UFC London und der Wechsel der Gewichtsklasse
Peter, willkommen zurück. Du bist der erste Gast im Podcast, der zum zweiten Mal da ist. Heute haben wir 28. November.
Der Podcast kommt raus am 30. Dezember. Bis dahin soll dann auch schon dein nächster Kampf angesagt werden. Gibt es schon ein bisschen was, was du uns jetzt schon erzählen kannst?
Ja, also erstmal Hallo an alle Zuhörer von Wolfgangs Podcast. Vielen Dank für die Einladung. Freut mich natürlich, dass ich der Erste bin, der das zweite Mal kommt. Aber wir haben natürlich auch immer viele interessante Themen zu besprechen und wird mit Sicherheit auch heute wieder spannend.
Zumindest für alle, die sich, sag ich mal, für Kampfsport interessieren. Ja, ich habe tatsächlich gestern einen Anruf von der UFC bekommen. Es ist was in der Pipeline. Und ich darf natürlich noch nicht drüber sprechen, weil die UFC möchten natürlich die Ersten sein, die dann die Kämpfe halt ankündigen.
Und der Kampf ist auch noch nicht von der Gegenseite bestätigt, sondern nur von meiner Seite. Aber so viel sei gesagt, es ist vom Namen her mit Abstand der größte Gegner, den ich je gekämpft habe. Was mich ein bisschen verwundert hat, weil ich habe ja jetzt eine längere Auszeit gehabt, hatte mich zwar auf den Kampf im September vorbereitet bei UFC Kopenhagen, Muss sich aber verletzungsbedingt absagen. Und habe dann aber auch entschieden, dass ich zurück ins Weltergewicht gehe.
Ich wollte ja ursprünglich hoch ins Mittelgewicht wechseln, weil ich einfach schwer geworden bin mit den Jahren. Jetzt aber mit Familie und größeres Gym und mehr Business und so weiter habe ich ein bisschen mehr Stress. Habe dementsprechend wieder abgenommen und jetzt passe ich halt dann wieder ins Weltergewicht rein. Habe halt der UFC gesagt, ich gehe zurück ins Weltergewicht. und dann haben sie mir halt direkt einen richtigen Top-Fight angeboten für UFC London, was am 21.
März ist. Von uns aus ist grünes Licht. Jetzt warten wir, was der Gegner sagt. Sobald der Gegner Ja sagt, steht das Ding.
Ich denke mal, wenn der Podcast rauskommt Ende Dezember, 30. Dezember, ich denke mal, dann wird es schon oder hoffe ich mal, dass es dann schon official ist.
Mechanik und Strategie des Weight Cuttings
Zurück ins Wäldergewicht. Für die Zuhörer, die sich mit den Gewichtsklassen der UFC noch nicht auskennen, Wäldergewicht ist 77 Kilo, Mittelgewicht ist 84 Kilo Ist aber nicht so dass man mit dem Gewicht tats ruml Was wiegst du heute So um die 88 Kilo sowas Und ich sag mal so wir praktizieren also wir machen Weight Cut Das Wiegen ist 24 Stunden vor dem Kampf und wir haben dann halt eben dieses Zeitfenster von 24 Stunden, um dann wieder eben unser Gewicht draufzupacken. Und die Leute schwitzen sich halt einen ab, machen halt Diät, um das Limit zu erreichen und gehen dann am nächsten Tag möglichst schwer wieder in den Ring.
Hört sich ein bisschen absurd an, ist es auch, aber man muss sich mal vorstellen, beide Kämpfer sind gleich gut. Sowohl technisch, als auch von der Größe, von der Reichweite, alles ist gleich. Dann wird wahrscheinlich der Kämpfer, der mehr wiegt, gewinnen. Und so probiert man sich dann quasi einen Vorteil draus zu ziehen.
Manche machen das halt relativ extrem. Bei mir war das jetzt halt in der Vergangenheit auch relativ viel. Also ich habe um die 10 Kilo draufgepackt innerhalb von 24 Stunden. Ja, und habe mich dann halt beim letzten Mal, bei meinem letzten Kampf gegen Leon Edwards, dann auch nicht mehr so wohl gefühlt.
Also ich habe irgendwie das Gefühl gehabt, das hat mir jetzt nicht mehr gut getan, sondern war halt eher negativ und darum wollte ich ins Mittelgewicht wechseln. Man muss aber auch sagen, die Ausgangslage für den letzten Fight war eine andere. Da hatte ich so 92, 93 Kilo und jetzt bin ich halt deutlich leichter. Von dem her ist es jetzt wieder gesund für mich, im Wältergewicht anzutreten.
Außerdem mache ich gerade die grüne Woche von dir. Also heißt, ich ernähre mich fünf Tage nur von grünem Gemüse und trinke Shakes und dein Elektrolytgetränk. Und das sorgt auch nochmal dafür, dass ich ein paar Kilo verlieren werde. Das ist quasi eine vegane Woche.
Eine vegane Woche, wenn man so will. Ja, ist eine vegane Woche. und ich habe ja auch gehört, dass ein Großteil deiner Gäste hier beim Podcast Veganer sind. Zu denen gehöre ich nicht, ich bin Pole. In Polen gibt es keine Veganer, haben wir schon vorhin besprochen, aber diese Woche lege ich mal eine vegane, grüne Woche ein.
Das heißt, 77 Kilo ist die Gewichtsklasse, du wiegst aber tatsächlich 88. Du wiegst dann auch am Kampftag irgendwo 86, 88, während die leichten Weltergewichte irgendwo 81, 82 wiegen. Das heißt genau genommen, keiner wiegt wirklich 77 Kilo am Kampf. sondern du wiegst quasi ein und dann nimmst du das wieder zu, was du plus minus verloren hast, sodass wenn du entsprechend viel Gewicht machst, da immer noch ein leichter Gewichtsvorteil besteht. Ja das ist so die ganze Idee dahinter Ich sage mal so es gibt schon auch K die tats mit 77 Kilo dann auch in den Ring steigen aber nicht auf dem h Niveau Also da macht eigentlich so gut wie jeder Gewicht Also ich habe mal von ein, zwei Kämpfern gehört, die wirklich irgendwie deutlich zu wenig gewogen haben, aber das war dann vielleicht auch aufgrund von irgendeiner Krankheit oder dass dann irgendwas passiert ist.
Ich hatte auch mal in der Fight Week, habe ich Durchfall bekommen, da musste ich keinen so großen Weight Cut mehr machen und sowas kann natürlich dann immer mal passieren, aber die meisten praktizieren das und es macht ja halt auch Sinn bis zu einem gewissen Grad eben. Die UFC gibt ja auch relativ viel Zeit. Du kannst Freitagmorgen um 8 Uhr einwiegen dafür, dass du dann Samstagabend kämpfst. Das ist ein relativ großes Spektrum, wenn man das vergleicht mit sowas wie in Deutschland Judo, wo du im Endeffekt oder auch Jiu-Jitsu, wo du einwiegst und direkt danach kämpfst.
Da kannst du natürlich nicht so viel Gewicht machen oder den Vorteil oder den vermeintlichen Vorteil nutzen. Der ganze Prozess ist jedoch recht anstrengend. Ich war auch schon einige Male dabei. Bei dir ist das ein recht kräftezehrender, belastender Teil des Sports und der Fight Week.
Für aber am Ende vom Tag natürlich einen gewissen Vorteil. Ja, also das ist das, was ich an meinem Sport eigentlich am meisten hasse, muss ich ganz ehrlich sagen, das Gewicht machen. Und klar, viele sagen dann halt zu mir, Peter, wieso tust du dir das an, wechseln dann doch einfach mal in die andere Gewichtsklasse. Aber wenn ich jetzt hoch auf 84 gehe und nur 88 wiege im Ring und mein Gegner wiegt halt 100 Kilo, wird halt schwierig.
Deshalb ist es einfach part of the game, es gehört halt eben einfach dazu und es macht keinen Spaß, aber man macht es halt.
Mentale Herausforderung: Kampf vs. Weight Cutting
Das ist ein guter Punkt, wenn du sagst, das ist der unangenehmste Teil deines Sports. Nach dem ersten Podcast habe ich ein bisschen rumgehört und gefragt, was wären sonst noch so interessante Themen gewesen und das, was bei den meisten kam, war, okay, wie ist Peters Mindset? Wie ist es, wenn du da in den Ring gehst und dich quasi mit einem anderen prügelst, bis einer von beiden entweder bewusstlos ist oder jemand aufgibt? Für die meisten wäre definitiv, sich zu schlagen oder jemand anders zu wirken oder versuchen, Gelenk zu brechen, der unangenehmste Teil des Ganzen.
Du sagst ja doch, der Weight Cut ist das, was ja mit Abstand unangenehmste Teil des Sportes ist. Wie gehst du aus mentaler Sicht so einen Kampf an? Warum ist der Weightcut der unangenehmste Teil und nicht der tats Kampf Der Kampf ist der angenehmste Teil Teil Das ist ja auch der Grund weshalb wir das halt auch alles machen Weshalb wir die Di den Weightcut und auch das ganze Training die Strapazen auf uns nehmen um uns dann im Ring zu beweisen, um zu schauen, wer der Beste ist. Und natürlich ist es hart und natürlich ist auch eine extreme Situation und jeder ist auch aufgeregt und hat eben auch gewisse Ängste.
Aber das macht halt eben auch diesen Reiz aus, sich diese Herausforderung zu stellen, dieses Ziel zu erfüllen. Egal ob Sieg oder Niederlage, aber man fühlt sich immer großartig, wenn man aus dem Kampf rausgeht. Natürlich fühlt man sich besser, wenn man gewonnen hat. Wenn man verloren hat, ist man traurig.
Aber einfach das Gefühl, sich dieser Herausforderung gestellt zu haben und alles gegeben zu haben, ist wie so ein Drogenrausch. Hormone fließen durch den Körper. Ich kann dann meistens tagelang danach nicht richtig schlafen und schlafe immer nur ein paar Stunden. und ist halt wirklich wie eine Sucht, man will das halt immer wieder erleben und immer wieder halt auch machen und ja, also ist mit das Beste, was ich je gemacht habe jeder Fight ist einfach unvergesslich das Gefühl, was man einfach mitnimmt ist ist der Hammer, ich kann es jedem nur empfehlen halt auch zu machen
Der Tunnelblick: Fokus vor dem Kampf
Was geht einem dein Kopf vor? Beispiel kurz bevor der Kampf beginnt, die Türe geht zu Oktagon ist geschlossen es ist nur du und der Gegner, was sind so die letzten Dinge, die da einem, bevor das Ganze tatsächlich beginnt, durch den Kopf gehen? Also ich würde mal sagen, ich bin ja auch Trainer und sehe das halt auch bei meinen Kämpfern und es ist sehr, sehr unterschiedlich. Das ist bei jedem halt ein bisschen anders und bei mir hat sich das im Laufe meiner Karriere auch sehr, sehr stark verändert.
Ich bin mittlerweile halt an einem Punkt angekommen, wo ich sage, ich bin so gut wie gar nicht mehr nervös. Also ich bin eher völlig klar, ich merke schon, dass ich mich anders fühle wie sonst. Es ist halt, die Sinne sind geschärft. Man sieht besser, man hört besser, man riecht besser.
Man ist bereits einfach für den Kampf oder wenn man sagt eben für den Krieg. Es kribbelt in den Fingern und man schwitzt ein bisschen mehr und sowas. Aber man ist auch gleichermaßen total klar. Man weiß, was jetzt halt eben kommt.
Man ist halt eben darauf eingestellt. Und man ist auf jeden Fall ein bisschen so wie in so einem Tunnel drin. Je näher du an diesen Käfig läufst, je näher du kommst, desto mehr blendest du halt alles drumherum aus. Man sieht zwar noch die Fans und hört sie auch, aber im Prinzip, ich sehe da nur noch den Cage und den Gegner.
Und das alles andere ist so ein bisschen verschwommen drumherum. Quasi der Tunnelblick. Der Tunnelblick. Voller Fokus.
So ist es. Und es ist halt sehr, sehr einfach, sich in dieser extremen Situation, sag ich mal, Fehler zu machen. Weil es ist eine extreme Situation, Adrenalin fließt durch den Körper. Und beispielsweise, als ich noch Anfänger war und meine ersten Kämpfe gemacht habe, bin ich total schnell aus der Puste gekommen.
Nicht, weil ich nicht gut trainiert war. Also mit Sicherheit war ich nicht so gut trainiert wie jetzt. Aber ich konnte einfach mit dieser ganzen Situation nicht so gut umgehen. Ich bin einfach nicht so cool geblieben, wie ich das halt eben heute schaffe.
Mein Kopf war total überhitzt und ich wollte meinem Gegner den Kopf abreißen und so schnell wie möglich das halt alles erledigen. Dann geht man halt wirklich rein wie so ein wildes Tier, das einfach nur probiert, den Gegner zu zerstören. Und wenn das halt nicht funktioniert, dann geht halt die Puste aus, die Energie aus und man verliert eventuell den Kampf. Jetzt, wo die Karriere natürlich weiter fortgeschritten ist, ich mehr Erfahrung habe, gehe ich da ein bisschen anders an die Sache ran.
Aber es ist und bleibt immer noch ein aufregendes und ein sehr besonderes Gefühl.
Evolution von Angst und Motivation in der Karriere
Du hast gesagt, im Laufe deiner Karriere hat sich das hin entwickelt zu mehr Ruhe, mehr Fokus. Waren da Dinge, die du aktiv gemacht hast oder waren es einzelne Kämpfe, wo du gesagt hast, okay, da, danach hat sich das für mich verändert? Ja, also eine Mischung aus beiden. Zum einen ist es die Erfahrung, die einen weiterbringt, dass man halt, ich sag mal, am Anfang spielt die Angst eine viel größere Rolle wie später.
Ich sag mal, Angst hat jeder in gewisser Weise, wenn er kämpfen geht, aber es ist eher die Angst zu verlieren oder vielleicht die Angst zu versagen oder dass man halt hingeht und in der ersten Minute K.O. gehauen wird mit irgendeiner unglücklichen Technik. Also eher die Angst vorm Ergebnis, vorm schlechten Ergebnis, als die Angst vorm eigentlichen Kampf bzw. vorm Schmerz. das war anfangs aber anders ich kann mich erinnern, meine ersten Kämpfe die habe ich in Ostdeutschland gemacht habe halt gegen richtig so stabile stramme, voll tätowierte Hooligan-Style Typen halt gekämpft und ich war ein einfacher Junge aus der schwäbischen Provinz und wenn ich mir die einfach angeguckt habe, habe ich mir halt habe ich einfach nur Angst gehabt ich habe einfach nur Angst gehabt und das Gefühl, was ich hatte war, ich will es jetzt einfach so schnell wie möglich hinter mich bringen, egal ob gewinnen oder verlieren Ich habe mich jetzt hier diese Herausforderung gestellt Ich habe gesagt ich mache das jetzt ziehe ich es halt auch durch Aber ich hatte Schiss Ich hatte Schiss vor den Schmerzen Ich hatte Schiss in die Fresse zu bekommen Und ja es war grunds eher Ich wollte auch dann mit keinem mehr reden und konnte auch nicht mehr wirklich essen weil mein Magen sich so komisch angef hat Aber dann halt zu merken, wenn es dann halt losgeht, wenn der Cage halt zu ist und der Kampf halt losgeht, dass alle Ängste und alle Gefühle im Prinzip weg sind und dann diese Klarheit kommt und diese Fokussiertheit kommt und, sag ich mal, diese ganze Angst und diese negativen Energien sich in was Positives umwandeln und du halt schaffst, das zu übertragen, einfach in Energie und die an deinem Gegner rauszulassen, dann gibt es einem ein unheimlich tolles Gefühl.
Und je öfter man das halt macht, desto sicherer wird man halt auch und selbstbewusster und dann ist irgendwann mal diese Angst halt weggegangen. Und die Motivation ist auch eine ganz andere geworden. So anfangs war es halt eher, man hat es halt gemacht, um sich der Herausforderung zu stellen, um sich selber zu beweisen, dass man halt das Zeug dazu hat, um zu kämpfen. Es ging natürlich auch um die Schulterklopfer von den Kumpels und von den Kollegen und sowas.
Aber irgendwann mal später hat sich dann hinentwickelt zu wirklich, sag ich mal, den Weg des Martial Artes zu probieren, wie weit kann ich gehen, was kann ich rausholen, wie gut kann ich halt wirklich werden. und dann spielen die anderen Sachen, der Respekt vor den Leuten, die Schulterklopfer und so weiter, alles gar keine wirkliche Rolle mehr. Das ist dann mehr die Herausforderung des Wettkampfs an sich, als tatsächlich nur den Wettkampf zu gewinnen. Was viele, die sich wahrscheinlich noch nicht deine Kampfstatistik angeschaut haben, gar nicht realisieren, dass du einen Großteil deiner Kämpfe, die du gewonnen hast, tatsächlich auch in der ersten Runde beendet hast.
Gerade in Anfangszeiten war da die Strategie oftmals drauf, runternehmen, Rücken holen und so schnell wie möglich finalisieren. Weil es auch oftmals sehr gut geklappt hat. Hat gut geklappt, ist natürlich, sage ich mal, auf einem niedrigeren Niveau sehr viel einfacher umzusetzen als halt in der UFC, wo man gegen die Besten der Welt kämpft. Dann hat es halt auch schon funktioniert, aber ist natürlich dann ein bisschen schwieriger.
Und nochmal, um auf deine Frage zurückzukommen. Du hast ja gefragt, wie ist es passiert, dass sich das so weiterentwickelt hat? Mein eigenes Gefühl und auch, sage ich mal, mein Mindset. Das ist zum einen die Erfahrung und eben den Weg, den ich gegangen bin, aber ich habe mir halt auch Hilfe geholt.
Natürlich bringt jeder Kampfsporttrainer die Technik bei und so weiter, aber dieser mentale Aspekt gehört auch immer dazu. Jeder Trainer wird dir da auch ein bisschen was mit auf den Weg geben, dir Tipps geben, wie du das am besten angehen sollst Ich habe von vielen unterschiedlichen guten Trainern gelernt aber ich hatte auch sag ich mal sowas wie einen Mentalcoach der mir einfach geholfen hat der die richtigen Fragen gestellt hat, der die richtigen Denkanstöße gegeben hat und der zum Teil auch Barrikaden gebrochen hat, die ich einfach in mir hatte. Und das hat mir sehr, sehr geholfen. Also ich war da jetzt nicht jahrelang und jeden Tag irgendwie bei ihm zum Sprechen, Aber es gab so eine Phase, wo ich immer wieder nicht mit ihm getroffen habe und ich habe so ein bisschen das Gefühl, dass er mich in die richtige Richtung geschubst hat und das dann auch tatsächlich sehr positive Effekte auf mich hatte und auch auf mein Selbstbewusstsein hatte.
Zusammenarbeit mit einem Mentaltrainer
Wie hat denn so ein Mentaltraining ausgesehen? War das einfach ein simples Gespräch? Er hat Fragen gestellt oder habt ihr irgendwelche Übungen gemacht? Also im Prinzip ist es ein Gespräch.
Er lernt dich halt kennen sozusagen, analysiert halt deinen Charakter, fragt natürlich auch so, was willst du erreichen, wieso machst du das? Und anhand von den Antworten sieht er halt auch schon so ein bisschen oder hat halt gesehen, was mein eigentliches Problem ist. Und mein eigentliches Problem war, also seiner Meinung nach, dass ich, ja, der kleine Peter aus Balingen und dass das Ganze mir jetzt ausgerechnet passiert, dass ich in der UFC bin und auf dieser Bühne kämpfen kann, habe ich eigentlich gar nicht so wirklich verdient, dass ich mich immer selber so ein bisschen klein gehalten habe.
Und das hat er mir halt, sage ich mal, aus dem Kopf rausgeschlagen. Und das hat mir wirklich auch geholfen, sodass ich einfach ein anderes Selbstbild von mir bekommen habe, mehr an mich geglaubt habe und dann auch wirklich tatsächlich angefangen habe zu glauben, dass ich es halt schaffen kann, bis nach oben an die Spitze zu kommen. Da davor bin ich irgendwie von Schritt zu Schritt nach vorne gestolpert und es hat halt irgendwie doch geklappt, weil ich halt auch fleißig war und einfach dieses Kämpfen in mir drin hatte. Aber dann das große Ganze zu sehen, diese Vision zu haben und auch den Glauben an sich zu haben, hat auch nochmal Kräfte entfesselt, wo ich nicht dachte, dass es diese halt gibt.
Und ist auch jetzt aktuell wieder halt ein Thema, weil ich jetzt in so einer ganz anderen Lebensphase bin halt eben wie davor. Ich habe Familie, ich habe ein gut laufendes Business. Ich habe meinen Mann in zahlreichen Schlachten gestanden. Also ich habe nicht mal dieses Bedürfnis, mich beweisen zu müssen und sowas.
Also ich müsste eigentlich nicht mehr kämpfen. Ich kämpfe nicht mehr um meine Existenz, sondern ich bin in einer sehr, sehr komfortablen Situation. Und sich jetzt für einen Kampf zu motivieren, ist natürlich ein bisschen was anderes wie früher. Und jetzt in den letzten Wochen und Monaten habe ich halt wieder angefangen mit meinem Coach so ein bisschen zu arbeiten um mich mal wieder ein bisschen hinzusetzen um einfach da wieder sag ich mal neue Motivationsreize zu setzen weil einfach nur k um zu k das will ich nicht sondern wenn ich es halt mache dann will ich es halt auch richtig machen und will halt auch richtige Ziele haben und es aus den richtigen Gr machen und also viele sprechen nicht dar weil die das halt irgendwie f die ist es peinlich oder es ist eine Art Schw die man zugibt wenn man sich Hilfe auf dieser Ebene holt.
Aber ich kann es halt nur jedem weiterempfehlen. Sei das jetzt ein Coach oder ein Psychologe oder ein Trainer oder vielleicht der Vater oder irgendwie ein Freund. Aber einfach sich mit anderen Menschen über solche Themen zu unterhalten und sich da einen Input zu holen, kann sehr viel verändern. Die mentale Komponente ist ja definitiv auch einer der wichtigsten Säulen.
Jeder, der schon mal mit Sport gearbeitet hat oder Sport auf hohem Niveau gearbeitet hat, kennt mindestens einen Athleten, der ist der Trainingsweltmeister. im Training schaust du an, wie er trainiert und denkst dir, wenn da jetzt Spiel oder Kampf oder Wettkampf kommt, das läuft und dann kommt Spielkampf oder Wettkampf und das ganze Kartenhaus fällt halt in sich zusammen, da im Endeffekt die mentale Komponente, so ein bisschen die technische und die körperliche Komponente untergräbt. Die mentale Komponente ist ja sicher auch die eine, die am schwierigsten zu verbessern ist. Aktiv an der mentalen Komponente zu arbeiten.
Aus meiner Sicht, ich bin ein großer Fan der Aussage, dass ich die psychologische Komponente oder die mentale Kenmente ich nicht aktiv trainiere, weil sie nicht trainierbar ist, aus statistischer Sicht. Und es ist ja auch wie viele machen große Sprünge im Mindset und wie viele bleiben im Endeffekt immer an dem Punkt. Es gibt die paar Ausnahmen, die tatsächlich sich weiterentwickeln Mindset-technisch, aber bei der absoluten Mehrheit der Sportler aus verschiedensten Gründen passiert da nicht sonderlich viel. Aus meiner Sicht ist es immer so ein bisschen Progressionspotenzial der psychologischen Faktoren ist relativ gering.
Nichtsdestotrotz, es gibt einige Beispiele, die großen Fortschritte machen, was diese Optimierung des Mindsets durch mentales Training angeht.
Visualisierungstechniken im Kampfsport
Neben dem mentalen Training, das du mit dem Mental Coach machst, machst du sonst noch was im Bereich mentales Training? Gerade ich weiß, Visualisierung ist ein großes Thema. Wie gehst du das an? Machst du das auch außerhalb, zwischen den Kampfforbereitungen? oder machst du es nur quasi Wettkampfvorbereitung, wenn du vor dir den Gegner hast, wenn du genau weißt, okay, der ist es, okay, wie bewegt er sich, wie bewege ich mich, wie gehe ich das Ganze an?
Also je näher zum Kampf es kommt, desto mehr mache ich das einfach bewusst. Aber es passiert auch unbewusst. Also sagen wir mal so, ich war schon rein von meiner Persönlichkeit immer ein bisschen ein Träumer. Dass ich einfach, ich konnte stundenlang, das ist jetzt vielleicht übertrieben, aber ich konnte lange da sitzen und einfach Tagträume haben, mir Sachen vorstellen, unterschiedliche Szenarien in meinem Kopf durchgehen und sowas.
Also ich habe eine sehr große Vorstellungskraft. Und sage ich mal, das ist ein mächtiges Werkzeug. Wenn man lernt, es so ein bisschen zu nutzen, für sich zu nutzen, dann kann das halt auch helfen. Und ich kann euch auch ein konkretes Beispiel sagen.
Also ich hatte mal einen Kampf, wo ich halt wusste, okay, mein Gegner wird immer nach vorne kommen und ich werde vielleicht auch in der Situation kommen, dass es halt bei mir nachlässt und ich werde halt müde werden. Und ich habe mich in meinem Kopf immer wieder in diese Situation gebracht, dass ich einfach total schlapp bin und einfach keine Power mehr habe und er kommt trotzdem immer noch nach vorne. und dann habe ich in meinem Kopf immer wieder Wege gesucht, um da rauszukommen, wie zum Beispiel im richtigen Moment in den Takedown reinzuschuten und ihn dann am Boden zu kontrollieren, um wieder verschnaufen zu können und so weiter und so fort.
Und wenn du dann tatsächlich später im Kampf in diese Situation kommst, dann ist es wie so, ah, hier war ich ja schon mal, obwohl du ja da eigentlich, klar, im Training warst du da schon mal, aber jetzt auf dieser Bühne und im Kampf und vor Zuschauern warst du da noch nicht und wenn du das schon mal mental davor durchgegangen bist und du kommst in diese Situation rein, dann hast du was, wo du dich festhalten kannst und dann schaltest du vielleicht ein bisschen schneller, wie wenn du das jetzt nicht gemacht hättest. Und ich finde, es ist halt wichtig, einen positiven Weg zu visualisieren. Jetzt als Beispiel, ich habe gestern den Gegner vorgeschlagen bekommen und ich habe einfach direkt gemerkt, das passiert bei mir schon ganz automatisch, ich musste mir das halt antrainieren, aber es passiert jetzt mittlerweile ganz automatisch, weil ich es schon so oft gemacht habe, habe ich halt einfach schon ein direktes Bild gesehen, so wie ich ihn dann fertig gemacht habe und meine Hand nach oben gegangen ist und wie er halt enttäuscht in seine Ecke zurückgegangen ist.
Und diese Bilder kommen dann in den Kopf und ich wiederhole sie immer wieder, immer wieder, immer wieder und ich denke und ich glaube wirklich daran, dass das halt auch einen, sag ich mal, einen positiven Effekt hat. Das ist sicher nicht der heilige Gral und nicht der Hauptgrund, weshalb man einen Kampf gewinnt oder verliert, aber es hilft und es beruhigt einen auch in gewisser Weise, das alles schon mal durchzuspielen und durchzumachen und es gibt eine Routine und eine gewisse Sicherheit und das ist was was ich immer mache Immer mache und je n der Kampf kommt desto mehr und desto aktiver und bewusster halt auch noch
Wissenschaftliche Studien zu Visualisierung und Kraft
Habe ich dir schon mal von diesen Studien zum Thema Visualisierung und Krafttraining erzählt? Haben wir da schon mal drüber gehört? Nein. Es gibt einige Studien, die vergleichen, eine Gruppe macht das Trainingsprogramm und die andere Gruppe führt dieses Trainingsprogramm nicht tatsächlich durch, sondern sitzt da und stellt sich vor, diese Wiederholung zu machen.
Und im Vergleich hat die Gruppe, die das Training nur visualisiert, ohne es tatsächlich zu trainieren, 50 bis 60 Prozent der Kraftzuwächse der Gruppe, die es tatsächlich trainiert. Also wenn die Gruppe, die es tatsächlich trainiert, 20 Kilo Gewicht steigert in Zeit X, die Gruppe, die es nicht trainiert hat, aber nur diese Abläufe im Kopf durchgeht, hat eine Steigerung von 10 bis 12 Kilo. Das heißt, im Endeffekt die Begründung dahinter ist, muskuläres Training oder jede Form der tatsächlichen Bewegung ist eine Mischung aus der Ansteuerung des Nervensystems auf die Muskulatur. Das heißt, wir haben zwei Komponenten.
Wir haben Muskel und wir haben das Nervensystem. Wenn ich das Ganze visualisiere, arbeitet natürlich die Muskulatur direkt nicht. Es ist jedoch so, dass wir Anpassungen im Hirn haben, dass quasi die Verschaltungen zwischen den Neuronen sich ändern und so du im Endeffekt einen Lerneffekt des Nervensystems hast, den du danach, obwohl du das noch nicht komplett gemacht hast, zum Teil abrufen kannst. Das basierend auf so einer Studie könnte man zum Beispiel ganz einfach behaupten, 50 bis 60 Prozent der Kraftzuwächse ist rein Hirn, während der Rest dann die ersten 40, 50 Prozent der Muskel sind.
Was gerade in so einem Sport wie MMA aus meiner Sicht wichtig ist, was ja auch viele machen, du kannst ja nur ein gewisses Maß an Zeit trainieren. Also wenn du jetzt sagst, okay, ich bin super motiviert, anstatt 10 Einheiten die Woche trainiere ich jetzt 18 Einheiten die Woche. Funktioniert nicht. Vielleicht ein, zwei Wochen, aber dann bricht man wahrscheinlich zusammen.
Da bist du körperlich zu limitiert, aber es ist in jedem Sport so. Du kannst je nach Sport zwischen zwei und vier Stunden am Tag trainieren. Es gibt ein paar Ausnahmen, die können weniger als zwei trainieren, es gibt ein paar Ausnahmen, so dass ich synchron schwimme, da wird teilweise acht Stunden am Tag trainiert. Aber die meisten Sportarten können nur zwei bis vier Stunden am Tag tatsächlich körperlich trainieren.
Natürlich kannst du nicht körperliches Training, wie zum Beispiel sowas wie visualisieren, und für deutlich länger machen. Das ist natürlich deutlich weniger ermüdet. Ich nenne es oftmals ganz Metalltraining, das wirklich funktioniert. Mentaltraining ist ja oftmals, wenn man das Spektrum da drau anschaut was Mentaltraining ist ist halt so dieses Motivationsding ich bin ein Gewinner
Professionalisierung und Trainerausbildung im MMA
Es ist ein schwieriges Thema weil jeder kann im Prinzip Mentalcoach sein Das ist ja nicht irgendwie eine Ausbildung, die man machen muss. Ich kann einfach sagen, ich bin jetzt Mentalcoach und lege halt damit los. Und natürlich hast du halt auch viele schwarze Schafe. Klar, und es ist natürlich auch ein bisschen Trend momentan, diese geistige Optimierung, Persönlichkeitsentwicklung.
Deshalb hast du halt an jeder Ecke einen Mentalcoach heutzutage. Das ist auch wie Personal Trainer und Kampfsporttrainer. Für einen Personaltrainer gibt es ja auch keine genau vorgegebene Ausbildung. Also im Endeffekt jeder kann sagen, ich bin Börseltrainer.
Oder auch im Kampfsportbereich. Wie viele Kampfsportler haben eine tatsächlich fundierte Kampfsporttrainer-Ausbildung? Im MMA die aller, allerwenigsten. Ich sage mal, in traditionellen Sportarten wie Judo oder Taekwondo, denke ich schon, dass da einen Großteil auch irgendwie so einen Trainerschein hat, weil das halt auch alles über einen Verband, sage ich mal, abgewickelt wird.
Aber im MMA, das ist halt auch noch so ein junger Sport und es ist mehr Freestyle, viele unterschiedliche Verbände, da haben die meisten keine Trainerausbildung. Was kommt jetzt in Deutschland, dass so eine einheitliche MMA-Trainer-Ausbildung angeboten wird? War jetzt dieses Jahr zum ersten Mal? Genau, war jetzt zum ersten Mal.
Es gibt jetzt halt glücklicherweise die GEMAF, die German Mixed Martial Arts Federation, also der Verband für das deutsche MMA. Die kümmern sich vor allen Dingen um Amateursport, aber machen auch bei Profiveranstaltungen, stellen sie zum Beispiel die Referees, die Judges und so weiter, also die Offiziellen, die arbeiten. Aber, sag ich mal, die Hauptarbeit von denen ist im Amateurbereich. Und das große Ziel, was sich die GEMAF quasi in Deutschland, das ist ein Ableger von der IMAF, von der International Mixed Martial Arts Federation, die sozusagen der Kopf weltweit ist, das Ziel ist es, MMA Olympisch zu machen. und ja, da liegen noch ein paar Arbeitsschritte, sag ich mal, vor uns, aber die Hoffnung ist halt, dass wenn die nächste Olympiade in den USA ist, ich glaube, das ist irgendwann in 10 Jahren oder sowas, 2028 und immer das Land, das quasi die Olympiade hostet, darf eine neue Disziplin mit einführen und da MMA ja so stark in den USA boomt, liegt es halt nahe, dass die Amis halt sagen, gut, wir nehmen halt MMA mit rein und das läuft jetzt halt eben gerade und da gibt es halt natürlich auch viele Voraussetzungen.
Es muss beispielsweise einen Verband geben. Was halt nicht geht ist, dass MMA fünf unterschiedliche Verb hat weil dann sagt nat das Olympische Komitee so wer ist denn hier jetzt mein Ansprechpartner Du brauchst nat auch Dopingkontrollen da brauchst du halt eben auch diese Trainerscheine und sowas Also du brauchst halt eine Struktur in diesem Sport Und das ist was halt jetzt gerade sehr sehr stark passiert wohingegen die letzten Jahre einfach absoluter Freestyle war. Also selbst, wenn irgendjemand eine Veranstaltung gemacht hat, saßen da halt am Punktrichtertisch meistens irgendwelche Kumpels oder halt irgendwelche Jungs aus dem Gym, die halt, naja, komm, ich mache jetzt halt mal Punktrichter.
Und dementsprechend gab es halt katastrophale Fehlentscheidungen und einfach miserable Veranstaltungen. Und das Problem hast du halt nicht mehr, wenn alles aus einer Hand, aus einem Verband halt kommt. Das heißt, die Deutschen bieten da jetzt auch eine Trainerausbildung an? Genau, die Deutschen bieten eine Trainerausbildung an und da bin ich auch ein Teil davon, sag ich mal, Dozent für den praktischen Teil davon.
Weil ich bin ja selber auch nicht irgendwie von der Uni, sondern ich habe es halt wirklich, sag ich mal, Learning by Doing eben gemacht und ich kann viel übers Kämpfen, über die Techniken erklären, aber den sportwissenschaftlichen Background habe ich nicht so wirklich. Aber dafür haben die dann halt andere Leute, die dann diesen Part übernehmen.
Coaching des Mindsets anderer Kämpfer
Neben dem Dozentenjob bist du ja auch aktiv Trainer. Mit dem Planet Eater Team hast du ja auch ein relativ großes, aktives Wettkämpfer-Team. Wenn wir jetzt von Mindset sprechen, dein eigenes Mindset, die Entwicklung, aktiv und passiv, das eigene Mindset. Wie gehst du das an mit den Kämpfern?
Wie coachst du Mindset oder was sind so ein bisschen deine Schritte? und das Mindset der Planet Eater Wettkämpfer zu verbessern. Das ist halt ein sehr, sehr schwieriges Thema, sage ich mal. Die Psyche von den Menschen ist wie so ein Dschungel. Und da gibt es halt nicht diesen einen Blueprint, wo man sagen kann, jeder macht jetzt das und das funktioniert halt auch.
Die einen brauchen gar nichts, weil die haben das natürlich in sich drin, dass sie einfach, wenn das Scheinwerferlicht angeht, dass sie nochmal 20, 30 Prozent mehr rausholen können. Und es sind halt auch schon so Sachen passiert, wo ich halt irgendwie am Cage stand mit meinem Kämpfer und einfach selber mit einem offenen Mund dastehen und dachte so, what the fuck, was ist da gerade passiert, das hat er ja im Training noch nie gemacht oder ich wusste nicht mal, dass er imstande ist, sowas zu machen und plötzlich, wenn die Zuschauer da sind, wenn der Druck da ist, passieren halt diese Sachen und umgekehrt gibt es dann halt welche, die du natürlich an der Hand packen musst und eben aufbauen musst.
Es ist ein langer und auch ein schwieriger Prozess und teilweise halt auch frustrierend manchmal natürlich. Also das, sag ich mal, das klassische Beispiel ist, Der Trainingsweltmeister hat man relativ häufig im MMA, dass die Leute auf der Matte und im Training sehr viel besser sind als im Kampf. dass es halt die gleiche Leistung im Training und im Kampf ist oder beziehungsweise noch mehr Leistung im Kampf als im Training. Das ist ein schwieriger und langer Weg. Also so ein grundsätzlicher Tipp, den ich halt immer gebe, ist, probieren die Selbstzweifel wegzuräumen.
Jeder hat Selbstzweifel und auch in den Momenten vor dem Kampf würde ich lügen, wenn ich nie mal dann denken würde, dass ich vielleicht auch den Kampf verlieren werde. jeder denkt da auch mal dran, aber man muss probieren, diese negativen Selbstzweifel so gut es geht wegzulassen, weil die werden dich zögerlich machen und wer im Ring zögert, der wird verlieren, das ist halt eine ganz, ganz wichtige Sache, dass man aktiv ist, macht und tut und nicht zögert und wenn man negative Emotionen in sich hat, Ängste in sich hat, dann ist man eher so ein bisschen zögerlicher aber es sind, ja, da könnten wir jetzt viele...
Langer Prozess, mehr kämpfen ist mit Sicherheit auch ein Ansatz, einfach mehr Kämpfe machen, um die Selbstsicherheit zu bekommen. Genau, um die Erfahrung zu sammeln, wobei man da aber halt auch gucken muss, dass es nicht zu viele werden, weil kann er halt auch nach hinten losgehen. Das ist dann halt, sagen wir mal, der Sportler verliert den Kampf, will halt so schnell wie möglich, sag ich mal, wieder zurück aufs Pferd, wieder drauf, den Fehler wettmachen und boom, verliert halt plötzlich wieder. Oh Gott, jetzt will er schnell wieder, wieder kämpfen und dann kann schnell, sag ich mal, ein negativer Teufelskreis entstehen und das kann natürlich halt auch gefährlich sein, weil wenn man kurz hintereinander K.O. geht, dann hat es ja auch Schäden fürs Gehirn und so weiter.
Da muss man halt immer so ein bisschen das richtige Rezept finden, sage ich mal.
Hirntrauma und Erholung im Kampfsport
Sich von so einem K.O. zu erholen, dauert deutlich länger. Du hattest mal erzählt, diese Studie mit den Boxern. Wie war das nochmal? Ich weiß nicht, ob ich es im Podcast schon mal erwähnt habe, aber ich habe etwas Einblick bei den deutschen Boxern.
Was die mittlerweile machen, sind sehr viele Hirnscans, um zu schauen, wie sieht es mit Entzündungen und Mikrorissen im Hirn nach Sparringseinheiten bzw. Wettkampf aus. Und was wir herausgefunden haben ist, dass eine reguläre Sparringseinheit ohne Gehirnerschütterungssymptome, wie zum Beispiel leichte Kopfschmerzen oder ein bisschen Schwindel danach, nachweislich zu Entzündungen und Mikrorissen von ca. einer Woche führt. Und eine Sparringseinheit mit leichten Gehirnerschütterungssymptomen, wie ein bisschen Schwindel, ein bisschen Kopfschmerzen, bis zu 28 Tage nachweislich Entzündungen und Mikrorissen hat.
Was nat dann zu einem Problem f ist ja nicht so dass du eine Sparlingseinheit machst ein bisschen Kopfschmerzen hast und 28 Tage Pause machst Sondern du machst ja im MMA ist es etwas zur hat im MMA wahrscheinlich schon ein bisschen mehr gelernt Im MMA hast du zwei, drei Sparringseinheiten die Woche im Regelfall. Während im Boxen ist es ja noch recht üblich, dass vier, fünf Mal die Woche zwölf Runden Vollgas. Und ein weiterer Nachteil im Boxen hast du natürlich auch, du hast größere Handschuhe. Das heißt, genau genommen ist es, du blutest zwar weniger, im Gegensatz zu kleinen Handschuhen oder auch so Bärnackel-Boxing, das Trauma aufs Hirn ist ja doch höher, da natürlich deutlich mehr Schaden absorbieren kannst.
Und so kumulieren eben diese Schäden. Das heißt, wenn du schon in der Vorbereitung auf den Kampf in den zwei Monaten viel Sparring machst und dann gelegentlich auch mal kassierst, hast du im Endeffekt schon, es wird immer mehr Entzündungen, es wird immer mehr Risse. Und wenn du dann auch nochmal im Kampf unglücklich K.O. gehst, wenn man am besten noch viel Kassiers gegen Kopf und dann on top auch noch K.O. gehst, das ist natürlich ein kumulierter Schaden. Ich weiß von einem Boxer, der ohne, dass er jemals K.O. gegangen ist, weder im Wettkampf noch im Training, für ein komplettes Jahr vom Wettkampf gesperrt wurde oder sich quasi rausgenommen haben aufgrund der Ergebnisse der Scans.
Was aus meiner Sicht der richtige Weg ist. Denn sowas ist, der Kämpfer grundsätzlich ist es nicht, ich kann weitermachen, ich kann weitermachen. Natürlich, klar, er ist ein Kämpfer. Genau, das ist ein Mindset.
Und da dann ein bisschen so objektive Daten zu haben, um zu sagen, hey, pass auf, da sind Probleme. Wir müssen warten, wir haben Tests. Der Scan, jetzt mach mal Ruhe, guck, dass du regenerierst, keinen vollen Kontakt. Und dann den Scan zu wiederholen und zu sagen, okay, wie viel bin ich besser geworden?
Es ist auch viel in der, in Football, American Football, die haben auch ein sehr großes Hirnerschütterungsthema. und da ist ja auch in den letzten Jahren deutlich, deutlich mehr gemacht worden, wie zum Beispiel die machen so Gedächtnistests, ohne Baseline zu setzen. Und wenn du eine Hirnerschütterung hast, wiederholst du diese Tests und du schaust quasi, wie ist dein Score weg von der Baseline, um so zu entscheiden, okay, wie viel geistige Leistungsfähigkeit oder neurologische Funktion kostet dich diese Hirnverletzung oder dieses Hirntrauma noch in Relation zu dem, was du davor geleistet hast. Um so ein bisschen objektives Feedback zu haben und den Spieler im Sinne von American Football oder den Kämpfer zu schützen.
Auf hohem Niveau gibt es ja auch den einen oder anderen, der gar kein Sparring mehr macht. Wahrscheinlich so halb ich habe genug Sparring in meinem Leben gemacht ich wei wie das funktioniert und zur anderen H mit Sicherheit auch so ein bisschen brauche ich das noch dass ich drei, vier Mal die Woche mit Kopfschmerzen aus dem Gym laufe. Was natürlich längerfristig natürlich auch für neurologische Gesundheit usw. eine große Rolle spielt. Was da aus meiner Sicht ist, wenn man sich das anschaut, die Experten gerade in den USA, was funktionelle Neurologie, was so der Überbegriff angeht, ein Aspekt, der bei diesen Hirnerschütterungen immer außen vor gelassen wird, ist, dass es nicht nur eine Frage ist von Stress oder von quasi wie stark ist dein Hirn entzündet oder wie groß ist das Trauma, sondern auch was ist das drumherum?
Wie schläfst du? Wie ernährst du dich? Wie sind deine Mikronährstoffdefizite? Beispiel im Melken Football, basierend auf dem, was ich so höre, die durchschnittliche Ernährung ist weit entfernt vom Optimum.
Genau, weit entfernt vom Optimum, weit entfernt von einer gesunden Ernährung. Ist das so? Obwohl die, sage ich mal, so viel Geld in diesem Sport ist und in diesen wahnsinnigen Facilities trainieren, wo bestimmt auch gekocht wird und sowas für die.
Ernährung, Fast Food und sportliche Leistung
In letzter Zeit ist ja gerade dieses Thema vegane Ernährung für athletische Leistungsfähigkeit. Wie viele Top-Athleten hast du? Wie viele Athleten hast du, die Medaillen gewinnen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaft oder die in einem Profisport auf hohem Niveau spielen oder kämpfen und die Veganen sich ernähren. Tatsächlich ist es relativ wenig.
Wenn ich jetzt ein Gegenbeispiel mache, wie viele Beispiele gibt es, die auf hohem Niveau einen Sport machen und Medaillen gewinnen bei WM und Olympia und bei denen Fast Food ein großer Bestandteil der Ernährung ist? Wahrscheinlich mehr als Veganer. Es sind viele. Usain Bolt ist eins der Beispiele.
Der hat zwei 24er-Schachteln Chicken McNuggets. an dem Tag gegessen, an dem er die 969 gelaufen ist, Weltrekord aufgestellt hat. Da gibt es so ein bisschen, das hat er selbst gesagt in der Talkshow, da gibt es so ein bisschen die Geschichte, dass er wohl in diesen zwei Wochen Olympischen Spielen tausend Chicken McNuggets gegessen hat. Und wenn ich mit den Sprintern, mit denen ich arbeite, mich unterhalte, die sagen, hey, wenn du in den Olympischen Dorf gehst, McDonalds ist immer packed. Also McDonalds kennt jeder.
Bevor man was anderes probiert, geht man halt zu McDonalds. Und auch in anderen. Im Melken Football. Und auch im MMA.
Es gibt einige, wo du weißt, okay, die leben, wenn es jetzt nicht ein paar Wochen vor dem Kampf ist, wo man sich dann mal zusammenrei die leben halt in der Off essen wenn dann ein Wettkampf kommt switchi auf Taco Bell Ist mexikanisch ist ges Ich sag mal so, dadurch, dass wir halt ein gewisses Gewicht bringen müssen, müssen wir auch in gewisser Weise halt eben Diät halten und dadurch halt auch ist schwierig Gewicht runterzufahren, wenn man bei McDonald's ist. Es gibt diese Beispiele, habe ich auch schon selber gesehen, dass Leute direkt nach dem Way-In zu Burger King gegangen sind oder sich in Twix reingehauen haben.
Das gibt es natürlich auch. Aber wenn du ein Gewicht bringen musst, dann musst du die Wochen davor schon ein bisschen mehr auf die Ernährung achten. Also die meisten Camper auf einem hohen Niveau essen schon mehr oder weniger clean. Außerhalb des Camps?
Ja, dann würde ich sagen 80% eher unclean. Wenn du ein-, zweimal im Jahr campst, hast du zwei bis vier Monate Camp im Jahr. Ja, das stimmt. Und dann sind es halt doch wieder.
Der interessante Punkt ist ja, die bringen ja trotzdem Leistung. Na klar. Es ist ja nicht so. Natürlich, ich bin auch ein großer Befürworter einer optimalen Ernährung.
Die Frage ist, inwieweit ist sie tatsächlich notwendig für hohe Leistungsfähigkeit? Vor allem auf hohem Niveau. Was jetzt kein Pro ist für Fastfood, das ist definitiv nicht der Fall. Aber es funktioniert.
Entzündungen und Omega-Fettsäuren
Das Problem ist natürlich, Leistungsfähigkeit ist eine Sache. Regeneration, Gesundheit ist eine andere. Und Fast Food, Leistungsfähigkeit, es funktioniert, das ist Fakt. Es gibt genug Beispiele, die einen Großteil des Jahres von Fast Food leben.
Sie ab und an mal in welchen Zusammenreisen, klar. Aber wo Pizza, Cookies, Eiscreme, Burger und so weiter und oftmals auch nicht von bester Qualität ein wichtiger Bestandteil ist, was faktisch einen negativen Effekt hat auf, also einfaches Beispiel, raffinierte Pflanzenöle, wenn du Pommes isst, das sind Pflanzenöle frittiert, wenn du Fleisch isst, das gebraten wurde, das wird in Pflanzenöl gebraten, oder du hast Fleisch, das eine unglückliche Fettsäurezusammensetzung hat, weil es einfach minderwertige Qualität ist, dann hast du relativ viel Omega-6-Fettsäuren. Omega-3-Fischöl, Omega-3 kennt jeder, Omega-6 ist der Gegenspieler, wenn man es ganz einfach macht, Omega-6 erhöht Entzündung.
Wir brauchen Omega-6. Omega-6 ist nicht grundsätzlich schlecht. Wenn wir doch ein Überangebot an Omega-6 haben, haben wir ein Problem mit Entzündungsmanagement. Das heißt, wir haben zu lang, zu hohe Entzündungslevel.
Wenn ich mich jetzt konstant nur von Cheetos, 7-Eleven, Hot Dogs, Taco Bell und so weiter... ernähre, dann habe ich einen relativ hohen Omega-6-Konsum und ich habe einen relativ kleinen Omega-3-Konsum. Denn gerade Omega-3, wir haben definitiv ein paar Nüsse, wo ein bisschen was drin ist, wir haben Fisch oder wir haben auch grasgeführteres Rind. Nichts von den drei ist Teil von Fastfood. Und selbst wenn wir über Nüsse und Fastfood reden, Snickers, Snickers sind reich an Erdnüssen, Erdnüsse sind keine Nüsse und Erdnüsse sind reich an Omega-6.
Das heißt, du hast relativ viel Omega-6, das ist suboptimal für Entzündungsmanagement. Das heißt, nicht nur der Stressor, ob es jetzt American Football ist, zwei Jungs rennen gegeneinander oder das Stressor, ich werde in den Kopf gekickt oder ich kriege mit dem Handschuh eine, sondern natürlich auch noch der Faktor, wie ist Schlaf und auch da wieder, du kennst genug Leistungssportler, wie viele Leistungssportler würdest du sagen, schlafen sehr, sehr gut? Wie viele gehen sehr spät ins Bett? Also bei den Kämpfern ist es auf jeden Fall, die meisten gehen sehr spät ins Bett und stehen halt auch spät auf.
Und dann die Ernährung und so weiter. Es sind viele Faktoren. Klar, das Hirntrauma ist ein Faktor. Man kann es vermeiden, indem man so etwas macht, so objektive Tests, so Hirntests, Reaktionstests oder auch so Hirnscans, um zu gucken, um besser zu koordinieren, wie viele Einheiten kann ich machen.
Wenn ich jetzt, das ist vor kurzem auch passiert, dass ein Boxsalesmeister wohl samstags geboxt hat und donnerstags das letzte Mal hartes Sparring gemacht hat und dann ihm diese harten Sparringseinheit K.O. ging, was natürlich nicht gut ist für samstags. Das Hirn erholt sich nicht so schnell. Dann aber natürlich gepaart mit, was macht meine Ernährung? Was macht mein Schlaf?
Mikronährstoffdefizite, sowas wie der Midee. Und Nervensystem sind relativ gut erforscht. Mit der Midee grundsätzlich produzierst du selber, wenn du in der Sonne bist. Aber gerade hier in Deutschland, sobald der Monat ein R hat, von September bis April ist nichts mit Sonne.
Wenn du die Möglichkeit hast, so wie du, nächste Woche fliegst du nach Miami für einen Monat Training, da gibt es Sonne. Aber die absolute Mehrheit derer trainieren, wie viel Sonne hast du. Es gibt verschiedene Faktoren, die die Regeneration beeinflussen. Aus meiner Sicht Ziel muss sein, die so weit es geht zu optimieren und dann natürlich sowas wie im Endeffekt wiederholtes Hirntrauma zu verringern, indem man ein bisschen intelligenter trainiert.
Was aber in meinem Arsch schon relativ gut gemacht wird, es ist ja nicht so dass man einfach okay wir k jetzt einfach f Tage die Woche f f Minuten und volles Brett sondern das ist ja schon
Die Entwicklung der MMA-Trainingskultur
Mittlerweile sag ich mal geht der Trend dazu dass es sehr viel vern geworden ist aber in den Dark Ages wo ich halt noch angefangen habe sah die Sache halt ein bisschen anders aus Die Jungs, die halt in den Käfig gegangen sind, waren halt Tough Guys und die sich halt einfach auch im Training gekloppt haben. Und wenn ich halt überlege, so an meine Trainingsreisen von vor 15 Jahren nach Polen und sowas, wie wir uns dort auf die Schnauze gehauen haben, das war teilweise heftiger als in jedem Fight. Und das ist natürlich als junger Kerl, wenn du das halt so vorgelebt bekommst vor deinen Vorbildern, machst du das halt eben auch.
Aber Gott sei Dank ist jetzt die Entwicklung so, dass man halt jetzt mittlerweile weiß, das ist nicht gut. Und es ist halt auch nicht gut. Und du brauchst eine gewisse Härte, natürlich. Wenn du den ersten harten Schlag deines Lebens im Kampf bekommst, dann wirst du davon überrascht sein, das wird dir nicht gefallen.
Wenn du das halt durchs Training schon gewohnt bist, dann hat das einen Vorteil im Kampf, aber ab einem gewissen Niveau brauchst du halt dieses, jeder ist hart, jeder weiß wie es ist einen Schlag zu fressen. Und dann ist es viel, viel schlauer, den Kopf zu schützen, möglichst gar keine Treffer oder kaum Treffer mehr zu bekommen. Und einfach ein bisschen lockerer, ein bisschen technischer machen, hat man dann über die lange Sicht sehr viel mehr davon. So lange wie du jetzt schon dabei bist, vor über 15 Jahren, wie lange ist es genau her, dass dein erster Kampf war?
Mit 16, jetzt werde ich 33, also sagen wir mal 16 Jahre kämpfe ich schon. 16 Jahre, das heißt, du hast auch viele verschiedene Generationen und Kämpfe gesehen. In Anfangszeiten hast du noch in Ostdeutschland in irgendwelchen Casinos auf einer MMA-Gala oder Fight-Gala gekämpft. Jetzt reden wir darüber, dass in naher Zukunft mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit MMA olympisch wird. Vor 17 Jahren war der, der zum MMA gegangen ist oder Cage-Fighting gemacht hat oder Free-Fight.
Das waren die Jungs, die Fighter, die wollten sich kloppen. Jetzt hat sich das ein bisschen verändert. Es ist mehr Sport geworden. Was beobachtest du aus der Sicht des Mindset?
Welche verschiedenen Typen an Sportlern oder Mann und Frau sind da jetzt angezogen?
Vier Archetypen von MMA-Kämpfern
Also seit der Sport auf dieser großen Bühne ist, was heißt, die Kampfgagen sind besser, es gibt mehr Fans, mehr Aufmerksamkeit, hat es nat sehr viele bessere Athleten in diesen Sport reingezogen sag ich mal Fr waren einfach alle nur Fighter Tough Guys Und jetzt hast du halt auch Leute die vielleicht Football geworden w oder Basketballer oder Baseball-Spieler, die dann sagen, nee, MMA ist jetzt halt wirklich eine gute Alternative, da wird halt gut bezahlt, es hat eine vernünftige Struktur. Also es hat sehr viel bessere Athleten in den Sport gespielt, wie, sag ich mal, noch vor 10, 15 Jahren. und wenn du, sag ich mal, das jetzt unterteilen willst in unterschiedliche, sag ich mal, Charaktere und Typen, dann hast du halt, würde ich mal sagen, den Fighter, Tough Guy, könnte man jetzt zum Beispiel sagen Nick Diaz oder Nate Diaz, die sind so die typischen Kämpfer, auch wenn man ihren Körper ansieht, die sind nicht sonderlich muskulös, man könnte auch sagen so ein bisschen skinny fat, so ein leichtes Bäuchlein, sehen halt nicht wirklich aus wie Sportler, aber sind einfach Kämpfer, sind harte Jungs, natürlich auch technisch hervorragend, keine Frage.
Das ist so ein Beispiel, dann hast du den klassischen Athlet, der jetzt vielleicht dieses Kämpfen und diese Aggression nicht in dieser Form in sich drin hat, aber der einfach physisch tipptopp vorbereitet ist und einem Kämpfertypen körperlich wahrscheinlich überlegen ist. Heißt aber nicht, dass er gegen ihn gewinnen würde, weil beim Kämpfen kommt es eben auch auf viele andere Sachen an, nicht nur auf die Athletik. und der dritte, würde ich sagen, ist so dieser klassische Martial Artist, wie man sich so einen klassischen, sag ich mal, Karateka vorstellt, der Respekt zu seinem Sensei hat, der, sag ich mal, sagte, der Weg ist das Ziel, der das Ganze halt auch eben so, sag ich mal, aus dieser Perspektive sieht, da könnte man sagen, bestes Beispiel ist George St.
Pierre, immer freundlich, immer respektvoll, immer ein, sag ich mal, ein Student of the Game, also ein Schüler des Spiels immer bestrebt, besser zu werden. Und das ist halt alles, ohne Leute zu beschimpfen, ohne Trash-Talk zu machen, immer sehr höflich, respektvoll. Da könnte man sagen, das ist so der klassische Martial Artist. Das sind so, sage ich mal, die drei Extremformen, aber die meisten Kämpfer sind so eine Mischung aus diesen drei Sachen.
Oder fällt dir noch ein weiterer Typ ein? Die drei, der Techniker, der Martial Artist, der Körperliche, der Fighter und dann der Bewegungsbegeisterte, der Athlet. Und vielleicht noch als Viertens so der Competitor, der wächst mit dem Wettkampf. Das ist eigentlich das Gegenteil von dem Drinks-Weltmeister, der eigentlich keinen Bock auf Training hat, aber dann je n der Kampf r desto mehr Bestleistung im Kampf abrufen kann Vielleicht in der UFC so jemand wie John Jones der dann halt doch irgendwie auf hohem Niveau das Ding dann halt doch immer noch irgendwie hinbiegt Während andere brechen und dann unglückliche Fehler machen, ist er definitiv so einer, der dann halt irgendwie doch, selbst wenn es mal für einen Moment nicht so läuft, das Ding dann doch nochmal hinbiegt.
Aber dann auch wieder, ich denke auch, die vier und dann ist noch eine Mischform. So wie Jean-Pierre, Martial Artist, war wahrscheinlich einer der ersten großen Athleten. Natürlich. Die beiden, der dann halt diese Bewegungsbegeisterung reingebracht hat.
Und dann so jemand wie Diaz, das ist auch ein ganz großer Fighter. Wurde Nick Diaz schon mal körgeschlagen? Nate Diaz einmal mit Headkick und dann Ground and Pound. Aber ansonsten Nick Diaz auch nicht, dass ich wüsste. so Jungs, die natürlich dann mächtig einstecken.
Nicht klein zu kriegen sind. Immer noch weiter nach vorne gehen und sowas. Der Rugby-Spieler unter den Kämpfern. Kopf runter, wir gehen drauf.
Aber dann natürlich auch eine große Begeisterung haben für den Martial-Arts-Teil. Beide technisch sehr gute Boxer. Hervorragendes Grappling, also Schwarzkurte im Jiu-Jitsu und sowas. Und das ist natürlich, ich meine, einfach nur ein taffer Typ zu sein und eine Kämpfermentalität zu haben, da kommst du nicht in die UFC.
Also natürlich, die Grundlage ist eine gute Technik, eine gute Physis, ein gutes Mindset. Also wir sprechen hier vom höchsten Niveau. Aber klar, jeder ist halt vom Stil her, sag ich mal, ein bisschen anders. Aber die Entwicklung scheidet voran.
Die Kämpfer werden halt immer besser. Vor allen Dingen, weil sie athletisch sehr viel besser geworden sind.
Der Fall Greg Hardy und reine Athletik
Wenn wir die vier Typen nehmen, aus meiner Sicht, wenn man das jetzt so beobachtet, bin ich bei Weidem nicht so lange dabei, als Fan, wie du selbst, als Fan und Aktiver. Aber gerade in den letzten Jahren, wenn wir so jemand nehmen wie den ehemaligen NFL-Spieler Greg Hardy, der natürlich jetzt nicht klassischerweise Kampfsport macht, aber vor allem für sein Gewicht. Er macht Gewicht auf 120 Kilo, das heißt, er läuft rum mit irgendwo... 130, 135, so was. 130, 135 Kilo, wo man eigentlich denkt, ist er schwer, ist langsam. Und dann guckt man sich mal genau an, er hat NFL gespielt.
Er ist schwer, er ist explosiv, aber er wiegt sich wie eine Katze. Das heißt, er hat natürlich bei weitem nicht diesen Martial-Arts-Background, ist nicht der ausgebildete, technisch begeisterte Kämpfer, aber er ist einfach der Athlet. Er kann sich bewegen und hat es bisher jetzt schon relativ weit gebracht. Also im Effekt eine Wirkliche Niederlage, einmal wurde er unglücklich disqualifiziert und jetzt den letzten Kampf hat er dann relativ knapp und unspektakulär nach Punkten verloren.
Aber er hat fünf Kämpfe dieses Jahr gemacht und er macht den Sport noch nicht so lange. Er hat 2016 angefangen zu trainieren und zu kämpfen und ich war zu der Zeit, als er angefangen hat, war ich auch im ATT. Wir haben im gleichen, sag ich mal, Gebäudekomplex gewohnt und das war verbunden mit einem riesigen Skandal, weil er hat irgendwie seine Freundin vermöbelt oder irgendwie sowas. Ich habe das nicht genau verfolgt, aber er wurde aus der NFL gekickt wegen Domestic Violence. dann ist ein bisschen Gas drüber gewachsen und hat die UFC halt gesagt, komm, bei uns darfst du halt trotzdem mitmachen, ja auch irgendwie witzig, naja egal, auf jeden Fall ist er dann zum ATT gewechselt und hat halt angefangen MMA zu lernen und das war 2016 und jetzt sind wir 2019 und hat dieses Jahr 5 Kämpfe in der UFC gemacht also da sieht man halt auch einfach in wie wenig Zeit er halt eben gut genug geworden ist, um halt in der UFC mitzukämpfen.
Natürlich ist er nicht der beste Kämpfer der Welt, keine Frage. Aber allein dieser athletische Background, dann noch ein paar Werkzeuge, technische Werkzeuge, zwei, drei Jahre Training, hat gereicht, um mit auf dem obersten Niveau zu kämpfen.
Trainingslager im American Top Team (ATT)
Super. Du bist ja jetzt auch auf dem Weg, nächste Woche, bis noch eine Woche hier, nächsten Donnerstag, ATT Miami für einen Monat. Genau. Bis Weihnachten.
Da voller Fokus auf Training. Ja, so ist es. Also, ich habe das ja auch schon im letzten Podcast so ein bisschen angesprochen. Ich drehe hier mittlerweile so ein großes Rad, dass es für mich immer schwieriger wird, mich auf meinen eigentlichen Sport zu konzentrieren.
Vor allen Dingen, mein Sport ist halt auch mein Business. Also wenn ich ins Gym gehe, bin ich dann nicht nur Sportler, sondern ich bin auch Inhaber. Ich bin Trainer, ich bin Chef und Ansprechpartner für alle. Also bis ich erstmal, sage ich mal, von der Eingangstür auf die Matte gehe, habe ich schon mal irgendwie 20 Fragen beantwortet.
Und es ist auch alles schön und ich liebe das. Aber wenn du irgendwie einen Monat vor dem Kampf bist, dann hast du da einfach keinen Bock drauf. Du willst reingehen, du willst dein Workout machen, du willst halt wieder rausgehen. Und sag ich mal, für mich wird es zunehmend schwerer, das alles unter den Hut zu bringen.
Und deshalb ist jetzt auch die Entscheidung gefallen. Ich muss meinen letzten Kampf absagen, weil ich es nicht eben geschafft habe. Ich habe mich verletzt, ich war krank. Ich muss eine Ver vornehmen Und ich bin ja schon immer gerne gereist und in unterschiedliche Teams gefahren aber jetzt werde ich halt tats die n Wettkampfvorbereitung auf meinen anstehenden Kampf im M in London werde ich halt nicht zu Hause machen.
Also stellenweise werde ich zu Hause sein, aber ich gehe jetzt erstmal einen Monat dahin, um schon mal, sag ich mal, die Grundlagen zu setzen. Dann komme ich über Weihnachten nach Hause, Weihnachten werde ich mit meiner Familie verbringen, dann machen wir vielleicht im Januar noch eine Woche Urlaub und dann gehe ich halt direkt wieder zurück und werde halt irgendwie zwei, zweieinhalb Monate da bleiben und dann halt unmittelbar vor dem Kampf zurückkommen, um dann ein bisschen ein Jetlag zu überwinden, sich wieder ans Klima zu gewöhnen. Und dann mache ich den Fight so, dass ich wirklich nur mal zwei Monate, zweieinhalb Monate mich nur auf den Kampf, nur aufs Training fokussieren kann.
Das habe ich leider viele Jahre nicht mehr machen können. Und dadurch erhoffe ich mir halt nochmal einfach einen guten Impuls nach vorne, im Rücken das beste Team der Welt, American Top Team. Ich denke mal, mit diesem Setup, wenn alles gut läuft, wenn ich gesund und fit bleibe, kann ich jetzt nochmal die Spitze angreifen. Das heißt warmes Wetter auf jeden Fall, dann ein sehr, sehr hohes Niveau an Trainingspartnern.
Gute Trainer, die besten Trainer der Welt. Strategen. Gute Strategen und einfach ein relaxtes Umfeld. Ich muss mir keine Gedanken machen über irgendwelche Kündigungen, über irgendwelche Briefe.
Keiner wird mich da anrufen bzw. ich habe mein Handy aus und ich kann mich einfach nur auf das fokussieren, worauf es jetzt ankommt und es ist jeden Tag besser werden und fit für den Kampf werden. Und das fühlt sich schon fast an wie Urlaub, muss ich sagen, weil sonst mache ich das wie so nebenbei. Hast du dich schon mal mit anderen UFC-Kämpfern zum Thema Mentaltraining unterhalten und war da irgendwas dabei, wo du gesagt hast, oh interessant oder was er macht, das ist ein bisschen crazy? Also zum Beispiel mit einer meiner besten Freunde, Krüche Giotko, ist auch langjähriger UFC-Kämpfer, Top-Mittelgewicht, ist in der Top-15 in der Weltrangliste, der hat auch einen Mentalcoach und der hat ihn lustigerweise noch niemals getroffen.
Und ich finde halt so irgendwie, wenn du mit jemandem über deine Gefühle und deine Probleme sprichst, gehört ja schon auch, sage ich mal, so eine gewisse persönliche Beziehungsebene dazu. Und er hat diesen Typen halt nie getroffen und skypt halt ab und zu mal mit ihm. Und es funktioniert halt trotzdem wunderbar. Das finde ich schon ein bisschen kurios.
Also das wei ich nicht ob ich da dann so ein Vertrauensverh zu diesem Trainer aufbauen k Wo sitzt dein Mentaltrainer Der ist auch Ami der ist in Denver oder so und J ist in Florida Haben sich halt wie gesagt noch nie gesehen Ich habe mir halt ein paar Mal zugeh was sie da so besprechen in ihren Sitzungen Läuft ganz ähnlich ab, halt eben wie meine. Aber wie gesagt, einfach die Tatsache, dass sie sich nie gesehen haben, finde ich schon ein bisschen kurios.
Konditionierung und Verankerung positiver Emotionen
Sind da irgendwelche Übungen dabei oder ist es ein reines Gespräch? Also was sowohl ich als auch Jotko immer wieder quasi mit aufbekommen, sind so ein bisschen Hausaufgaben. Dass man zum Beispiel irgendwas auf Tonband aufspricht und sich das danach abhört. Oder dass man unterschiedliche Sachen, Notizen sich macht, sich Sachen aufschreibt und die dann immer wieder durchliest, wiederholt und ergänzt und sowas.
Also es ist nicht nur Sprechen, sondern solche Sachen werden da halt eben auch gemacht. Aber auch eine interessante Sache, die mir auch ein bisschen geholfen hat, sind so Sachen wie Gesichtszüge. Dass wenn du zum Beispiel, sagen wir mal, du wirst müde und du veränderst dein Gesicht, du ziehst die Mundwinkel nach unten und zeigst nach außen hin Entschlossenheit. Dieses Gefühl überträgt sich auch irgendwie nach innen.
Oder zum Beispiel Lächeln, dass du einfach lächelst. es gibt, also nach außen hin wirkst du fröhlich, aber auch nach innen hin verändert das irgendwas und das ist zum Beispiel auch eine Sache, die ich beim Mentaltraining gelernt habe dass ich auch anwende und halt auch merke dass es halt auch wirklich funktioniert so wenn ich merke, ich muss mir jetzt in den Arsch treten nächste Aktion muss kommen, dann gehen die Mundwinkel nach unten und schon habe ich nochmal ein paar Prozent mehr die ich rausholen kann oder eine andere Sache, die ich halt mache wenn ich positive Erlebnisse habe dann probiere ich die mit einer gewissen Geste abzuspeichern.
Also jetzt als Beispiel einfach die Faust hochheben. Das ist so ein Klassiker. Es passiert irgendwas Gutes. Ich habe im Training eine gute Einheit gehabt, habe jemanden gut besiegt im Sparring.
Und dann mache ich ja, ja. Und dann speicherst du es ab. Und in schwierigen Momenten kannst du mit dieser gleichen Geste dann wieder ähnliche Emotionen quasi rausholen. Aber das ist natürlich auch ein Training.
Das funktioniert, wenn ich jetzt nicht einfach zu dir sage, mach mal den hier und dann passt es. Funktioniert halt auch nicht. man muss es sozusagen programmieren und da gibt es unterschiedliche tools oder beispielsweise ein kampfschrei wenn du sowas willst dass du sagst jetzt geht es los und dann lässt es nochmal irgendwie alles raus das kann dann auch noch mal kraft entfesseln um einige beispiele zu nennen also im endeffekt du konzern konditionierst dich in dem sinn dass du versuchst gewisse Zust oder gewisse Szenarien abzuspeichern zu wiederholen und das dann im Kampf abrufen zu können. Du bist immer so gut in die Sachen schnell zusammenfassen und einfach ausdrücken.
Das kann ich nicht so gut. Das ist ein guter Punkt. Im Endeffekt, nicht nur körperlich in Form von Sparring, sondern auch mental den Kampf zu simulieren, um dich möglichst früh in dieses Szenario zu versetzen, wo du nur in Shorts begleitet, in einem geschlossenen Oktagon einer Person gegenüber stehst und im Endeffekt es so lange geht, bis es vorbei ist, bis einer bewusstlos ist oder bis einer aufgibt und da quasi dieses mentale Umfeld vorab schon zu schaffen, um sich in dem mentalen Umfeld zurechtzufühlen. Was schätzt du, Wie viele Kampfsportler auf hohem Niveau, in deinem Fall UFC, arbeiten mit einem Mentaltrainer oder machen aktiv irgendeine Form von Mentaltraining?
Also es werden immer mehr, glaube ich. Wie gesagt, viele sprechen halt einfach auch nicht darüber, weil es ein bisschen so ein heikles Thema ist. Immer mehr. Früher würde ich sagen, fast keine.
Habe ich fast niemanden gekannt. Aber jetzt, wo sich das halt professionalisiert und die Leute halt erkannt haben, dass dieser mentale Aspekt halt eben einfach auch wichtig ist und dass man da halt auch in gewisser Weise was machen kann. Ich gebe dir recht, was du gesagt hast, es ist sehr, sehr schwierig, viel schwieriger, sag ich mal, als ein Bizeps zu trainieren oder eine Kampftechnik, aber es ist halt möglich und ich denke mal, das haben die Leute erkannt und auch grundsätzlich in der Gesellschaft ist ja so ein, sag ich mal, Selbstoptimierungstrend und das passiert natürlich auch im MMA und dieser Selbstoptimierungstrend ist ja nicht nur rein aufs Körperliche, sondern eben auch eben aufs Geistige und ich würde sagen, so schätzungsweise ein Drittel der Kämpfer holen sich Hilfe, würde ich sagen. und natürlich, wenn du halt auch mehr, sag ich mal, Geld hast und mehr Möglichkeiten hast, auf gute Leute zuzugreifen, dann halt eben noch mehr.
Und es gibt halt auch, sag ich mal, Teams, professionelle Teams, die einfach wie so einen Teamsportpsychologen haben, der dann halt einfach einmal die Woche vorbeikommt und jeder kann sich dann halt mal mit dem hinsetzen. Sowas habe ich auch schon gesehen, dass es halt eine richtige Struktur in einem Gym gibt, wo sowas angeboten wird. Ich habe sowas bei mir im Gym auch gemacht, natürlich in ein bisschen abgeschwächter Form. Ich habe einen Sportpsychologie-Studenten gehabt, der bei mir ein Praktikum gemacht hat und dann auch über eine gewisse Zeit einige von meinen Kämpfern betreut hat.
Und ich habe halt auch bei einigen Zeiten gar nichts gebracht. haben sich auch nicht so wirklich darauf eingelassen oder hatten halt einfach keinen Bock drauf. Und bei anderen hast du halt gesehen, dass es einen spürbar positiven Effekt gehabt hat. Was ich auch sehe bei den Kunden, die ich sehe, ist ja nur ein kleiner Teil des Leistungssportes. 90 Prozent von denen, die zu mir kommen, ist ja im Endeffekt so General Population, so der reguläre Trainierende, der reguläre Ziel hat, psychologische Komponente. es ist schwierig bis unmöglich zu verbessern, wenn du nicht erkennst, dass du dich verbessern musst oder willst.
Wenn jemand sagt, mach ich mal, aber brauche ich eigentlich nicht. Braucht man eigentlich nicht. Passt doch alles. Es ist da fast schwierig bis unmöglich, dass was passiert.
Auch jetzt unabhängig vom Leistungssport. Einfach nur die Herangehensweise eines regulären Training und die reguläre Ernährung, wenn da jemand, auch das wurde sehr gut untersucht, wenn jemand so mit einer Einstellung ins Training hat, dass das funktioniert, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es funktioniert, deutlich höher, als wenn jemand ins Studio geht und sagt, das wird eh nichts. Oder auch mit Kampfsportlern auf oberen Niveau wahrscheinlich sehr selten, aber auf unteren Niveau passiert mit Sicherheit öfter, dass jemand schon in den Kampf geht und denkt, oh, das verliere ich. Ja, natürlich.
Was dann wahrscheinlich so passieren wird. Recht schwierig wird. Was sagst du? Dieses Mentalcoach-Thema, ist es was, das grundsätzlich die meisten schon ohne einen bestimmten Einschnitt oder ein bestimmtes Event oder bestimmte Notwendigkeit herziehen, ist es schon so was, das jetzt quasi normal ist.
Das ist ein Großteil derer oder ein Drittel, was ja schon sehr, sehr viel ist, für was vor 15 Jahren war es null. Vor 15 Jahren Mentalcoach, MMA oder Free Fight. Gab es gar nicht. aus seiner Sicht ist es etwas, das in zehn Jahren normal ist, normal im Sinne von, dass 75, vielleicht sogar 90 Prozent aller MMA-Kämpfer jemand haben. Ich würde sagen, ja.
Ich beobachte das ja auch hier in der nationalen Szene, dass das halt einfach schon mehr und mehr ein Thema ist und auch immer wieder Leute zu mir kommen, weil ich halt schon in der Vergangenheit offen über dieses Thema gesprochen habe und viele kommen zu mir und holen sich halt Ratschläge. Und ich glaube, ja, also ich denke mal, der prozentuelle Anteil von MMA die sich in diesem Bereich Hilfe holen ist auf jeden Fall gr als bei Normalos weil ja jemand der MMA macht schon jemand ist der ambitioniert ist der probiert sich zu verbessern und der diesen Leistungsgedanke hat Und der mentale Aspekt spielt beim Kämpfen einfach auch eine sehr, sehr große Rolle.
Natürlich in jedem Sport, aber ich denke mal beim Kämpfen eben halt nochmal ein bisschen mehr. Man ist halt in diesem Cage und man kämpft gegeneinander. Ist halt nochmal eine andere Situation, wie wenn ich gegen jemanden halt laufe. Da wird keine Gewalt angewendet und so weiter.
Also, sag ich mal, ist dieser mentale Aspekt nochmal ein bisschen wichtiger. Und viele Leute, die halt dann einfach Erfahrung sammeln im Ring, ihre ersten Fights machen, egal jetzt auf welcher Ebene, merken dann ja auch, dass sie vielleicht negative Emotionen spüren oder Angst haben und so weiter und dass sich da halt irgendwie was tut und dass sie halt auch merken, das muss halt in Zukunft besser gemacht werden und sich da eben die Hilfe holen. Und wenn es halt links und rechts eben auch passiert, denke ich halt schon, dass der Trend eben auch so weitergehen wird und es halt mehr und mehr Kämpfer geben wird, die davon profitieren und die das halt auch nutzen werden.
Lernen aus Niederlagen: Der Lebertritt in Australien
Aus der Sicht des Mindsets und gerade im Leistungssport, wenn ich mit anderen Sportlern darüber rede, ein Punkt der mir immer so ein bisschen, gewinnen ist einfach, verlieren ist es nicht. Gewinnen zu lernen, das geht recht simpel und einfach. Verlieren zu lernen ist der deutlich wichtigere und größere Schritt, denn jeder, egal, selbst wenn du ungeschlagen bist, gerade im Kampfsport, es gibt zwar ein paar Ausnahmen, die 18, 20 oder in Boxen, Mayweather, 50 Kämpfe, ungeschlagen. Der ist quasi im Wettkampf ungeschlagen, hat aber schon kleine Niederlagen im Wettkampf und natürlich viele Niederlagen im Training eingesteckt.
Du hast da vor ein paar Wochen auf Instagram einen sehr, sehr guten Post zu dem Thema Niederlage und aus meiner Sicht definitiv zum Thema Niederlage und Mindset gemacht, was dein Kampf damals in Australien. 56.000 Zuschauer, eines der größten UFC-Events ever. Und im Endeffekt, ja, du hast sehr unglücklich verloren. Im Endeffekt, was passiert ist, dass ein Kick von gerade vorne direkt unter die unterste Rippe mit dem Fußballen... Also direkt auf die Leber, ja.
Und es war in dem Moment, wo wo ich mit dem Jab reingegangen bin. Ich bin ja Linkshänder, also heißt meine rechte Hand ist vorne und auch meine Leber ist vorne und ich gehe rein mit dem Jab und im glitzegleichen Moment bringt er halt den Frontkick. Ich bin komplett offen, die Muskulatur ist nicht angespannt, die Zehen bohren sich halt in die Leber und 56 Austreiber werden Zeuge davon wie ich K auf dem Boden liege Also war einer der beschissensten Momente der Karriere Aber, wie ich es eben auch in diesem Posting gesagt habe, wichtig ist, daraus zu lernen. Und das sagt halt auch mein Trainer immer, you either win or you learn.
Und bei uns ist es ja ganz einfach, wenn du die Kampfstatistik anguckst, siehst du halt entweder ein W für win oder ein L für lose. Aber Dean sagt halt immer, das ist nicht L für lose, sondern das ist L für learn. Und darum geht es. Und es ist halt auch, wie du sagst, wenn du gewinnst, ist alles cool.
Du gehst nach Hause, die Sonne scheint dir ein, zwei Wochen aus dem Arsch. Du bist zufrieden. Jaja, gut, vielleicht hätte ich da eine kleine Verbesserung machen sollen. Aber im Prinzip läuft alles mehr oder weniger so weiter, wie es da vorgelaufen ist.
Wieso sollte man was ändern? Es läuft ja. Aber wenn man halt verliert, wenn man auf dem Boden liegt, dann fängt man an, sich Gedanken zu machen. Wieso ist das passiert?
Was muss sich verändern? Und ja, da ist es halt auch die Kunst, die richtigen Veränderungen zu machen, weil man muss ja nicht gleich alles über den Haufen werfen, nur weil man jetzt einmal verloren hat, wenn man davor gute Leistungen gebracht hat. Aber da, sage ich mal, sich immer wieder in die richtige Route zu finden, das ist natürlich schon schwierig und auch schon eine große Herausforderung. Und man kann nicht perfekt sein.
Das ist halt auch, sage ich mal, das Schöne. Man entwickelt sich halt weiter und oftmals dachte ich schon, ja, jetzt bin ich halt an einem Punkt angekommen, wo es halt passt. Und dann merkst du halt doch wieder, nee, man muss halt wieder was verändern. Und das ist ja auch das Schöne.
Und in gewisser Weise ist es halt auch wirklich so, der Weg ist halt das Ziel. Es gibt nicht dieses ultimative Ziel, sondern dieser Weg des Kämpfers, des Martial Artists. Man sucht immer nach Perfektion und nach Verbesserung. Das ist ja auch das, was den Reiz ausmacht.
Was aus meiner Sicht die Niederlage oder das Verlieren zu lernen, ist im Endeffekt, was nehme ich mit, was mich besser macht, was an den Punkten deines Posts war. Und was du mir auch damals das erste Mal erzählt hast, war der Punkt, dass du quasi nach dem Kampf zum Gegner des Trainers gegangen bist und mit ihm quasi so geredet hast, okay, was war der Plan, um quasi zu verstehen, okay, was lief da gerade schief, was kann ich besser machen, was definitiv was ist, das auf die wenigsten Leistungssportler zutrifft. Was aus meiner Sicht auch so eins der Elemente von einem Mindset ist, das einen weiterbringt, ist okay, nicht nur so, okay, wie du gesagt hast, ich habe gewonnen also alles gut machen wir weiter sondern auch okay ich habe nicht gewonnen was lief schief was kann ich besser machen Und das ist halt ganz wichtig und da muss man halt auch ehrlich mit sich sein und ich beobachte das halt bei vielen, die das halt nicht gut machen, die sagen dann halt, ja, mein Gegner war bestimmt auf Stoff.
Ja, und so kann man sich das halt schönreden, ja, vielleicht war er auf Stoff, aber wenn du jetzt sagst, ich habe verloren, weil mein Gegner auf Stoff war, was zum Teufel willst du dann irgendwie mitnehmen und für die Zukunft halt irgendwie lernen? Und es ist natürlich immer einfacher, mit dem Finger auf den anderen zu zeigen oder halt sagen, mein Trainer war scheiße, der hat dem Ringgirl hinterher geschaut und nicht in den Ring geguckt und so weiter und habe ich schon alles gehört. Und das kann man sich halt einfach machen und mit dem Finger auf die anderen zeigen, aber man sollte halt immer den Fehler bei sich suchen, weil selbst wenn man halt sagt, ey, der Trainer war schuld, ist man letztendlich selber schuld, weil man selber hat sich ja den Trainer ausgesucht.
Also letztendlich fällt alles auf einen selber zurück und das ist halt das Wichtigste, dass man sich immer an die eigene Nase greift. Cool. Was auch ein gutes Schlusswort und eine gute Zusammenfassung vom Thema Mindset ist, quasi kontinuierliche, selbstkritische Selbstverbesserung und der Fokus quasi auf so einen ganzheitlichen, nicht nur einen körperlichen Aspekt trainieren, sondern auch über mentales Training, ein bisschen Szenario simulieren, um den Wettkampf etwas normaler zu machen.
Abschließende Gedanken: Das Gehirn als Muskel
Peter, abschließend, möchtest du noch den Zuhörern oder Zuschauern noch was zum Thema Mindset mitgeben? Ja, also, das sage ich auch immer zu meinen Schülern, die zu mir ins Gym kommen und es gibt auch sogar T-Shirts mit diesem Slogan, wo halt draufsteht, ja, für mich ist das Gehirn wichtiger als jeder Muskel. Kämpfe werden im Kopf entschieden, das ist definitiv so und ja, ich kann euch jetzt kein, sag ich mal, Guide geben, wie ihr mental stark werdet, aber alleine zu erkennen, dass es da Möglichkeiten gibt, um die Psyche, um den mentalen Aspekt zu trainieren, dass man da halt auch was machen kann, finde ich, das ist schon eine Erkenntnis, die hätte ich gerne ein bisschen früher gesammelt, also letztendlich, das Gehirn ist halt auch nur ein Muskel, oder ist auch ein Muskel, wie jeder andere auch, und das kann man halt auch trainieren, ist aber mit Sicherheit sehr viel schwerer, wie den Bizeps zu trainieren.
Cool. Peter, vielen Dank für den Einblick, Ich hoffe, jeden Zuhörer und Zuschauer war ein bisschen was dabei, um an dem eigenen Mindset zu fallen. Bis zum nächsten Mal. Nächsten Mal.
Bis zum nächsten Mal.