TWUP 7

TWUP 7 — UFC Jiu Jitsu mit Peter Sobotta

UFC-Veteran Peter Sobotta spricht über seine internationale Trainingserfahrung, den Umgang mit Verletzungen und den Aufbau seiner eigenen Organisation Nova FC. Der Fokus liegt auf der Professionalisierung des MMA-Sports und dem Vergleich weltweit führender Trainingssysteme wie dem American Top Team und John Danahers Blue Basement.

Kernpunkte

Einleitung und aktueller Verletzungsstatus

Ich bin Wolfgang Unzelt und willkommen zu meiner neuesten Episode des Podcasts. Gast heute Peter Sobotta, UFC-Veteran, Präsident von Nova FC, Brazilian Jiu-Jitsu Black Belt und der Mann hinter dem Planet Eater Gym. Peter ist UFC-Kämpfer, der UFC ist die Champions League des MMA. Peter hat mittlerweile Erfahrung in der UFC von gut zehn Jahren.

Vor zwei Wochen war UFC Kopenhagen, da hätte Peter eigentlich gekämpft. Leider hat er eine kleine Verletzung, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Peter, wie läuft dein Training? Also erstmal Servus an alle Zuhörer von Wolfgangs Podcast.

Schön, dass ich hier bin. Danke für die Einladung, Wolfgang. Also jetzt im Moment hat das Training ein bisschen geruht. Ich war ja in der Vorbereitung für meinen UFC-Kampf in Kopenhagen, nach langer Auszeit.

Ich habe über ein Jahr nicht gekämpft gehabt, weil einfach unterschiedliche private Dinge angefallen sind und ich auch eine Nackenverletzung hatte, einen gebrochenen Wirbel. Dementsprechend komme ich halt von der langen Auszeit, bin dann wieder ins Trainingscamp eingestiegen und lief an sich auch ganz gut, bis ungefähr einen Monat vor dem Kampf. Und dann ging so eine kleine Pechsträhne los. Also erstmal war ich krank, hatte ich Angina, hatte ich noch eine Ellenbogenentzündung, habe es dann immer wieder probiert auf die Matte zu schaffen, bin dann noch im Training, weil ich einfach in schlechter Form trainiert habe, noch auf die Bretter gegangen, also habe mir im Sparling eine richtig gute eingefangen, dass ich dann halt tagelang Kopfschmerzen hatte.

Ja und dann war halt irgendwann der Punkt gekommen, wo wir gesagt haben, ja lass uns probieren den Kampf zu verschieben, weil die Vorbereitung einfach in der heißen Phase nicht gut gelaufen ist und ich immer noch leicht angeschlagen bin nach den ganzen Wochen. Hat aber leider nicht geklappt, den Kampf zu verschieben. Unser Plan war, den Kampf auf die Fightcard in Moskau im November zu schieben, weil ich eigentlich gut im Training und gut in Form war und auch schon halt eben viel ins Trainingscamp investiert habe, gute Sparingspartner geholt habe, drei Wochen in den USA war, bei Rance & Gracie trainiert habe und halt auch wieder motiviert war und Bock hatte, zurückzukehren.

Aber das mit dem Verschieben hat halt leider nicht geklappt, weil die Fight Night in Moskau schon komplett ausgebucht ist. Da hatten sie keinen Platz mehr auf der Fight Card Und das n war mein urspr Gegner Alessio Wollte halt unbedingt in Kopenhagen k was ich an seiner Stelle auch gemacht h Ja klar also man bereitet sich ja auf diesen Kampf vor auf dieses Datum vor Die Fans reisen an, die haben sich wahrscheinlich schon Tickets geholt und sowas. Da möchte man halt auch sehr, sehr ungern den Kampf verschieben. Ich denke, das hätte geklappt, wenn es bei ihm auch nicht optimal gelaufen wäre.

War aber nicht der Fall. Deshalb hat er einen neuen Gegner bekommen und ich bekomme halt auch einen neuen Gegner. muss jetzt allerdings aber ein paar Monate noch warten. Das heißt, aktuell steht noch nichts fest, so Dezember, Januar, Februar die nächste freie Möglichkeit.

Herausforderungen im Trainingslager und Familienleben

Genau, also leider steht aktuell noch nichts fest. Ich finde es ja immer gut, wenn man quasi das Ziel vor den Augen hat und weiß, okay, dann und dann muss ich halt bereit sein, dann kann man sich einfach spezifisch auf ein Datum vorbereiten, das finde ich immer angenehm, wenn man halt weiß, wann genau der nächste Wettkampf eben ansteht. Aber jetzt im Moment ist die Situation so, dass ich erst am 18. Oktober wieder freigegeben bin, quasi zum Kämpfen.

Ich habe eine Schutzsperre bekommen, eben wegen diesem Knockdown im Training. Dann muss ich am 18. Oktober zum MRT, dann checken die mein Gehirn, machen einen Scan, wird aber alles gut sein, also davon gehe ich mal aus. Und dann bin ich wieder freigegeben zum Kämpfen und es heißt, dass sie mir ab dann einen Kampf suchen und die UFC plant in der Regel drei bis vier Monate voraus.

Und dann kann man da noch drei Monate dazu rechnen, also realistisch schätze ich Mal Januar, Februar, irgendwie sowas wird dann der nächste Kampf anstehen. Das heißt, habe ich jetzt wieder locker im Training? Ja, ich bin jetzt wieder eingestiegen und für mich war es wichtig, meine Schlüsse draus zu ziehen. Okay, wieso hat es jetzt nicht geklappt?

Was muss ich daraus lernen? Und ich habe für mich einfach beschlossen, dass ich für die nächste Vorbereitung zumindest mal in der heißen Phase, also heiß so ab sechs Wochen vor dem Kampf, muss ich einfach weg von zu Hause. Also das ist so ein bisschen mein Hauptproblem. Das ist ja eigentlich was Schönes, aber mein Hauptproblem ist, wenn ich in den Ring steige, nimmt es sehr viel Zeit in Anspruch, weil einfach die Vorbereitung passen muss, sehr viel Zeit ins Training laufen muss und ich habe einfach sehr viele andere Dinge um die Ohren.

Also ich mache zwei, drei Dinge gleichzeitig. Jetzt kann bei mir privat auch noch Nachwuchs, ich habe einen einjährigen Sohn, meine Frau ist schwanger, im März kommt halt das nächste Baby. Und es sind einfach, ich jongliere, ich habe manchmal das Gefühl, ich jongliere mit zehn Bällen, in der Luft und dann mache ich einen Fehler und dann fallen plötzlich alle runter. Neues Gym.

Neues Gym ein gro Gym jetzt mit 500 Mitgliedern Also einfach viel zu tun und durch dieses Volumen mir das halt einfach manchmal ein bisschen zu viel Darunter leidet auch mit Sicherheit mein Immunsystem Dann noch mein kleiner Sohn, die Bazzillenschleuder bringt ständig irgendwas mit nach Hause und so. Und damit mir das einfach nicht mehr passiert, werde ich in Zukunft einfach so in den letzten Wochen vor dem Kampf verreisen. Und ich hoffe, dass dadurch einfach sowas nicht mehr passiert.

Training im American Top Team (ATT)

Was Training unterwegs angeht, du hast ja gerade schon angesprochen, von allen Kämpfern, mit denen ich hier gearbeitet habe und die, die so ein bisschen kennen, bist du definitiv der, der in den letzten zehn Jahren mit Abstand am meisten gereist ist. Du hast es gerade schon erwähnt, du warst im August bei Hanzo Gracie in New York. Du gehst jetzt auch jetzt im November wieder zu Gracie in New York und dann auch zu American Top Team nach Florida, die ja gerade eine der, vielleicht sogar das erfolgreichste Team im MMA sind. Und Gracie ist definitiv mit Abstand aktuell das erfolgreichste Team im Grappling.

Was nimmst du da mit? Training unterwegs, hast du viel gemacht, viele Stationen gesehen. Aktuell sind deine beiden ersten Wahlorte Florida ATT und New York Hansel Gracie. Was sind so die Learnings, die du da mitnimmst?

Also grundsätzlich, ich bin schon immer viel gereist, weil es eben auch nötig ist. Ich komme ja aus Balingen, das ist ein kleines Städtchen in der schwäbischen Provinz. Da gab es kein MMA, bevor ich das halt nicht gemacht habe. Und irgendwo muss man sich ja dieses, sag ich mal, Know-how aneignen.

Und angefangen war als Teenager, wo ich einfach noch gar kein Geld hatte, einfach mit Büchern und DVDs und Seminaren. Und dann, als ich halt ein bisschen älter geworden bin, ein bisschen Geld in die Kasse gekommen ist durchs Kämpfen, habe ich das sofort quasi genommen und reinvestiert in mich selber, um mich als Kämpfer zu verbessern. und bei allen meinen Trainingsreisen war der Aspekt immer natürlich auf mein eigenes Training gelegt, aber ich habe mir auch die Gyms angeschaut, weil ich ja auch ein eigenes Gym habe und das jetzt auch schon seit acht Jahren mittlerweile. Also ich habe immer das aus zwei Perspektiven angeschaut.

Einmal als Kämpfer, was kann ich für mich als Kämpfer rausziehen, aber auch als, sage ich mal, Trainer und Gymbesitzer. Wie sind die Strukturen in dem Gym, wie läuft es ab, wie organisieren die ihr Wettkampfteam, wie funktioniert das Business und so weiter. Und da macht es natürlich am meisten Sinn, sich an den Besten zu orientieren. Also wenn ich schon in den Flieger steige und irgendwie 15 Stunden irgendwo hinfliege, dann m ich dahin wo es am besten ist und nicht da wo es am zweiten oder drittbesten ist Und was du halt eben angesprochen hast ATT ist vermutlich momentan das erfolgreichste MMA Und Renzo Gracie Gym in New York Head Coach John Denneher Eigentlich Head Coach Renzo Gracie, aber der ist da eher, wie soll man sagen, ein bisschen so wie der Papa, der kommt mal vorbei, quatscht ein bisschen mit den Leuten.

Man sieht ihn aber nicht so häufig auf der Matte. John Denneher ist, weshalb die meisten Leute da halt hinkommen, ist ein sehr guter und sehr erfolgreicher, auch sehr spezieller Trainer, der da einfach vermutlich das beste Nogi-Programm aller Zeiten auf die Beine gestellt hat, was halt eben die Ergebnisse zeigen. Und da gehe ich halt hin, da habe ich die besten Trainer, die es momentan gibt und auch die besten Sparingspartner, da lernt man viel und da kann man sich auch vergleichen mit den anderen und schauen, wo man ist. Das ist halt eben auch wichtig, weil bei mir im Gym, es ist eben nun mal so, ich bin da der Trainer, ich bin da auch gleichzeitig der beste Kämpfer und ich kann da trainieren, ich kann mich da fit halten, ich kann da auch an mir arbeiten, aber ich denke, im Kampfsport ist es wichtig, dass du immer wieder auch mit Leuten arbeitest und trainierst, die einfach nochmal besser sind als du, die dir auch mal in den Arsch treten und an denen kann man sich quasi ein bisschen raufziehen und quasi an dieses Niveau hochkommen.

Das Geschäftsmodell des ATT

Wenn wir MMA, Gym, ATT sprechen, du warst halt schon relativ häufig, wie oft warst du, fünf, sechs Mal? Im ATT? Ne, so häufig war ich nicht. Zwei, drei Mal.

Zwei, drei Mal? Ja. Jotko, ein guter Freund von dir, trainiert er dauerhaft. Ja.

Du hast einen relativ guten Einblick gehabt. Ja. Was würdest du sagen, was macht ATT zu so einem erfolgreichen Gym? Also, im ATT, das Ding beim ATT ist, das lässt sich nicht reproduzieren, weil das ist geschäftlich gesehen businessmäßig kein Erfolgskonzept.

Die schreiben keine schwarzen Zahlen, zumindest nicht mit dem Wettkämpfer-Team und mit dem Fight-Team. Hinter dem ATT steht Dan Lampert, das ist ein sehr reicher Immobilienmakler oder Anwalt oder irgendwie sowas. Und für den ist ATT, das ist sein Team, das kann man sagen, das ist mehr oder weniger sein Hobby. Ja, er ist reich, er hat viel Geld und er liebt MMA und er liebt Wrestling und er will einfach das beste Gym der Welt haben und von ihm ist es egal, ob er damit Gewinn oder Verlust macht.

Und das ATT hat sehr, sehr, sag ich mal, lukrative Angebote für die Profikämpfer. Die müssen dort für das Trainingscamp und für das Management in der Regel nur 5% bezahlen. Also die müssen 5% von ihrer Gage abgeben, was einfach sehr, sehr wenig ist. Das gibt es eigentlich nicht.

Also normalerweise allein fürs Management zahlt man 10%, dann nochmal fürs Trainingscamp 10%, manchmal auch mehr. Und ATT hat das quasi gebündelt und möchte dann nur 5% von den Kämpfern, was natürlich schon sehr viele anzieht, weil die einfach sagen, hier habe ich die besten Trainingspartner, die besten Trainingsmöglichkeiten, plus es kostet mich halt kaum Geld, ist ein unschlagbares Ding. und die haben sich halt eine gute Crew von Trainern aufgebaut und es hat halt Kämpfer aus aller Welt eingezogen. Also vor allen Dingen, es sind halt natürlich viele Amis, weil es in den USA ist, aber dann gibt es auch sehr viele Brasilianer, die halt da hinkommen und was da halt krass ist, ist einfach das Niveau beim Sparring, ist das höchste auf der Welt.

Also ich war noch nie in einem Gym, wo es mehr Sparingspartner in dieser Qualität gab, wie eben beim ATT. Was man auch dazu sagen muss ist, wenn ich mir jetzt sagen wir mal, ich nehme einen von meinen Amateuren, einen von meinen jungen Wettkämpfern 19, 20, die quasi noch lernen, die würde ich nicht unbedingt ins ATT schicken. Meiner Meinung nach ist das ATT das ideale Gym für Kämpfer, sag ich mal, die auf meinem Niveau sind. Also die schon, sag ich mal, oben sind, die schon kämpfen können, die können dahin gehen, um sich noch den letzten Schliff zu holen, gute Sparrings, nochmal unter den Auge von Head Coach Mike Brown oder sowas, die dann nochmal ein paar Tipps bekommen.

Aber dort quasi sich von 0 auf 100 aufzubauen, finde ich ist schwierig, weil es einfach so ein riesiges Gym ist mit so vielen Leuten und da geht man leicht unter bei der Menge von Superstars. Und deshalb mein Tipp, wenn jemand Interesse hat, ins ATT zu gehen, macht mehr Sinn, wenn man einfach schon auf einem höheren Niveau ist. Wenn man noch am Lernen ist, würde ich mir lieber ein kleineres Team suchen, wo einfach mehr Aufmerksamkeit dann auch auf die Amateure oder Anfänger gelegt werden kann. Quasi eine Tuningwerkstatt.

Du brauchst ein gutes Auto zuerst und dann machst du das gute Auto noch ein klein bisschen besser in der Tuningwerkstatt. Im Prinzip ist es so. Also es gibt auch andere Beispiele. Es gibt auch Kämpfer, die beim ATT halt ihr Handwerk gelernt haben, aber das sind dann in der Regel Leute, die halt wirklich dort leben und dort jahrelang trainieren und dann da quasi aufgebaut werden und der Rest ist quasi eine seltene Truppe, wenn man so will.

Die kommen aus ihrer Heimat, bleiben da ein paar Wochen vor dem Kampf, machen ihren Fight und fahren halt wieder dann zurück.

John Danaher und das Blue Basement

und das andere Thema war Renzo Gracie Gym also wenn wir das Thema Jiu sprechen nicht MMA ist auch sehr interessant was da passiert weil also ich bin kein gro Fan von New York es ist einfach teuer es ist laut es stinkt und dreckig Ich fahre nur nach New York, wenn es unbedingt sein muss. Aber ich war jetzt halt da, um zu schauen, was in diesem Keller bei Rantzl Gracie, weil die trainieren halt tatsächlich in dem Keller, da ist es halt heiß, da ist es stickig, die Luft ist schlecht, es ist voll, es ist eng, es gibt nur irgendwie zwei Duschen für 100 Leute. Also man geht da rein und denkt so, ja, das sind jetzt nicht die besten Trainingsvoraussetzungen, aber in diesem Gym produzieren sie einfach die besten Grappler.

Und für mich war das halt interessant zu sehen, wie kann das halt sein, dass die das schaffen, in so kurzer Zeit die weltbesten Kämpfe aufzubauen. Naja, da war ich da und habe mich halt überzeugt, wieso und weshalb. Was waren da so die drei Dinge, was soll das so sagen, warum ist das Blue Basement, der blaue Keller und John Denneher, die in den letzten Jahren so schnell mit so viel Training in Relation, also Jiu-Jitsu vor ein paar Jahren war noch so eine Regel. Wenn du irgendwo Weltklasse werden willst, brauchst du irgendwo 15 Jahre Training.

Und die meisten, die Prime erreicht haben, waren Mitte 30, teilweise sogar Ende 30. Während John Denner hat einige Schüler, die nach fünf Jahren Weltmeister geworden sind, was vor fünf bis zehn Jahren undenkbar gewesen wäre, während im Endeffekt sein Ansatz dafür gesorgt hat, dass deutlich schnellere Fortschritte möglich sind. Was sind da aus deiner Sicht drei Dinge, wo du sagst, das macht eher anders, Und das sind der Hauptgründe, warum die Erfolge und Fortschritte so schnell sind und so groß sind.

Danahers systematischer Coaching-Ansatz

Also ich bin auch der Meinung gewesen, um wirklich gut im BJJ zu werden, braucht man sehr viele Jahre. Mindestens zehn Jahre von täglichem Training, um wirklich gut zu werden. Und wie du schon auch gesagt hast, die haben es bewiesen, dass es sehr viel schneller geht. Und ich denke, das hat unterschiedliche Gründe.

Zum einen ist es mit Sicherheit der Trainer John Denner. Ich sage mal, auf der persönlichen Ebene war er mir jetzt nicht unbedingt super sympathisch, er ist ein relativ stranger Typ, man darf so während dem Training auch keine Fragen stellen, was sehr sehr ungewöhnlich ist, weil es kommen halt wirklich Leute von aller Welt und manchmal hat man halt auch eine Frage und ich wurde halt gleich am Anfang darauf aufmerksam gemacht hey stell hier keine Fragen im Training weil der Letzte der das gemacht hat der ist nie wieder mehr hierher gekommen Und es ist mir halt auch aufgefallen dass wirklich tats niemand Fragen stellt w dem Training Am Ende kann man hingehen und dann vielleicht noch eine Frage stellen, wenn man zum Kernteam gehört.

Aber für mich, sage ich mal, als Gast, der da nur irgendwie zehn Tage war, ich konnte nicht zum Trainer gehen und ihm eine Frage stellen. Das ist dort ein No-Go. Finde ich strange. Ich bin selber Trainer und ich sage immer allen, wenn ihr eine Frage habt, schießt halt los.

Deshalb seid ihr ja hier. Also der erste Eindruck war ein bisschen negativ und ich dachte mir so, hä? Also komisch irgendwie. Aber dann von Tag zu Tag habe ich einfach besser verstanden, was hier passiert.

Oder was da passiert. John Denner hat eine sehr, sehr systematische Vorgehensweise, was das Unterrichten angeht. Also Beispiel, er geht in eine Position, sagen wir mal zum Beispiel Halfguard, und sagt, okay, ihr habt die, die und die Möglichkeit. Wenn der Gegner das oder das macht, danach macht ihr das und das.

Und wenn er dann das macht, dann macht ihr das und das. Also man kriegt eine Struktur, quasi wie eine Mindmap aufgezeigt, von da geht es dahin, von da geben sich die Möglichkeiten, wenn er das macht, macht ihr das und da geht er quasi Schritt für Schritt für Schritt durch plus ein hohes Trainingsvolumen, also die Jungs trainieren dort zweimal am Tag und wenn man das ein paar Jahre macht, viel trainiert und eben auch mit diesem systematischen Vorgehen, dann schafft man es halt auch gut zu sein. Das nächste, was dazu kommt, ist, man hat die weltbesten Grappler als Sparingspartner. Das ist natürlich auch immer wichtig, weil ein guter Trainer, der sich ein gutes Team aufbaut, zieht natürlich auch andere gute Kämpfe an, wie zum Beispiel mich.

Ich gehe da hin, um da zu lernen und da ist eine Matte mit 100 Leuten und da sind 10, 20 Leute, die sind besser als ich. Das passiert mir sehr, sehr selten, dass überhaupt mal jemand auf der Matte ist, der besser ist als ich. Und da gehe ich hin und da habe ich 10, 15 Leute, die besser sind als ich. Und da kann man sich natürlich auch nochmal hochziehen, weil einfach die ganze Qualität eben dort gesammelt ist.

Und John Denner muss man halt einfach sagen, der Typ ist ein Genie. Der ist ein Genie in dem, was er macht. Und statt jetzt irgendwie, was weiß ich, sich mit Biochemie zu beschäftigen oder sonst irgendeinem Universitätszeug, sag ich mal, steckt er seine Gehirnmasse ins Grappling rein und das ist einfach ein ganz besonderer Typ, ein sehr intelligenter Typ, wahrscheinlich intelligenter als alle anderen Trainer oder als die meisten anderen Trainer und das ist so das Erfolgsrezept von den Jungs dort. Er hat ja einen Uni-Abschluss in Philosophie.

Ich bin ja auch die letzten Jahre etwas verfolgt, weil das Jiu bzw MMA interessiert mich ja doch sehr und dann noch der Grund oder die Frage warum ist so jemand der so erfolgreich ist Und ich bin ja auch wie du wei vor zwei Jahren durch Zufall John Denner den Weg gelaufen Ich war in Australien, habe dort Seminare gegeben und er selbst kommt aus Neuseeland und war zum gleichen Zeitpunkt in Australien und war im gleichen Hotel im Zimmer nebenan. und ich bin aus dem Zimmer rausgelaufen und habe ihn gesehen und dachte, okay, habe ihn angesprochen, habe kurz mit ihm geredet und auch da, es war nicht die sozial positivste Interaktion, also war auch so ein bisschen so, warum redet hier jemand mit mir?

Was ja ähnlich ist zu der Erfahrung, die du in New York mit ihm gemacht hast. Nichtsdestotrotz, sein Coaching-Ansatz, vor allem dieser strukturierte, methodische Ansatz, gerade im Krafttraining, ich vergleiche sehr gern mit dem Unterschied, zwischen Wegbeschreibung und GPS, während die meisten im Kraftdrehenden Programm geben, dieses Programm verfolgst du genau so, um von A nach B zu kommen, ist die deutlich zuverlässigere Lösung, jemanden GPS in die Hand zu drücken. Das Problem mit Wegbeschreibung, das ich sehe, ist von A nach B. Wenn irgendwas unterwegs passiert, dann hast du nicht die Info, um zu adaptieren.

Das heißt, wenn es jetzt tatsächlich eine Wegbeschreibung ist, da ist eine Baustelle auf der Straße, okay, was mache ich jetzt? Während so ein GPS gibt die Möglichkeit, okay, da ist eine Baustelle, dann biege ich rechts ab und dann quasi adjustet das GPS automatisch den Weg.

Trainingsintensität und Sparringskultur

Genauso Krafttrainingstechnisch, ich sehe das als eines der größten Hürden im Krafttraining. Die meisten, wenn sie sich einen Plan suchen, gehen online, suchen sich da einen Plan und haben gesehen, okay, diese Person hat diesen Plan gemacht, die Person ist damit stark geworden oder hat Körperfett verloren oder Muskel aufgebaut, also mache ich genau diesen Plan. Jeder, der an Weilchen dabei ist, weiß, das funktioniert nicht. Nur weil ich von Mr.

Olympia seinen Schultertrainingsplan aus der Flex genau nachtrainiere, heißt es nicht, dass ich Schultern habe wie Mr. Olympia. Nichtsdestotrotz ist das immer noch ein Ansatz, den viele verfolgen. Man schaut online, mittlerweile Trainingspläne sind so einfach zur Verfügung und sucht sich einfach Pläne von jemandem, der trainiert.

Es ist eine klare Wegbeschreibung, das hat für den funktioniert. Wenn er in Stuttgart ist und sein Ziel Rom ist, dann heißt es einfach, okay, fahr Richtung Süden. Während wenn du jetzt in Istanbul bist und diesen Trainingsplan siehst und der Trainingsplan sagt, fahr Richtung Süden, von Istanbul in Richtung Süden zu fahren, da wird es schwierig, nach Rom zu kommen. Also ein GPS-Ansatz, so ein Systemansatz, gerade im Krafttraining oder auch hier im BJJ, gibt es leider immer noch in viel zu wenig Sportarten.

Das ist noch zu oft in den Sportarten. Okay, das hat man mal gemacht, das hat funktioniert. Wenn wir Glück haben oder wenn es einfach viele Leute sind, die das gleiche Programm machen, dann wird schon einer damit Erfolg haben. Während ein systematischer Ansatz mit so einem GPS-Ding die Option gibt, okay, wir haben verschiedene Körpertypen, gerade bei Denner eine Sache, die ich interessant finde.

Du hast 115 Kilo Wrestler, du hast 95 Kilo Jungs, die lange Beine haben, dann hast du 85 Kilo Jungs, die relativ kurze Beine haben und deutlich dynamischer sind, dann hast du aber auch so 66 Kilo Jungs. Du hast verschiedenste Körpertypen, das heißt verschiedenste Ansätze und dieser systematische Ansatz funktioniert für all diese Körpertypen. Du brauchst oftmals, vor allem im Training, gewisse Grundlagen, um mit einem Trainingsprogramm Fortschritt zu erzielen. Zum Beispiel, wenn es ein sehr kniebeugenlassiges Trainingsprogramm ist und du aber sehr lange Oberschenkel und sehr lange Unterschenkel hast, dann wird es sehr schwierig für dich, hohes Drehungsvolumen bei der Kniebarke zu bewältigen.

Während wenn du kurze Oberschenkel, kurze Unterschenkel hast, ist es deutlich einfacher, dich einfach mechanisch das Ganze zu bewältigen. Während wenn wir so einen GPS-Ansatz verwenden, es deutlich einfacher wird. Und im Endeffekt ist ja Dennerhard einer der Hauptgründe. Neben diesem hohen Drehungsvolumen, das war auch was, wo ich gesehen habe, die Jungs trainieren zweimal am Tag, sieben Tage die Woche.

Du warst sechs Tage dort. Ich war länger. Ich war acht Tage dort. Acht Tage dort, auch zweimal am Tag durchtrainiert.

Zweimal am Tag trainiert, ja. Im August mit einer guten Hitze, 100 Leuten im Keller. Also war sehr heiß, sehr anstrengend, man musste sich erstmal daran gewöhnen. Und auch einfach die Zeiten, wie die rollen.

Wir bei uns im Gym simulieren so ein bisschen die MMA-Rundenzeit, also fünf Minuten Action, eine Minute Pause. und bei Dennerha haben sie ohne Uhr gemacht, also er sagt immer, die Uhr hat er in seinem Kopf und es war dann so schätzungsweise sieben bis zehn Minuten Runden, wo man halt gekämpft hat, komplett ohne Pause und direkt in die nächste Runde sechs Stück. Die ersten drei angefangen aus Positionen, also die erste Runde rollt man immer aus der Mount, dann eine Turtle-Position und die dritte Guard und danach vom Stand. Also man kämpft dann quasi, sag ich mal, 40 bis 60 Minuten am Stück durch, ohne Pause, mit den besten Grapplern, die es auf dieser Welt gibt.

Und das war f mich die ersten zwei drei Tage so nach drei Runden vier Runden sp aufs Klo Kopf kurz irgendwie unter das Wasser ein bisschen abk f Minuten Pause und halt wieder zur bis ich dann halt irgendwann gelernt habe, auch mein Tempo anzupassen. Also einfach mit weniger Kraft, mit weniger Dynamik und einfach mehr mit dem Flow locker zu rollen, technischer zu rollen. Und es scheint zu funktionieren. Also es scheint zu funktionieren.

Ich habe immer anders trainiert. Ich habe mir immer diese Pause zwischen den Runden genommen, um mich wieder zu erholen und um wieder, sage ich mal, spritziger, dynamischer, athletischer zu sein. Die Jungs machen das nicht, aber der Erfolg gibt ihnen recht. Ich habe mir das halt eben auch abgeguckt und werde das jetzt auch bei mir im Gym so ein bisschen mit reinbringen und mit anwenden.

Und ich denke mal, das ist halt auch so ein bisschen, um jetzt zurück auf mich und meinen Gym zu kommen, so ein bisschen das Erfolgsrezept von uns. Viele Leute fragen halt, wie ist es passiert, dass ihr in Balingen in so einem Kaffee so ein gutes MMA-Team auf die Beine gestellt habt. Und ich denke, genau das ist halt eben das Rezept, dass ich halt viel unterwegs war, mir die positiven Sachen eben rausgezogen habe und diese dann an meine Leute weitergegeben habe und bei uns im Gym eben angewendet habe. Wieso muss man das Rad neu erfinden, wenn es schon mal jemand macht?

Abgucken, probieren, so gut es geht zu kopieren und bei sich anzuwenden. Das hat funktioniert bei uns.

Vergleich der Strukturen von ATT und Danaher

Wenn wir zurückgehen zu ATT, ich erinnere mich, du hast das erste Mal dort warst und wir darüber geredet haben, eines der ersten Dinge, die du gesagt hast, war, wenn du da Montagmorgen hingehst und trainierst, da sind einfach 50 UFC-Kämpfer auf der Matte, die höchste Dichte an einem guten MMA-Kämpfer, wahrscheinlich auch im Vergleich zu jedem anderen Gym. Wie unterscheidet sich das Training von so jemandem wie Danaher in New York zu ATT, was die Struktur von der Einheit angeht und natürlich auch was die Struktur innerhalb so einer Trainingswoche angeht? Also MMA ist natürlich ein sehr breit gefächter Sport und auch sehr individuell.

Es kommt immer ein bisschen auf dem Kampfziel drauf an. Im Prinzip im ATT, die bieten dir eine Struktur an, wo jeder sich auf den Kampf vorbereiten kann. Bist du ein Grappler und kämpfst gegen einen Boxer, dann gehst du halt zu der, der, der und der Einheit und suchst dir die und die Coaches aus. Stehst du vor einer anderen Herausforderung und kämpfst jetzt zum Beispiel gegen einen Weltklasse Ringer, der gut boxen kann, dann bereitest du dich natürlich anders vor.

Und im ATT haben die halt einfach das gesamte Spektrum abgedeckt. Wenn du jetzt weißt, okay, du kämpfst dann und dann gegen den und den, dann stellen dir die Coaches quasi ein Programm zusammen, sagen dir welche Einheiten du besuchen musst und gehst dann quasi dahin Wohingegen bei Ransu Gracie wenn du da halt bei Denaha trainierst ist Denaha der einzige Trainer der das ganze Programm quasi leitet und dann Schritt f Schritt geht Und beim ATT ist es einfach ein viel größeres Team mit unterschiedlichen Spezialisten, wo du halt so ein bisschen, sag ich mal, hin und her geschickt wirst und du hast halt vielleicht einen, der diesen ganzen Prozess quasi überwacht und beobachtet.

Aber grundsätzlich muss man sagen, der Betreuungsfaktor ist natürlich bei so einem großen Team niemals so, wie wenn du jetzt in ein kleineres Team gehst. Das muss man sowohl für John Denneher sagen. Das ist ein Trainer, der ungefähr, sage ich mal, auf 100 Leute kommt. Der kann nicht mal alle begrüßen, weil es einfach zu viele sind.

Der pickt sich dann natürlich die Besten aus, wo es halt am meisten Sinn macht, seine Zeit zu investieren. Mache ich ja genauso. Und es ist beim ATT halt ein bisschen ähnlich. Da gibt es so und so viele Coaches, sehr, sehr viele Kämpfer und es ist für die unmöglich, jedem die gleiche Aufmerksamkeit zu geben.

Deshalb, auch wie vorhin schon mal gesagt, um zu lernen, ist es der falsche Ort, aber um zu schleifen, ist es halt genau richtig. Aber man kann da halt jetzt nicht erwarten, dass der Trainer die ganze Zeit neben einem steht und bei jeder Aktion halt irgendwie einen Tipp geht. Viel Eigeninitiative ist gefragt und das ist bei jedem großen Team so.

Training in Thailand bei Phuket Top Team

Du warst auch davor ein paar Mal in Thailand bei Phuket Top Team. Was waren da die Unterschiede, wenn man jetzt mit den letzten beiden vergleicht und Thailand? Also Thailand ist einfach, sage ich mal, die Umstände drumherum gefallen mir dort sehr, sehr gut. Es ist ein Urlaubsland, muss man einfach so sagen.

Ich habe immer meine Frau mitgenommen, wenn ich dort meine Trainingscamps gemacht habe und konnte halt meine Familie bei mir haben. Es ist halt nicht teuer, es ist günstig, man hat eine sehr gute Infrastruktur. und damit meine ich halt gutes Essen, Massagen und halt auch sehr gute Gyms. Da gibt es eine Straße, die ist einfach das Paradies für alle Kampfsportler. Also man muss sich das vorstellen, am Anfang von dieser Straße ist das Puketop Team und am Ende dieser Straße ist das Tiger Muay Thai, das ist ein anderes großes weltbekanntes Gym und dazwischen gibt es nur andere Gyms, also MMA-Box und Thai-Box-Gyms, Crossfit Boxen, Fitnessstudios, Supplement Läden, Restaurants, Massagesalons und alles spezialisiert auf Athleten und auf Kampfsportler Also man muss da im Prinzip nicht weg Wenn du da hingehst dann hast du alles Und wenn du da irgendwie auf der Stra spazieren gehst ist es einfach v normal dass halt irgendwie Mark Hunt an dir vorbeil oder Dominic Cruz oder mit die bekanntesten K der Welt die sind einfach dort, kommen da zu Besuch und machen da halt ihre Trainingscamps.

Und ich war in den letzten Jahren auch häufig dort, häufig im Phuketop-Team, weil es mir einfach auch also weil es mir in Thailand gut gefällt, aber auch weil mir das Training sehr gut gefallen hat, warum? Also du hast in Thailand einen sehr hohen Wechsel an Leuten es kommen immer wieder Leute, die bleiben 2-3 Wochen gehen wieder und so weiter, also man hat viele Sparingspartner und viele Trainingspartner und vor allem wechselnde Trainingspartner mit sehr sehr unterschiedlichen Stilen, weil du hast halt Chinesen die kommen, also auf hohem Niveau also UFC Kämpfer, Chinesen dann kommen Brasis, dann kommen Amis dann sind die Thais da, die Thai-Boxen machen, also man ist mit sehr vielen unterschiedlichen Leuten, mit sehr vielen unterschiedlichen Stilen konfrontiert und ich habe mich bewusst für das Buketop-Team entschieden das ist ein kleineres Team, das ist nicht so groß wie zum Beispiel das Tiger Muay Thai oder wie das ATT ich habe einen guten Draht zum Trainer gehabt, Eric Ozek und der hat ein bisschen sein Stil, sein Trainingsstil und sein Trainingsansatz war genau das zu machen, was ich nicht so stark drin bin.

Also als Beispiel, wenn ich den Gegner auf dem Boden habe, mache ich mehr Jiu-Jitsu, also mehr Kontrolle und Submissions und Eric macht mehr Kontrolle und Ground and Pound. Und sage ich mal, viele von meinen Lücken konnte er quasi schließen. Er hat sich super um mich gekümmert. Er war bei jedem Training von mir halt mit dabei und hat mich unterstützt.

Und ich habe einfach gemerkt, ich lerne dort viel. Ich komme da richtig voran. Die Lebensumstände sind super. Das Ganze ist auch finanzierbar und deshalb bin ich da halt immer wieder hin.

Würde ich immer noch machen, aber jetzt halt mit, sag ich mal, mit einem Kind zu Hause ist es natürlich ein bisschen schwieriger, sich so lange loszumachen und auch dann mit der Familie so lange Reisen anzutreten.

Frühe Karriere und Dean Lister in San Diego

Davor warst du auch in ein paar Gyms und das erste große Gym, das du warst, war San Diego. Damals warst du noch, du bist ja, Grappling ist im Endeffekt deine große Stärke. Damals bist du als Weißgurt nach San Diego rüber. So ist es, ja.

Zur Victory MMA. Ja, früher hieß es noch Throwdown Gym. Die haben dann quasi quasi gewechselt. Das war meine erste Reise in die USA, beziehungsweise meine zweite Reise in die USA.

Das ist eigentlich auch eine lustige Geschichte. Ich bin verpflichtet worden von der UFC an meinem 22. Geburtstag und die UFC hat einmal im Jahr, haben die so ein Summit, wo alle Kämpfer eingeladen werden und wo man einfach interessante Themen bespricht. Und alle Kämpfer vom Kader waren dann in Vegas im Hotel der UFC, damals von den Fertitta-Brüdern, eingeladen.

Und die haben uns halt ein Seminar gemacht über Social Media oder halt Doping und so weiter. Also einfach für Kämpfer relevante Themen besprochen. Und da habe ich dann so die ersten Kontakte geknüpft zu anderen guten Kämpfern. Und so bin ich dann nach San Diego ins Victory gekommen, weil ein ehemaliger polnischer UFC-Kämpfer, Tomasz Drwal, der hat eben dort trainiert, den habe ich in Vegas getroffen und der hat mich dann quasi nach San Diego eingeladen und das war dann so meine erste große eigenständige Reise über den großen Teich.

Bin da halt hingekommen, wirklich halt als Weißgurt, wobei ich vom Niveau natürlich schon viel besser war als ein Weißgurt, aber ich hatte einfach nie jemanden, der mich hier graduiert hat und habe dann dort meinen jetzigen, immer noch jetzigen Trainer kennengelernt, Dean Lister, weil er dort der Head Coach fürs Jiu-Jitsu war. Das war meine erste Trainingsreise in die USA und ich bin sehr, sehr oft im Victory gewesen, also bestimmt mittlerweile zehnmal. Mittlerweile hat sich viel geändert, es ist mehr vom Fight-Gym zum Hobby-Gym geworden, weshalb es nicht mehr so viel Sinn macht, für mich da hinzugehen, aber ich finde mit dem Gym und auch mit der Stadt und allgemein mit Kalifornien sehr viele gute und positive Erinnerungen.

Einer deiner Trainer damals war auch Jocko, der auch in diesem Podcast-Bereich jetzt unterwegs ist und dann eben Dean Lister, der erfolgreichsten, interessantesten und definitiv auch lustigsten Grappler und Grappling-Trainer ist. Du bist von Weißgurt zu quasi Blackbelt, Schwarzkurt im BJJ bei Dean und auch Dean ist immer noch, er war jetzt auch vor ein paar Wochen hier in Deutschland, hat ein Seminar gegeben in Baling, immer noch dein Trainer. Aber was würdest du sagen, was sind so die drei Dinge, die Dean in den letzten zehn Jahren, oder was sind die drei primären Dinge, die Dean in den letzten zehn Jahren dir, was Grappling angeht, vermittelt hat?

Also Dean, wie du auch schon gesagt hast, ist ein ganz besonderer Typ und ein ganz besonderer Mensch. Und ich werde ihm auch ewig dankbar sein für das, was er für mich gemacht hat. Man muss sich mal vorstellen, was da passiert ist. Ich bin als 22-Jähriger in den USA völlig unbekannter Kämpfer dahin gegangen und Dean hat sich quasi meiner angenommen, ein bisschen wie ein großer Bruder oder wie ein Vater.

Ich durfte bei ihm pennen gratis was wirklich nicht selbstverst ist Und die Jungs dort wollten niemals auch nur einen Cent von mir sehen Also weder Mitgliedsbeitrag noch nach meinen Fights wollten sie irgendwie Prozente von meiner Gage haben Die haben mich einfach nur unterstützt, weil sie mich halt gerne mochten und allen voran war das halt Dean und eben auch Jaco, Jaco seinen Verdienst. Zu Jaco erzähle ich gleich noch mehr, also erstmal zu Dean. Was hat mir Dean beigebracht? Also in erster Linie hat er mich technisch auf ein ganz neues Level gebracht.

Was mir bei Dean halt gefallen hat, Dean ist ein Fußhebelexperte und hat mir natürlich, sag ich mal, das Basic Know-How zu Heelhooks, Heelhooks, Escapes und sowas alles beigebracht. Aber er hat nicht probiert, meinen Stil komplett zu verändern. Bei mir war es schon immer so, mein Ziel ist es, die Backmount zu bekommen, also den Rücken vom Gegner zu holen. Und er hat einfach auch gesehen, dass ich darin sehr gut bin und dass es auch für meinen Kampfstil im MMA passt.

Und er hat quasi geholfen, mir meine Stärken und meinen Stil quasi noch besser aufzubauen. Er hat mir nicht probiert, seinen Stil quasi aufs Auge zu drücken, weil er einfach ganz anders kämpft als ich. Also er hat mein gesamtes technisches Repertoire erweitert und verbessert. Da kann ich jetzt nicht explizit auf eine Sache eingehen.

Aber auch darüber hinaus ist Dean, sag ich mal, ein sehr, sehr weiser Mann, weil er selber einfach lange im Ring und im Cage gestanden hat und auch auf der Matte. und ich konnte viele Dinge über den mentalen Aspekt von ihm lernen. Und ich habe mich immer sehr wohl in seiner Gegenwart gefühlt, weshalb ich ihn auch öfter zu meinen Kämpfen quasi dann mitgenommen habe und er hat mich auch direkt in der Fight Week und auch im Kampf betreut. Und Dean ist einfach ein Genie, was das Kämpfen und was den Bodenkampf angeht und manchmal ein klitzekleiner Tipp hat einfach eine sehr, sehr große Veränderung gemacht.

Und oftmals war es halt auch so, dass er mir am Anfang irgendwas erklärt hat und ich dachte mir so im ersten Moment, ja naja, vielleicht für dich funktioniert es, weil du bist halt größer oder stärker oder wie auch immer. Für mich klappt es nicht und dann habe ich es irgendwie vergessen oder irgendwie nach hinten getan und dann ein paar Monate oder vielleicht ein paar Jahre später hat es dann plötzlich doch Sinn gemacht, was er mir gesagt hat. Und diese Aha-Erlebnisse habe ich teilweise bis heute noch, wenn ich trainiere und probiere mich weiterzuentwickeln. Also das war Dean

Übergang zum Gym-Besitzer und Promoter

Damals hattest du noch nicht mal ein eigenes Gym? Nein. Das waren quasi diese Ursprünge. Ja.

Dann kam das erste Planet Eater Gym. Mittlerweile gibt es das dritte Planet Eater Gym. Ja. Und seit letztem Jahr gibt es auch Nova FC.

Ja. Das heißt vom Kämpfer zum Gym-Owner, jetzt zum Promoter. Genau. Also so der Don King des deutschen MMRs.

Ja, wenn man so will. Manche sagen ja, ich bin der OG des deutschen MMA, wieso auch immer. Ich habe mir immer gedacht also das ist mein absolutes Fachgebiet MMA da bin ich richtig tief in der Materie drin mit dem kenne ich mich halt aus und ich bin jetzt halt auch schon 32 also ich bin noch fit und kann halt noch k und habe auch noch Lust aber irgendwann mal ist halt diese Zeit vorbei und leider habe ich es halt nicht geschafft so ein Superstar wie Conor McGregor zu werden was hei leider also sportlich gesehen auf jeden Fall leider finanziell gesehen vielleicht auch weil man hat heutzutage die M mit K wirklich viel Kohle zu verdienen und auch so viel Kohle, dass man halt sagen kann, ich muss nach der Karriere keinen Finger mehr krumm machen.

Das habe ich halt nicht geschafft. Also ich sage mal so, jetzt während ich aktiv kämpfe und wenn ich halt auch regelmäßig kämpfe, sagen wir mal zwei bis drei Kämpfe im Jahr, kommt man locker über die Runden. Was heißt locker über die Runden? Man kann ein gutes Leben führen, aber es reicht nicht, um jetzt irgendwie ein Haus zu kaufen und den Rest seines Lebens davon zu leben.

Und deshalb war es halt schon für mich früh wichtig, mich ein zweites Standbein dann ein drittes Standbein auf die Beine zu stellen. Und da kamen natürlich MMA-Sachen in den Machender Sinn, weil ich mich da einfach auch sehr, sehr gut auskenne und weil es auch meine Leidenschaft ist und mir halt eben viel Spaß macht. Und jetzt decke ich quasi das komplette Paket ab. Also ich stehe selber im Ring und kämpfe.

Ich bin Trainer und Betreuer und führe meine Jungs quasi zum Wettkampf an den Ring. Ich habe ein Gym, was also nicht nur für Wettkämpfer ist, sondern auch für Hobbysportler, für Kinder, für Frauen, für Mädchen. und jetzt bin ich auch noch Promoter und Veranstalter und biete halt jungen Talenten, Amateuren und auch Profis die Möglichkeit, in den Ring zu steigen, zu kämpfen und sportlich weiterzukommen.

Nova FC und der Stress der Event-Organisation

Anfang des Jahres war die erste Veranstaltung. Ja. Ausverkauft war sie in wenigen Jahren, zwei Wochen, acht Tagen. In acht Tagen, ja.

Ich war live vor Ort, war schon bei vielen Sportveranstaltungen. Die Stimmung in der Halle war der Wahnsinn. Das war definitiv einer der kurzweiligsten, unterhaltsamsten Abende. und ich denke, die Frage, die ich habe und die sehr viele haben, die dieses Event gesehen haben oder live vor Ort waren, Nummer 2. Wann kommt die nächste Veranstaltung?

Ja, also das ist eine Frage, die ich sehr, sehr oft höre, nicht nur von dir, sondern von allen möglichen Leuten und es freut mich ja zu sehen, dass es halt so positiv angekommen ist und ich gebe dir auch Recht, für den Fan und für den Zuschauer und auch für die Kämpfer war das ein absolut Geiles Event, nach außen hin, geile Fights, alles war super organisiert, hat alles gut funktioniert. Wir haben gute Sponsoren an Land gezogen, auch richtig große Sponsoren. Firmen wie zum Beispiel Jochen Schweitzer sind mit aufs Bord gestiegen und haben unsere Veranstaltung gesponsert. Wir hatten eine gute Fightcard, wie gesagt innerhalb von acht Tagen waren wir ausverkauft, zweieinhalbtausend Tickets und das in der schwäbischen Provinz.

Also es ist auf jeden Fall eine Ansage, aber ich muss halt auch ehrlicherweise sagen, es war sehr, sehr stressig. Also das war bisher das Stressigste, was ich in meinem Leben gemacht habe und ich bin UFC-Kämpfer. Und ich sage mal, in den Ring zu steigen vor 20.000 Leuten ist auch eine relativ stressige Angelegenheit. Also wenn ich sage, das ist sehr, sehr stressig, dann heißt es glaube ich schon was.

Also wir hatten wenig Zeit, weil es war eine relativ spontane Aktion. Also wir haben Nova mit ProSieben gemeinsam gemacht. ProSieben war unser Medienpartner. Es wurde auf Run Fighting, quasi dem Fight-Channel von ProSieben, übertragen. und bis wir uns da geeinigt haben und bis alles gepasst hat, es hat so lange gedauert, dass wir dann nur noch zwei Monate Zeit hatten, um die eigentliche Veranstaltung zu organisieren.

Und unterm Strich kann man sagen, das war in Zusammenarbeit von Tim Leidecker, meinem Manager und meinem Freund und auch meinem Partner und mir. Wir haben 90% der Arbeit gemacht und das halt in acht Wochen so ein Event auf die Beine zu stellen, war sehr, sehr heftig. Und es war ein Erfolg, keine Frage, aber ich denke mir halt immer, wenn ich zurückdenke, wie viel Stress das war, das auf die Beine zu stellen, will ich das jetzt im Moment nicht sofort wieder angreifen, weil ich jetzt einfach meinen Fokus auf meinen nächsten Kampf gelegt habe. Und es ist einfach schwierig, so viele Sachen auf einmal zu machen.

Eine Wettkampfvorbereitung auf UFC-Niveau, nebenbei habe ich noch meinen Gym, also da kommt, sage ich mal, der sportliche Aspekt, ich trainiere die Leute, aber auch der Business-Aspekt, Verwaltungsaufgaben und so weiter. und wenn ich dann noch Nova vernünftig und richtig machen will und wenn ich es mache, dann mache ich es halt richtig, wäre das jetzt im Moment einfach zu viel, weshalb wir das ein bisschen verschoben haben auf nach dem Kampf. Plan war jetzt, dass der Kampf am 28. September ist, danach hätten wir mit der Planung starten können, jetzt verschiebt sich es, also unterm Strich, lange Rede, kurzer Sinn, es wird Nova 2 geben, aber erst nächstes Jahr, schätze ich mal April, Mai, also ungefähr im gleichen Zeitraum wie die letzte.

Viele Details kann ich jetzt noch nicht nennen weil wir einfach jetzt in der Planungs und Verhandlungsphase sind Und es wird auf jeden Fall weitergehen Wir haben gro Ziele wir haben das Know jetzt haben wir halt auch die ersten Erfahrungen gesammelt aber wir m uns auch Zeit lassen und es halt auch richtig und gut machen

Zukunftspläne für Nova FC 2

Das heißt, es wird wieder nur MMA, es gab die ersten Vorschläge und Gerüchte, dass es tagsüber einen Grappling-Wettkampf gibt und dann am Abend die reguläre MMA-Fightcard? ich bin natürlich offen für Ideen und wir überlegen halt, wie wir das halt am besten alles machen können, weil Fakt ist halt, wenn wir eine Halle holen, haben wir schon die Infrastruktur. Wenn da halt ein Cage steht, dann ist es natürlich auch kein Problem da noch irgendwie am Mittag was anderes zu machen und wir haben auch bei Nova 1, haben wir schon mittags gestartet und haben erst ein Amateurprogramm gehabt, unter Ausschluss der Öffentlichkeit und dann am Abend ging quasi die Gala, die Fight Night sozusagen los und da du ja großer Supporter bist und uns immer in den Ohren leagst, dass du gerne ein Wolfgang Unselt Invitational Jiu-Jitsu Turnier machen willst, quasi mit den besten Grapplern.

Nova Grappling. Oder Nova Grappling oder Wolfgang Unselt Invitational, können wir ja nennen, wie wir wollen. Ist ja unsere Sache. Es ist eine gute Idee und ich bin auf jeden Fall auch offen dafür und wir können das halt machen.

Dass wir quasi das mit dem Grappling Turnier verbinden und die Ideen gehen sogar noch weiter. Also wir haben, Tim und ich, ähm spielen halt mit der Idee auch noch an diesem an diesem Tag noch, sage ich mal, eine Afterparty zu organisieren, aber halt auch eine richtig geile. Also ich will noch nicht zu viel verraten, aber wir sind momentan an DMX dran und die Idee ist es quasi, das zu verbinden, dass man sagt, tagsüber BJJ-Turnier, am Abend die Fight Night und direkt danach geht es rüber in die andere Halle zum DMX-Konzert und zur offiziellen Afterparty. Und das wäre dann so ein schönes, rundes Programm, aber es ist natürlich halt, es ist nicht mal so organisiert.

Es ist vier, fünf Monate Planung und Arbeit und Kalkulation und so weiter und so fort. Und wir müssen halt auch die richtigen Sponsoren, die richtigen Partner finden, um das alles halt vernünftig umzusetzen. Aber da tut sich was und da wird man auf jeden Fall in Zukunft noch was hören. Aber auch nochmal gesagt, hier so öffentlich und offiziell kann ich, also wir sind an dem Punkt, wo ich noch nicht zu viele Details sagen kann.

Es gibt Ideen, es gibt Überlegungen.

Das Wachstum von Grappling in Europa

Nur bei Grappling, gerade dieses Thema Grappling-Wettkämpfe in Europa, wenn wir uns USA anschauen, mittlerweile gibt es vor allem viel diese Grappling-Team-Wettkämpfe, wo im Endeffekt Teams aus f Personen gegeneinander antreten Und im Endeffekt quasi der der als letztes jemand hat vom Team das Team hat gewonnen und geht weiter werden auf UFC Fight Pass teilweise sogar Grappling auch als Pay-Per-View. Zum Beispiel jetzt vor einer guten Woche war der ADCC, die Weltmeisterschaft im Grappling und auch Flow Grappling hat da per Pay-Per-View für 30 Dollar, was für Grappling definitiv, also wir haben es vergleicht, den UFC-Pay-Per-View kriegst du für unter 20 Euro, für einen relativ stolzen Preis angeboten, mit dem erfolgreichsten ADCC-Pay-Per-View jemals.

Das heißt, im amerikanischen Markt wird viel in diese Grappling-Richtung angeboten, während jetzt hier in Europa Grappling-Event-technisch noch nicht so viel geht. Es gibt nicht viel, es wird nicht viel angeboten. Grappling gibt es ja relativ viel, auch Turniere von Veranstaltern, viele eben so Turnhallen, Turniere. Da wären noch quasi ein großes Tournament, das ist noch nicht wirklich da und gerade Grappling, wahrscheinlich gibt es mehr Europäer, die Grappling machen als jemals zuvor.

Mit Sicherheit auch der UFC geschuldet. Wer vor 20, 30 Jahren Kampfsport begonnen hat, hat das wahrscheinlich aufgrund von Bruce Lee und Chucky Chan und Jean-Claude Van Damme. Das war so, oh, auf Film gesehen, okay, ich mache jetzt auch Karate Kung Fu. Karate Kung Fu oder Kickboxen. und in Sicherheit heute die absolute Mehrheit derer.

Wie viele melden sich im Gym an und sagen, okay, ich will MMA machen und tun das aus dem, ich habe UFC gesehen, das will ich auch machen. Der Großteil. Das ist der Nummer eins Grund. MMA ist natürlich auch nicht für jeden, gerade das Faust, Ellbogen, Knie, Kick, gerade je nachdem, die Persönlichkeit, die Ziele oder auch der Arbeitsalltag bringt natürlich schon ein sehr körperlicher Sport, während da Grappling mit Sicherheit für eine größere Zielgruppe interessant ist, weil es ja doch sehr nah an MMA ist, jedoch eben einfach, es gibt keine Schläge.

Grappling ist MMA, ohne dass jemand schlagen darf. Keine Fäuste, keine Ellbogen, keine Knie. Ringen plus Bodenkampf, was dann die Zielgruppe, gerade wenn wir New York vergleichen, viele Profikämpfer, aber da ist auch der ein oder andere Anzugträger, der morgens um sieben dann in dem keller bei henzo gracie eine runde grappling macht bevor er dann duscht sich anzieht anzug und die börse geht ab in die bank In dem punkt sind wir in europa noch nicht in europa sind wir definitiv was das angeht wie irgendwie diese sieben bis zehn Jahre hinterher Aber auch da mit Sicherheit Also es gibt mehr. Wann hast du das erste Planet Eater aufgemacht? 2010? 2010, ja. 2010, das heißt neun Jahre Planet Eater.

Wie viele MMA-Gems gab es in Deutschland 2010? Ach, sehr viel weniger als heute. Ein Viertel vielleicht, ja, wenig. Fast nichts.

In Balingen gab es definitiv nichts. Aber im Umkreis gab es in Stuttgart damals schon was? Ja. Gab es eins?

Ja, ja, Stallion Cage, ja. Okay, sogar noch älter. Das heißt, ein Studio wahrscheinlich, das 1 von 2, 3 in Baden-Württemberg, wären mittlerweile, es gibt in Stuttgart mehrere MMA-Gyms mittlerweile, es gibt im Kreis, es gibt, ich weiß nicht, 20 Minuten außerhalb üblichen Sindelfingen gibt es was, 20 Minuten in deine Richtung, Ludwig Skog gibt es MMA-Gyms, das Wachstum ist massiv. Ja, richtig.

Mit Sicherheit für den ein oder anderen UFC-Fan, der gerne das mal ausprobieren möchte und sagt, aber, um mir ins Gesicht schlagen zu lassen, das brauche ich in meinem Alltag nicht. Da ist Grappling wahrscheinlich schon das Bindeglied. Das ist immer noch UFC-ähnlicher Kampfsport, der eben Schlagen weglässt. Ich bin mir sicher, da ist auch ein größeres Wachstum da, was dann im Endeffekt auch dazu führt, je mehr Leute den Sport machen, desto mehr haben Interesse, sich Wettkämpfe anzuschauen.

Es gibt in den USA ein Submission Grappling, EBI, nennt sich das. Da hatte ich vor kurzem gehört, die hatten EBI in Mexiko. Die hatten mehr Zuschauerzahlen für das EBI in Mexiko als eine durchschnittliche UFC Fight Night. Heftig.

Ich habe keine offiziellen Zahlen gefunden, was eine UFC Fight Night an Zuschauern hat, aber ich persönlich würde davon ausgehen, wir sind deutlich über eine Million. Und ein Grappling-Event, selbst wenn es 100.000 Zuschauer wären, die da online zuschauen, wäre schon ein Wahnsinn. wenn wir in den USA mittlerweile so sind. Das ist Thema Grappling-Tournament. Nova Grappling als Pionier und Vorreiter.

Und auch dann in so einem Teamformat, das so ein bisschen spannend ist. Viele Grappling-Turniere, insbesondere die mit Guy, mit dem Kimono, sind sehr Punkte basiert. Wo man oft mal so ist, Punkt holen und dann halten. Bis zum Ende vom Kampf.

Die nächsten neun Minuten einfach halten. Das ist natürlich so ein bisschen wie Ballschieben im Fußball. Das guckt sich keiner gerne an. Fußballspiele sind interessant, wenn es dynamisch ist, wenn was passiert, wenn Angriffe sind, wenn Tore fallen, wenn dann eine halbe Stunde vor Ende dann der Ball von links nach rechts geschoben wird und so ist ja auch ähnlich im Grappling, diese vergangenen Wettkämpfe sind doch sehr, also diese punktbasierten Wettkämpfe, die nicht darauf aufbauen, dass noch jemand quasi finisht.

Grappling als Lifestyle und Philosophie

Also was man beim Grappling halt sagen muss, ich denke mal, die meisten Leute, die beim Grappling zuschauen, sind Leute, die das halt auch selber trainieren. Das ist beim MMA anders. Also MMA schauen mit Sicherheit auch Leute an oder viel mehr Leute an, die einfach nur Bock haben, einen Kampf anzugucken. Und Grappling ist für jemanden, der sich nicht auskennt und es einfach nur mal sieht, es stinkt langweilig, weil er versteht ja einfach nicht, was da passiert.

Deshalb ist es schwierig, da eine große, oder zumindest bei uns in Deutschland, eine große Audienz, also viele Leute zu überzeugen, da einzuschalten. Und das Konzept von den meisten Grappling- Veranstaltern ist halt, Turniere auf die breite Masse, das halt einfach für jeden, für Anfänger, alle Altersklassen dabei sind. Die Leute zahlen eine Anmeldegebühr und so verdient der Veranstalter quasi ein bisschen Geld, weshalb sich für ihn der Aufwand lohnt, sowas zu organisieren. Und mit so einem, sag ich mal, professionellen Jiu-Jitsu-Turnier oder Grappling-Turnier, wo die Leute quasi bezahlen müssen fürs Einschalten, ist es, denke ich, in Deutschland noch ein bisschen schwieriger.

Also man müsste sich da noch was Gutes überlegen, ein gutes Konzept ausdenken. Aber die Idee ist gut, Potenzial ist mit Sicherheit drin. Und Wolfgang, mit dir als Partner können wir sowas mit Sicherheit auch gerne umsetzen. Ich bin Ideengeber.

Ja, ja, ja, Ideengeber. Sowas braucht man ja auch. Mein aktiver Beitrag. Ja, ja, das ist gut.

Also ich bin auf jeden Fall offen, sowas zu machen. Und eine Sache würde ich gerne noch ergänzen, was du halt gesagt hast. Grappling ist MMA-Light sozusagen, dass es halt für die Leute ist, die halt Bock haben, irgendwie sowas zu trainieren, ohne sich schlagen zu lassen. Definitiv.

Und das Verletzungsrisiko ist sehr, sehr niedrig. Und was für mich auch das Besondere ist am Grappling, man kann im Training einen Kampf fast zu 100% simulieren. Das kannst du im MMA nicht machen, weil du schlägst deinen Sparingspartner nicht mit dem Ellenbogen ins Gesicht oder mit dem Knie in den Bauch im Training. Da macht man es schön locker.

Aber beim Grappling kann man schon mehr Gas geben. Natürlich wird dann beim Durchführen der Submissions, also wenn ich jetzt den Arm habe, dann ziehe ich natürlich nicht mehr voll durch, sondern ich lasse ihm die Chance zu klopfen. Aber es kommt einem echten Kampf also ich sage mal ein Grappling kommt einem Grappling sehr viel wie ein MMA einem MMA Also das ist nochmal was Besonderes dass man auf einem hohen Niveau quasi sag ich mal k kann im Training Und das Ganze ist ja auch ein Lifestyle, sag ich mal. Also da geht es ja nicht nur um den sportlichen Aspekt, sondern da steckt eine Philosophie dahinter.

Die Philosophie, sich ständig verbessern zu wollen, immer weiter an sich zu arbeiten. Es ist ein endloses System, also man kann es nicht meistern. Es geht immer weiter, es gibt immer neue Ideen, neue Entwicklungen und dieser Ansatz, den man quasi auf der Matte lernt im Grappling, der lässt sich halt auch übertragen aufs Privatleben oder aufs Geschäftsleben. Wenn man die Prinzipien quasi erkennt, sie nutzt, verinnerlicht und dann in anderen Bereichen anwendet, habe ich einfach schon in der Vergangenheit sehr, sehr häufig gehört, dass Leute gekommen sind und gesagt haben, hey, dieser Sport hat mein Leben verändert.

Also nicht nur, dass ich hier irgendwie fitter geworden bin, gelernt habe zu kämpfen, sondern das hat meine ganze Einstellung zum Leben und mein Mindset verändert, sodass ich auch mehr Erfolg im Beruf habe und auch im Privatleben, was es zu einer runden und coolen Sache halt macht.

UFC-Kommentierung und Zuschauer-Edukation

der Kampfkunstgedanke genau, den gibt es da halt den gibt es noch und der der wird auch in den meisten BGJ-Gyms so vermittelt und das ist auf jeden Fall auch eine gute Sache weil die wenigsten, die ein Kampfsportgym betreten, haben halt Interesse oder Lust in den Ring zu steigen sondern die machen es halt in allererster Linie für sich um sich selber was Gutes zu tun und das hat man beim Grappling, finde ich ganz ganz besonders dabei also für mich ist halt auch klar, wenn ich irgendwann mal aufhören, MMA zu kämpfen. Grappeln werde ich halt immer noch gehen, weil das ist von allen, was es gibt, also heißt Boxen, Kicken, Ringen, Unhalt Bodenkampf, das, was mir persönlich am meisten gibt.

Gefällt mir am besten einfach Grappling. Grappling oder Jiu-Jitsu, wie du gerade schon sagst, ist recht technisch. Wenn jemand keine Ahnung hat, wenn jemand gejoked wird, das versteht dann jeder. Ähnlich wie im Boxen oder Kickboxen, wenn jemand ins Gesicht geschlagen wird und Karo geht, das versteht jeder.

Aber man braucht ein gewisses Wissen, um zu verstehen was da passiert. Dementsprechend jemand, der Grappling macht, wird primär der sein, der so ein Tournament anschaut. Über die letzten zehn Jahre mit so vielen Sportarten, wie ich gearbeitet habe, eine Sache, die ich gerade bei der UFC hochinteressant finde, die kein anderer Sport so macht wie die UFC, Beispiel, ich habe vor zwei Jahren Handball-Bundesliga gearbeitet, da habe ich mir Handballspiele angeschaut. War das erste Mal in meinem Leben Ich habe vor zehn Jahren viel mit euch schnell aufgearbeitet also habe ich mir euch schnell auf Wettk angeschaut Mit Bob fahren arbeite ich seit ein paar Jahren also schaue ich da mal was gibt es an Bob ich schaue mir das an Also ich habe Fußball, selber Fußball gespielt wie die meisten und auch jetzt in den letzten zehn Jahren viel mit Fußball gearbeitet.

Du schaust hier und da mal ein Fußballspiel und wenn es nur die Highlights von der Bundesliga sind, die ich mir Montag oder Dienstag kurz anschaue. Aber eine Sache, die sich da unterscheidet zu UFC, wenn ich ein UFC-Event schaue, die Kommentatoren bilden den Fan aus. Du lernst jedes Mal was. Es wird erklärt, dass es passiert.

Okay, diese Option gibt es. Oh, jetzt kommt das gleich und er macht das. Jedes Mal, wenn ich ein UFC-Event schaue, die Kommentatoren erklären so, dass ich jedes Mal direkt einen Lerneffekt habe, sodass jedes Mal, wenn ich ein UFC-Event geschaut habe, ich ein bisschen MMA besser verstehe. Was auch, ich kann mich erinnern, als wir uns vor gut 10 Jahren kurz über den Weg gelaufen sind, Da hast du Damien Maier erwähnt.

Und damals war so, okay, Damien Maier ausgezeichnet. Das wäre so, wow. Damien Maier ist sehr gut. Und ich kann mich erinnern, damals bei YouTube Damien Maier Highlights eingegeben zu haben.

Und ich habe mir diese Highlights angegeben. Und ich dachte so, okay, was ist das? Damien Maier ist auch ein Grappler. Und ich habe es mir angeschaut.

Und ich dachte, okay, wenn das so mit das Novo ist, was es gibt, die beste Lösung, was ist das? Während dann über die Jahre, vor allem jetzt die letzten 5, 6 Jahre, seit wir intensiv zusammenarbeiten und ich konstant UFC verfolge, je mehr ich verstanden habe, an einem gewissen Punkt war ich der Überzeugung, dass Demi Maier der gefährlichste UFC-Kämpfer aller Zeiten ist, weil niemand so eindimensional ist. Jeder, der schon mal kämpft, von ihm geschaut hat, er macht jedes Mal genau das Gleiche und jeder weiß, dass er genau das macht. Teilweise sogar so, ich habe vor kurzem einen Kampf von ihm gesehen, da hat der Kommentator quasi vorausgesagt, ein paar Sekunden bevor er es gemacht hat, was er machen wird.

Jetzt kommt das, und dann kam das, und dann kam das, und dann kam das, und dann kam das. Er macht exakt immer das Gleiche. Das ist halt sehr Grappling-Dominant. Er holt ein Bein, legt den anderen auf den Rücken, klettert auf ihn hoch, holt seinen Rücken und chockt ihn von hinten.

Wenn man sich jetzt die letzten 10, 12 Kämpfe von ihm anschaut, die 9 von 12, die er gewonnen hat, waren genau so. Exakt so. Teilweise halt wirklich so Bilderbuch, was technisch natürlich für jemanden, der ein bisschen drin ist und sich damit ein bisschen mehr auseinandersetzt. Also an einem gewissen Punkt fand ich es die faszinierenden Kämpfe.

W f jemanden der halt noch nicht quasi in der UFC so drin ist und zwar steht okay der nimmt ihn halt runter legt sich auf ihn drauf holt seinen R und joggt ihn langweilig Wenn so der Casual will halt Schienbein gegen Kopf Nat Und dann umfallen Gesicht voraus Ist ja auch spektakulärer, ja.

Evolution der UFC und Kämpfergehälter

Da sehe ich die UFC, mit Sicherheit einer der Gründe, warum die UFC in den letzten knapp 30 Jahren so massiv gewachsen ist, so in drei Eras unterteilen, so die 90er Jahre UFC, wo es noch so Blattsport-ähnliches Kumite war, der eine Kampfsport gegen den nächsten Kampfsport. Vergleich der Stile sozusagen. Und dann die zweiten 10 Jahre, also 2000 bis 2010, wo dann so die ersten Stars gab und jetzt die letzten 10 Jahre von allem, was ich sehe, mitbekommen, wie es organisiert ist, professionellen Sportarten. Es hat in den USA schon lange überholt, was die Zuschauerzahlen angeht.

Die UFC wurde jetzt vor ein paar Jahren für 4,3 Milliarden oder 6 Milliarden. 4, Milliarden Dollar, also 3, Milliarden Euro verkauft. Ja. Wenn man überlegt, so ein Basketball oder ein NFL-Team kostet ca. 500 Millionen. Die UFC als Organisation wird für plus minus 4 Milliarden verkauft.

Der Sport ist natürlich wahnsinnig gewachsen. Du bist seit 10 Jahren jetzt in der UFC, hast natürlich da schon die eine oder andere Phase durchgemacht. Was sagst du, was hat sich am meisten verändert in der UFC in den letzten 10 Jahren von deinen ersten Fight Nights, wo du warst? damals auch in Oberhausen, Köln, bis hin jetzt zu, da war es vor ein paar Jahren auch in Australien, in dieser Show in Melbourne mit 56.000 Zuschauern im Stadion, Europa-Events, da war es auch schon jetzt vor kurzem auch im Madison Square Garden. Was hat sich verändert in der Zeit?

Sehr viel, also wie du schon gesagt hast, der Sport wächst, es ist Wahnsinn, was da alles passiert ist und ein Indikator, der das zeigt, sind die Kampfgagen. Ich spiele jetzt hier mit offenen Karten. Ich habe für meinen allerersten Kampf 2009 UFC 99 habe ich 4.000 Dollar verdient und nach Abzug der Steuern sind dann knapp unter 3.000 Dollar übrig geblieben für meinen ersten Kampf. Zehn Jahre später verdiene ich das 15-fache ungefähr von dem.

Natürlich bin ich im Niveau gestiegen und habe mich verbessert und mehr Kämpfe gemacht und somit ist meine Gage gestiegen. Aber die Einstiegslöhne von vor zehn Jahren und jetzt sind schon irgendwie das Vierfache ungefähr. Also man sieht, dass es wächst auch schon allein. von dem, was man quasi verdient oder was es möglich ist zu verdienen. Wenn ich mich erinnere, als André Arlowski Schwergewichtschampion war, auch ungefähr vor zehn Jahren, da hat er mal in einem Interview gesagt, hat er für den Gewinn seines Titels 20.000 Dollar bekommen.

Und der UFC Schwergewichtschampion heutzutage ist Multimillionär. Also das zeigt ja, in welche Richtung es gegangen ist und wie viel mehr Interesse es gibt. Für einen als Kämpfer, was hat sich verändert? Die internen Prozesse sind ungefähr relativ die gleichen.

Die ganze Organisationscrew von der UFC hat sich mit den Jahren ein paar Mal geswitcht, neue Besitzer. Der Präsident ist zwar geblieben, aber die Leute, mit denen wir zu tun haben, also die Matchmaker und so, sind jetzt andere wie früher. Und jeder arbeitet da, sage ich mal, ein bisschen anders. Der Kader hat sich vergrößert.

Als ich das erste Mal unterschrieben habe, waren wir 200 Kämpfer in der UFC. Jetzt sind es 700, 600, 700, vielleicht sogar 800, irgendwie sowas um den Dreh. Früher gab es eine UFC einmal im Monat oder alle zwei Monate. Und das war halt so ein richtiges Highlight, wo die ganzen Fight-Fans eben auf dieses eine Event hingefiebert haben.

Und jetzt ist es ja so, dass man teilweise zwei Events an einem Wochenende hat. Also vier, fünf Events im Monat, würde ich mal sagen, im Schnitt. Also es ist schon fast wie so eine Liga, Fußball-Football-Liga, dass man jedes Wochenende quasi mit Content versorgt wird. Aber das braucht man auch, weil es gibt jetzt halt eine große Fanbase, die das regelmäßig eben konsumieren wollen Es gibt unterschiedliche Plattformen, auf denen man das schauen kann Jetzt hat die ESPN-Era angefangen, also ESPN hat die Rechte für die UFC gekauft Und man kann die UFC jetzt halt auf ESPN gucken Davor war es ein anderes Modell, davor gab es eine Mischung aus Pay-Per-View Also man bezahlt für die großen Events, aber man konnte halt eben auch auf Fox gucken Also der amerikanische Sender Fox und Fox Sports 1 und da davor war es halt bei Spike TV, also daran sieht man, dass es halt einfach hier auch stufenweise gestiegen ist.

Die Channels, auf denen es halt gezeigt wurde, haben sich geändert, haben eine größere Masse erreicht. Es wächst und wird immer größer und ich bin froh, dass ich halt im richtigen Zeitpunkt eingestiegen bin. Als ich reingegangen bin, war das halt noch so klein, vor allem hier in Deutschland. Wir haben in irgendwelchen Lagerhallen halt gekämpft, noch mit einem ganz anderen Regelwerk wie heute, Also noch mit richtigen Headbutts und man durfte noch an den Haaren ziehen und sowas was ja heute sage ich mal nat verboten ist Also der Sport hat sich extrem professionalisiert jetzt nicht nur in der Produktion und einfach mit den Gagen sondern auch es sind ganz andere Regeln dazu gekommen es wird anders gepunktet wie fr also es ist wirklich von dem sage ich mal Fight Club im Keller zu dem richtigen Major eben aufgestiegen also eine wahnsinnige Entwicklung, man sagt ja der schnellstwachsende Sport, ich weiß nicht, ob das stimmt, aber gefühlt ist es auf jeden Fall so.

ESPN ist ja der größte Sportfernsehsender der Welt, Das sind ja verschiedenste ISBN-Kanäle. Ich kann mich erinnern, dass ich vor einigen Jahren mal in den USA war, habe ich durchs Fernsehen gesäbt im Hotelzimmer und dann gab es einen ISBN-Kanal, der ausschließlich Universitätssport gezeigt hat, also College-Sport, 24 Stunden am Tag. Heftig. Wo dann natürlich die Professionalität und natürlich auch die Zuschauerzahlen für die UFC so viel größer sind.

Mittlerweile gibt es ja auch einige andere Veranstalter neben der UFC, die es recht professionell machen. in Asien, One FC, die so den asiatischen Markt einnehmen. Dann gibt es natürlich Bellator, die zweite Bundesliga ist. Für die, die aus der UFC raus sind, ein bisschen zu alt sind oder die quasi ein bisschen auf dem Sprung sind. Es gibt einige europäische Veranstalter, einige deutsche Veranstalter, jetzt auch mit Nova.

Was würdest du sagen, in zehn Jahren, wenn wir die nächsten zehn Jahre von dir aktiv oder auch passiv in der UFC. Was denkst du, was sind die Trends, wohin bewegt sich das hin? Also ich denke, der Sport bewegt sich in der Richtung, dass man wirklich so einen Liga-Betrieb hat wie Bundesliga oder Football. Das ist einfach, dass es jedes Wochenende eine Veranstaltung gibt, dass auch die Ranking-Systeme sich noch ein bisschen verbessern.

Jetzt ist es ja schon ein bisschen sehr subjektiv, halt gemacht, wer gegen wen kämpft.

Top-Kämpfer im Fokus: Khabib und Jones

Was sagst du von allen, die jetzt so quasi am Aufsteigern sind oder die, die gerade frisch Champion geworden sind oder noch Champion sind? Was würdest du sagen, die Fans oder der, der jetzt anfangen möchte mit UFC schauen, was sind so die drei Kämpfer, die man in den nächsten Jahren am meisten beobachten sollte? Nehmen die selbst natürlich. Ja, ja, also natürlich beobachtet mich.

Ne, Spaß beiseite. Also, Also wen ich auf jeden Fall empfehlen kann mein absoluter Lieblingsk momentan f mich der beste ist Khabib Nurmagomedov Champion im Leichtgewicht hat einen Rekord von 27 und 0 also hei 27 Siege und 0 Niederlagen was schon fast unm ist im MMA weil es halt einfach ihr m euch vorstellen der Mann ist 27 Mal in den Cage gestiegen und hat nicht ein einziges Mal verloren Und das ist bei so einem breit gefächerten Sport, wo man so viele unterschiedliche Sachen anwenden kann, schon wirklich fast wie ein Wunder. Dass er nicht mal irgendwie ausgerutscht ist und dann irgendwie sich so einen Cut geholt hat und dann mal einmal verloren hat, ist eigentlich fast unmöglich.

Und dass er einfach mit 27 Kämpfen immer noch ungeschlagen ist und wie dominant er auch einfach alle weggeräumt hat, ist für mich faszinierend. Ich befürchte fast, dass er nicht mal lange kämpfen wird, weil er hat einfach, kann man sagen, schon sehr, sehr viel erreicht. und dass er irgendwann mal halt sagt, jetzt ist halt genug und er will halt ungeschlagen abtreten, das könnte halt sein. Deshalb schaut euch Khabib an, solange er halt noch da ist. Das ist auf jeden Fall jemand, den ich empfehlen kann.

Dann ein anderer Kämpfer, auf jeden Fall John Jones, Champion im Halbschwergewicht. Also für mich ist Khabib der beste Kämpfer, aber wenn man sich die Rankings, also die Pound-for-Pound-Rankings anguckt, die gewichtsklassenübergreifenden Rankings, da ist fast überall Jon Jones als Nummer 1 aufgelistet. Er ist eigentlich auch ungeschlagen, er hat eine Niederlage im Kampfrekord, aber das ist aufgrund von einer Disqualifikation, die damals auch ein bisschen strittig war, aber im Prinzip kann man sagen, ist er auch ungeschlagen. Und bei ihm ist es besonders, dass er halt in einem jungen Alter, der war schon glaube ich mit 22 oder mit 23, war der UFC-Champion und hat halt alle großen Namen, damals war Halbschwergewicht so die größte Gewichtsklasse in der UFC, die beste mit den größten Stars und er hat diese ganzen alten Topstars wie Lyoto Machida, Rashad Evans, also die ganzen Legenden hat er schon als richtiger Stinker, also mit 22, 23 hat er aussehen lassen wie Anfänger.

Er hatte dann andere Probleme, also was weiß ich, wurde ständig festgenommen, weil er Scheiße gebaut hat und deshalb hat er jetzt in den letzten Jahren weniger gekämpft, Aber immer noch, wenn John Jones halt in den Ring steigt, ist es immer ein Meisterstück. Einfach von Technik und Taktik und Brutalität, sage ich mal. Also John Jones ist auf jeden Fall der Zweite.

Der Einfluss von Conor McGregor

Und der Dritte, also mit Sicherheit den allermeisten Begriff, Conor McGregor. Man wei nicht wie es halt mit ihm weitergeht aber auf jeden Fall f mich auch eine der wichtigsten Figuren im MMA weil er unseren Sport einfach auch auf eine andere Ebene gebracht hat Conor McGregor hat halt das geschafft was halt fast keiner geschafft hat Er ist oder er war zu seiner Zeit gr als der Sport kann man sagen McGregor hat das Ding einfach nochmal auf eine ganz, ganz andere Ebene gebracht und ich habe das sogar bei mir in meinem Gym in Balingen gemerkt, dass einfach Leute gekommen sind, hier, ich will das trainieren, was Conor McGregor macht und der hat sehr, sehr viele Leute inspiriert, sich für diesen Sport zu interessieren oder auch diesen Sport auszuüben.

Das hat man halt ganz deutlich gemerkt. Und man kann ihn lieben oder man kann ihn hassen, aber er hat halt geschafft, so ein Interesse um sich herum aufzubauen, dass es für mich auch faszinierend ist. Also bei ihm natürlich auch der Hauptgrund sind die sportlichen Leistungen. Er ist ein toller Kämpfer, hat halt sehr spektakuläre und gute Fights geliefert.

Aber bei ihm kommt auch noch dieser Show-Faktor. Er ist einfach saulustig. Er hat Trash-Talk auf eine ganz neue Ebene gebracht. und die Leute freuen sich auf seine Pressekonferenzen fast schon mehr wie auf seine Fights. Und es hat halt kein anderer, also Chael Sonnen war auch sehr erfolgreich damit, aber keiner hat es halt so gemacht wie McGregor und ist auf jeden Fall auch ein sehenswerter Kämpfer.

Also die drei würde ich sagen, Khabib, John Jones und Conor McGregor. Vor zwei Jahren war McGregor sogar der meistgegoogelte Sportler der Welt. Sportübergreifend. Sportübergreifend, also von allen Sportarten.

Kein anderer Sportler, kein LeBron James. kein Lionel Messi, kein Cristiano Ronaldo. Der meistgegoogelte Sportler war Conor McGregor. Für einen Sport wie Lionel Messi, Cristiano Ronaldo, Fußball, der meistgespielte Sport der Welt. Bis hin zu LeBron James, seit plus minus zehn Jahren der erfolgreichste Basketballspieler und so weiter.

Während Conor McGregor vor zehn Jahren hat er noch seinen Hartz-IV-Scheck kassiert und auf dem Bau gearbeitet. So ist es. Und ich kenne McGregor noch, als er damals in der europäischen Szene unterwegs war. Es gab mal eine Zeit, wo er, sage ich mal, ungefähr auf dem sportlichen Niveau von einem meiner Schützlinge war, Martin Buschkamp.

Also den ein oder anderen Oldschool-MMA-Fan wird Martin noch ein Begriff sein. Martin, ein Kämpfer aus meinem Team, der auch ungeschlagen ist, 9-0, hat jetzt aber seine Karriere beendet, hat einen Vertrag bei Cage Warriors bekommen, hat dort sein Debüt gegeben, sehr dominant gewonnen und wir haben daraufhin direkt ein Angebot bekommen, um den Titel zu kämpfen, bis 66 Kilo, und damaliger Champion bei Cage Warriors, Conor McGregor. Und da habe ich das erste Mal von ihm gehört, das waren vor ungefähr acht Jahren oder sowas würde ich sagen. Und ich habe mir ihn damals angeschaut und dachte mir, Das wird ein schwerer Kampf für Martin hier, der Typ hat halt eine gute, also McGregor hat halt eine gute Linke, gute Schlagkant, gutes Auge.

Und dann habe ich damals zu den Matchmakers gesagt, wir brauchen noch ein bisschen Zeit, also vielleicht noch ein Jahr, dann können wir um den Titel kämpfen, gebt uns jetzt mal bitte nochmal einen anderen Kampf. Und dann gucke ich so irgendwie zwei, drei Jahre später, McGregor halt Superstar in der UFC, wo ich halt dachte, Mann, Wahnsinn. so, das war ein unbekannter Junge aus Dublin, Irland, ja hat halt hier ein bisschen in Europa für Furore gesorgt und irgendwie ein paar Jahre später ist er einer der größten Stars der Welt so also war ein unbeschreiblicher und wahnsinniger Aufstieg und nicht zu glauben, dass es halt einer und noch in so einer Randsportart, sag ich mal wie MMA geschafft hat, das ist also wie gesagt, love him or hate him aber ich glaube es wird nie wieder mal einen geben, der das in dieser Form nachmachen kann, wie McGregor das gemacht hat, also sehr faszinierend Es gibt ja auch eine lustige Geschichte hier von einem MMA-Kämpfer aus Stuttgart, die sogar noch älter ist, dem auch damals, bevor noch McGregor Cage Warriors Champion war, McGregor als Gegner angeboten wurde und dann der Stuttgarter Kämpfer den Kampf abgesagt hat, weil es kein interessanter Gegner war, der auf hoch genugem Niveau war, als dass es interessant wird.

Echt jetzt? Ja. Wer? Allen.

Okay, okay, okay. Die Geschichte hat mir Tim erzählt. das war dann damals so nee das Kampf machen wir nicht das ist uninteressant ja ja ja und dann 10 Jahre sp k McGregor gegen Floyd Mayweather in Vegas und verdient 100 Millionen in einem Kampf Ja

McGregor gegen Mayweather und Abschluss

Und die halbe Welt redet drüber. Ist so. Ein größtes Pay-Per-View, wahrscheinlich der größte Kampf, über den jemals geredet hat. Ich hatte Kunden, die nichts mit Kampfsport zu tun haben.

Und in den Wochen vor McGregor und Mayweather wurde ich darauf angesprochen. Wer gewinnt. und jeder hat irgendwie eine Meinung und jeder hat eine Pay-Per-View-Party und ich übertrage es, schaust du es auch. Aber da muss man halt auch mal sehen, was er geschafft hat für einen Hype um sich herum aufzubauen. Man muss sich das mal überlegen.

McGregor, ein MMA-Kämpfer, ein guter MMA-Kämpfer, nicht der beste, aber ein sehr, sehr guter MMA-Kämpfer, der bekannt ist für eine gute Schlaghand, also für eine gute linke Gerade halt, kämpft gegen den vermutlich besten Boxer unserer Generation, Floyd, Manny Mayweather, ungeschlagen, Legende. Und Leute haben halt wirklich geglaubt, viele Leute. Also ich glaube, kein einziger Boxexperte hat gesagt, McGregor gewinnt den Kampf, aber so der Casual-Fan, der halt mal davon gehört hat, die meisten Leute haben geglaubt, dass McGregor gewinnt gegen Mayweather. Und das ist ja absurd.

Das muss man sich ja vorstellen, wenn man sagt, ein Zehnkämpfer in Leichtathletik, tritt im Sprint gegen den besten Sprinter der Welt an. Der hat keine Chance, das ist unmöglich, weil der Zehnk nat auf alle Zehndisziplinen spezialisiert ist Das ist ja das gleiche beim MMA McGregor muss seine Trainingszeit auf Boxen Kicken Ringen Bodenkampf verteilen Und Mayweather macht seit kleinem auf nur Boxen Es ist eigentlich, also es ist unmöglich, dass McGregor gegen Mayweather gewinnt. Es ist unmöglich. Und ich habe auch gewettet, und natürlich lag ich richtig damit, dass Mayweather gewinnt, weil ich, sag ich mal, ein Experte bin.

Aber die Leute haben geglaubt, dass McGregor ihn irgendwie K.O. haut. und das fand ich halt Wahnsinn, dass er einfach geschafft hat, diesen Hype um sich herum aufzubauen, so ist unglaublich. Und ich bin sicher auch, weil wir haben ein klein bisschen Hoffnung da, dass er zumindest eine, dass Mayweather zumindest mal wackelt. Ja, natürlich. So diese Hoffnung, dass...

Ich glaube, jeder MMA-Fan hat McGregor die Daumen gedrückt, weil, ich sag mal, einer von uns, einer von unseren Jungs, er ist ja auch Kämpfer und man identifiziert sich in dem Moment mit ihm und wir haben alle gehofft, habe ich, dass McGregor gewinnt, aber geglaubt daran habe ich nicht. Mann, das ist Floyd Mayweather. Wenn du nach Las Vegas, ich bin von San Diego nach Las Vegas mit dem Auto reingefahren und wenn du halt da kurz vor Vegas reinfährst, das erste riesige Werbeschild ist nicht irgendwie Bellagio oder Cedars Palace, sondern da steht einfach ein riesiges Schild, Floyd Manny Mayweather 50 und 0.

So, das ist das erste, was du siehst, wenn du in Vegas reinfährst. Sagt ja eigentlich schon alles. Der Beste unserer Generation. und ja, heftige Geschichte auf jeden Fall Cool Peter Anderthalb Stunden durch ein bisschen K unterwegs was waren die einzelnen Stationen, dann noch einen kleinen Einblick in Nova und noch in den aktuellen Stand der UFC, beziehungsweise wenn man beobachten kann und was da noch kommt. War hochinteressant.

Ich hoffe auch für jeden Zuhörer war was dabei. Ich bin mir sicher, Peter ist noch das ein oder andere Mal beim Podcast auch gerne über andere Themen wenn irgendjemand zu bestimmten Themen einen Podcast mit Peter hören möchte, einfach unten in die Kommentare direkt auf wolfgangunzoll.de ansonsten vielen Dank fürs Einstalten und noch einen schönen Tag alles klar Vielen Dank. Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!

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