzentration als vieles an Obst und Gemüse. Foie gras oder eine Gänseleberpastete ist ein guter Start Innereien in die Ernährung mit aufzunehmen.
Fermentierte Lebensmittel und Darmgesundheit
Sie geht auch auf fermentierte Lebensmittel ein, wie Kimchi, Kombucha oder Sauerkraut. Fermentierte Lebensmittel enthalten lebende Bakterien, die die guten Bakterien im Darm unterstützen. Ein gesunder Darm ist die Basis eines starken Immunsystems.
Rohes Gemüse und abschließende Zusammenfassung
Ein weiterer Abschnitt des Buchs befasst sich mit rohem Gemüse oder auch kurz gegartem Gemüse. Rohes Gemüse ist in seiner natürlichen Form am wirkungsvollsten. Und als Grundregel gilt, je mehr Gemüse gekocht wird, desto mehr an Wert verliert das. Darüber hinaus geht sie auf viele weitere grundlegende Fragen und Feinheiten sehr gut ein.
Und stellt traditionelle Ernährung in den Vordergrund. Again, es gibt nicht das eine Buch, das alle Fragen beantwortet und bei dem man nicht aus bestimmten Perspektiven über einzelne Aspekte diskutieren kann. Ganz im Sinne von Progression vor Perfektion ist Deep Nutrition jedoch das eine Buch, das im Gesamten einen herausragenden Job macht. Es ist easy geschrieben und doch fundiert mit Tiefe.
Selbst die Trainingsempfehlungen im Buch sind ganz solide. Und üblicherweise sind Trainingskapitel in Ernährungsbüchern unterirdisch. In diesem Sinne, Deep Nutrition lesen und bis zur nächsten Episode. Allen und