Kniestabilität und Rotationsmechanik
Ich habe ein großes Thema, das glaube ich ist hochinteressant, das Trainer und Therapeuten betrifft. Oh, jetzt bin ich gespannt. Und zwar gab es in den letzten Wochen einige Diskussionen rund um das Thema Rotation und Stabilität im Knie. Und jeder, der schon mein Modul 5 besucht hat, weiß, dass das ein Thema ist, das ich gern anspreche.
Denn grundsätzlich wirken verschiedene Kräfte aufs Knie. Manche Kräfte kann das Knie sehr gut absorbieren, manche Kräfte kann das Knie weniger gut absorbieren. Und gerade aus Sicht vom Training ist natürlich immer eine Frage, was kann ich effektiv muskulär stabilisieren? Weil im Umkehrschluss ist, was ich muskulär effektiv stabilisieren kann, kann ich natürlich die Stabilität deutlich weiter steigern.
Sprich, je mehr ich trainiere, je stärker ich werde, desto mehr Kräfte kann ich absorbieren. Zum Beispiel, wenn wir mal ein Beispiel machen, eine Schulter. Oder eine Schulter ist doch ein ganz gutes Beispiel. Je stärker ich in jeder Bewegungsrichtung der Schulter bin, desto stabiler ist die Schulter insgesamt.
Exakt. Spezifisch, was das Thema Rotation und Knie angeht, ist eine meiner grundlegenden Aussagen, dass das Knie in Rotation grundsätzlich instabil ist. denn es gibt hier keine Muskulatur die effizient stabilisiert grunds wenn wir das Knie sprechen ist nat ich sage es ist in Rotation instabil was automatisch bedeutet das Knie kann Rotation Also klar, das Knie ist in erster Linie… Da muss ich einhaken, da muss ich einhaken und zwar, das Knie sollte Rotation können. Genau, deswegen sage ich, grundsätzlich kann das Knie Rotation. Unter anderem nicht nur in Abhängigkeit, was du meinst, ist individuell aktuell, sondern auch natürlich, was Speugung und Streckung angeht.
Je gestreckter das Knie, desto weniger Rotation kann es. Bei etwa 90 Grad Beugung kann das Knie am meisten Rotation, aber es ist nicht viel Rotation.
Anatomie der Unterschenkelrotation
Und nur weil es Rotation kann, heißt es noch lange nicht, dass das Knie in Rotation stabil ist. Und wenn ich da noch ganz kurz einhaken darf, also bei 90 Grad sollte es rotieren können, das ist richtig. Also wenn man zum Beispiel jemanden auf den Rücken legt und man testet, ob der Unterschenkel rotieren kann, dann testet man ja quasi die Rotationsfähigkeit von Unterschenkel gegenüber Oberschenkel, also Rotation im Knie. Man muss aber auch gleichzeitig schauen, es ist was anderes, wenn jemand in Rückenlage liegt, nicht testet die Rotation, versus jemand steht und belastet den Fuß und den Unterschenkel und das Knie und hat dann Rotation.
Weil wenn das Sprunggelenk nicht funktioniert und das Sprunggelenk, das besteht ja quasi aus Talus, also aus Fuß, aus Unterschenkel. Ich versuche es gerade so zu formulieren, dass es jemand, der jetzt den Begriff Talus nicht kennt, versteht. Also es besteht ja aus Fußknochen und aus dem Schienbein und dem Wadenbein. Das sind die Knochen, die den Unterschenkel bilden.
Und wenn da ein mechanisches Problem ist, dann wird die Rotation im Unterschenkel bei Belastung auf den Fuß sehr stark eingeschränkt sein. Das heißt, man muss sich das anschauen, weil ansonsten wirst du keine Rotation im Unterschenkel haben. Und lass mich den Satz nur noch machen. Gerne.
Wenn du keine Rotation im Unterschenkel wirklich hast, dann kriegen auch Kreuzbänder viel, viel, viel Stress ab. Klingt erstmal gegensinnig, weil man würde ja sagen, wieso, wenn ich wenig Rotation im Unterschenkel habe, dann müssen ja auch die Kreuzbänder die Rotation wenig limitieren. Ich kann es jetzt nicht so gut rein auditiv oder verbal erklären. Es ist deutlich leichter in den Seminaren, wo ich das erkläre.
Aber fast jeder der diese Probleme hat oder lass mich anders formulieren es gibt eigentlich kein Kreuzband das in der Reha oder ein Postoperativ oder Postreha zu uns kommt das eine sehr gute Unterschenkelrotation hat
Herausforderungen in der Reha und Kniestreckung
Und die Unterschenkelrotation steht auch biomechanisch in Kombination mit der Kniestreckung. Und das ist der Grund für die ganzen TherapeutInnen, die jetzt zuhören, warum ihr, wenn ihr ein Knie in der Reha habt, euch ganz oft fragt, warum kommt es nicht in die Streckung. Warum kommt das Knie nicht in die Streckung? Das ist ja super komisch, weil, sagen wir mal, du hast jetzt jemanden, der ist, weiß ich nicht, ein Schwimmer.
Super gut beweglich, ja. Die Schwimmer haben häufig sehr, sehr weiche Gelenke und sehr, sehr weiche Gelenkstrukturen und kommen häufig vor allem richtig gut in die Überstreckung in den Knien. Vor allem Brustschwimmer haben brutale Überstreckbarkeit in den Knien. Long story short.
Jetzt hast du einen Schwimmer und der kommt von einem Operateur, den du kennst. Der ist super operiert. Du weißt, der Operateur, der hat dir auch Feedback gegeben, Operation lief super. Und du kämpfst mit dem in die Strecken, der kommt vielleicht bis null, aber niemals mehr in die Überstrecken.
Du denkst dir, hä, wie kann das sein? Und dann sagst du die ganze Zeit, mal durchstrecken, mal durchstrecken. Dann machst du solche Quatschübungen wie mit dem Gummiband in der Kniekehle, wo du die Streckung aktiv beübst. Das funktioniert einfach nicht und du denkst dir, hä, wieso?
Und dann kommt der Peter und der Peter ist 40 und der war Skifahren und der ist ein bisschen übergewichtig, macht wenig Sport. und der hat sich das Kreuzband gerissen und der kommt perfekt auf einmal in die Kniestrecken. Du denkst dir, wie kann das denn sein? Wenn du nicht in die Kniestrecken kommst und wenn du in der Reha stehst und jedes Mal für die Kniestreckung übst, kann ich dir nur sagen, Advanced Seminar 1 und 2, da klären wir das und wir erklären auch, wie es so easy wegbekommt, so easy. Da gibt es, ich sage den Namen nicht, ist egal, mach du mal deinen Punkt weiter.
Die vier primären Kräfte auf das Knie
Was du angesprochen hast, was vollkommen richtig ist, dass wir natürlich Strukturen haben, die das Knie in Rotation stabilisieren. Also das Knie ist instabil, was aber nicht heißt, dass es keine Stabilität hat. Bevor wir da einfach eine Reihe von Gewebe rund um das Knie aufzählen, was ja nutzlos ist, müssen wir schauen, was hat tatsächlich einen Effekt auf die Stabilität in Rotation und was nicht. Wie du sagst, die Kreuzbänder tragen als eine der passiven Strukturen zur Stabilität in der Rotation bei. zum Beispiel sowas wie Menisken.
Menisken sind da das Gelenk zu führen, die haben keinen direkten Einfluss auf die Stabilität in Rotation. Muskulatur ist auch ein bisschen was da, Beispiel Popliteus oder Bizepsfumoris tragen etwas zur Stabilit in Rotation bei aber bei weitem nicht so effektiv wie bei anderen Belastungsformen Wir haben nat sowas wie der Quadrizeps Also ich sehe nicht wie der Quadrizeps einen funktionalen Beitrag zur Stabilität in Rotation hat. Also wenn wir uns Stabilität in Rotation anschauen, können wir nicht einfach nur rund um das Knie Strukturen aufzählen, sondern wir müssen genau schauen, welche Strukturen haben tatsächlich einen Effekt.
Und ein Punkt, den ich jetzt schon ein paar Mal gemacht habe, ist, dass es verschiedene Belastungsformen gibt, die das Knie stabilisieren muss oder kann. Und die Hauptbelastungsformen, also grundsätzlich gibt es vier verschiedene primäre Belastungsformen, die das Knie stabilisieren muss, beziehungsweise Formen von Kraft, die auf das Knie wirken. Die Hauptformen sind axiale Kräfte, also Druckkräfte. quasi wenn du stehst, Beispiel, Thomas wiegt 110 Kilo, wenn du stehst, ist es angenommen, du stehst genau mittig, sind es etwa 50 Kilo links, rechts, die da an Druckkräften auf das Knie wirken. Wenn du zum Beispiel joggen gehst, je nachdem wie schnell du bist und individuelle Mechanik und so weiter, ist es schnell das 2-4-fache deines Körpergewichts pro Bein, pro Schritt.
Also bei 100 Kilo, wenn wir den Unterschenkel mal abziehen, sind es dann mal ganz schnell 2-3-4 100 Kilo pro Schritt an Druckkraft, die auf das Knie wirken. Und das kann natürlich das Knie sehr häufig wiederholen. Grundsätzlich axiale Kräfte, gehen, stehen, rennen, laufen, springen, sind Kräfte, die das Knie zum einen grundsätzlich sehr gut absorbieren kann. Denn für diese Art von Kräfte, gehen, stehen, rennen, springen, sind wir ausgelegt.
Und der zweite Punkt ist, hier wirkt Muskulatur sehr stark mit. Sprich, die Progressionsfähigkeit dieser Form der Stabilität ist sehr hoch. Je mehr Muskulatur beiträgt, desto mehr kann ich tatsächlich Stabilität steigern. Die zweite Form von Kräften, die gut wirken, sind sagittale Kräfte, sprich Flexion, Extension.
Ebenfalls hier vor allem Beinbizeps und Beinstrecker, Quadrizeps und Hamstrings sind hier sehr effektiv, sagittale Kräfte zu absorbieren.
Scherkräfte und Valgus-Verletzungen
Scherkräfte ist eine Art von Kräften, die das Knie deutlich schlechter stabilisieren kann. Ein klassisches Beispiel ist, wenn man medial-lateral Scherkräfte nicht absorbieren kann, dann kommt der Walgus. Der Walgus ist quasi das Knie, wandert nach innen. Wenn der Walgus zu stark ist in Relation zu dem, was das Knie stabilisieren kann, dann ist klassischerweise Innenband und Walgus. vorderes Kreuzband, was da durch ist.
Gerade im Fußball sieht man das häufig, wenn du so Slow-Mos anschaust. Zum einen, wenn jemand gefoult wird und zum anderen auch, da gab es vor Jahren so ein Video, das war ein Innenverteidiger von Borussia Dortmund, der ist hoch zum Kopfball, ist runtergekommen, ist auf einem Bein gelandet. Subotic, da habe ich seinen Namen, wenn ich mich richtig erinnere. Jonas ist Dortmund-Fan.
Ja, Jonas wird es wissen. Er ist runtergekommen, auf einem Bein gelandet und du siehst in Slow-Mo, Valgus, das Knie wandert nach innen, bumm und Kreuzband war durch. Also Scherkräfte, die kommen relativ häufig vor, die können etwas muskulär stabilisiert werden. Beinbizeps spielt da ein bisschen eine Rolle, Vastus medialis oblicus, also die unteren quer verlaufenden Fasern, das Vastus medialis, spielen da ein bisschen eine Rolle, sind aber definitiv Kräfte, wo das Knie grundsätzlich viel verletzungseinfälliger ist.
Rotationskräfte und Sportverletzungen
Und die vierte Hauptkraft, die jetzt noch fehlt, die wir der meiste Aufmerksamkeit schenken, sind Rotationskräfte. Und das ist die mit Abstand am schwierigsten zu kontrollierende Kraftrichtung. Es ist die instabilste Kraftrichtung und es ist die Kraftrichtung, wo du ein großes Problem hast, was Verletzungen angeht. Das ist auch im Rahmen der Diskussion, waren einige, die darauf hingewiesen haben, dass natürlich das Thema Rotation und Verletzungsanfälligkeiten groß ist.
Was ein schönes Beispiel dafür ist, wie instabil das Knie ist. Und da gibt es einige Praxisbeispiele. so ein Klassiker ist, wenn du einen Sport machst mit Stollenschuhen. Fußball, American Football. Und wenn dein Unterschenkel im Boden fixiert wird durch diese Stollen.
Exactly. Beispiel beim Tackling. Und dein Oberkörper beziehungsweise Oberkörper und Hüfte rotieren. Sprich, du hast eine Rotation im Knie.
Was passiert dann? Ja, die Kraft, die ist viel, viel krasser. Wirkt viel krasser. Ist auch bei stumpfen Hallenboden so.
Natürlich nicht ganz Nicht so krass wie mit, ja genau, oder auch Basketball ist natürlich nicht ganz so krass wie beim Fußball, aber so stumpfer Hallenboden, das kann auch schon krass sein. Ein gutes Beispiel. MMA und UFC und Jiu-Jitsu haben natürlich die absolute Hochphase aktuell. Also viele Hörer werden wahrscheinlich regelmäßig die UFC konsumieren und ich konsumiere regelmäßig UFC.
Du am Reiter auch, soweit ich weiß. Ja, ich gucke ab und zu ganz gerne mal ganz gerne mal kämpfe. Aber ich muss gleich noch auf ein anderes sportliches Highlight hinaus was auf meiner Liste steht was du auf jeden Fall wahrscheinlich nicht geguckt hast aber was wahrscheinlich die Geschichte eingehen wird Okay lass uns den Punkt fertig machen Ja, ja, bitte, bitte.
Beispiel Kampfsport: Der Heelhook
Der sogenannte Heelhook. Der Heelhook ist ein Gelenkhebel aufs Knie, wo wir Kräfte in der Rotation entwickeln. Für alle, die UFC-affin sind oder die sogar Jiu-Jitsu selber machen, die kennen den Heelhook. Für die, die das nicht sind, ist es relativ simpel.
Stell dir vor, zwei Leute sitzen sich gegenüber auf dem Boden. Der eine, der Angreifer, geht quasi wie so eine Schere in die Beine des anderen und fixiert den einen Oberschenkel des Gegners mit seinen zwei Beinen. Und dann ist es das Ziel, mit dem Unterarm unter die Ferse zu kommen. Sprich, der Oberschenkel wird fixiert durch die zwei Beine und durch Unterarm unter der Ferse rotierst du das Knie.
Dieser Hebel, dieses Submission oder Aufgabegriff war jahrelang verboten und ist teilweise immer noch in verschiedenen Klassen und Verbänden verboten. Warum? Denn das Verletzungsrisiko ist riesig. Und zwar nicht nur aufgrund der Kräfte, die auf das Gelenk wirken, sondern in erster Linie aufgrund der Tatsache, dass das Knie in Rotation so wenig Kräfte absorbieren kann.
Beispiel, es gibt das Armbar, das ist ein Armhebel, bei dem ich versuche, den Arm zu überstrecken. Da habe ich relativ viel Schmerz. Warum? Denn wenn ich versuche, den Arm zu überstrecken, dann bringe ich einen Haufen Spannung auf Bizeps, Brachialis, Brachioradialis.
Das heißt, ich spüre da was. Während beim Knie es so ist, dass ich kaum Schmerz spüre, denn das bisschen Spannung, das ich auf die Bänder bringe, ist nichts, was direkt mit Schmerz assoziiert ist und wenn ich dann ein paar Grad weitergehe, ist das Knie einfach durch. Was man auch auf hohem Niveau im Jiu-Jitsu sieht, dass auf höchstem Niveau, wo ein Verständnis für Technik da ist, das die einzigste Submission ist, die tatsächlich nicht gefinisht wird. Also da gibt es einige Beispiele, wenn ich das bei YouTube anschauen will, Gordon Ryan gegen Matthäus Denise oder Ryan gegen Abruh.
Da ist quasi noch gar keine Submission da. Und der andere gibt schon auf, weil zwei Dinge gegeben sind. Das heißt, der Oberschenkel wird fixiert und der Unterarm wandert unter die Ferse. Für die, die nicht Jizitza-Affin sind, müsst ihr euch so vorstellen, der Ball rollt aufs Tor zu und der Schiri pfeift ab.
Und das ist ein Tor weil der Ball ja eh ins Tor gerollt w Und so ist es ein bisschen bei dem Heal das Risiko ist so gro sich zu verletzen weil das Knie in Rotation so instabil ist dass man aufgibt bevor das Thema eigentlich kommt. Ja, ich weiß, was du meinst. Ich glaube, wir verlieren uns zu krass in diesem Kampfsport-Ding, weil ich habe echt auch gebraucht, gerade nachzudecken, obwohl ich ja schon auch, also ich weiß, wie ein Heelhook geht. Ich würde dich noch mal einfangen, Wolfgang.
Lass mich die Runde machen. Grundsätzlich, Außenrotation und Innenrotation sind eingeschränkt. In Außenrotation hast du wahrscheinlich irgendwo 30, 40 Grad bei einer Kniebeugung. Innenrotation hast du sogar nur 10, 15 Grad.
Das heißt, das Knie rotiert nicht sonderlich viel. Wenn ich jetzt zum Beispiel Innenrotation mache, das kann das Knie nur 10, 15 Grad. Aber ich mache das bei 30 Grad. Was passiert?
Da reißt irgendwas. Und die Kraft, die ich aufbringen muss, sind 20, 30 Kilo. Also das ist nicht hier, dass ich da voll dran ziehen muss, sondern ich kann sogar mit einem Unterarm, ohne die Hände zusammenzubringen, da relativ kleine Kräfte aufwirken, die das Knie zerstören. Ein anderes Beispiel, mit dem mehr was anfangen können, ist der Klassiker Skifahren.
Du fährst, du verkanntest deinen Ski und der Ski rotiert dein Knie und was passiert? Kreuzband. Genau, ja. Das wäre der Klassiker.
Rotationskräfte haben wir in verschiedenen Szenarien. ich mag das Hilux-Szenario, denn ich bin sehr Jiu-Jitsu und UFC-affin. Dementsprechend als technisches Beispiel. Wir sind an dem Punkt, an dem du den Unterarm unter der Ferse hast, ist das Ding quasi durch. Also du hast keine Chance, das zu verteidigen, denn die 20, 30 Kilo an Kraft, die der Gegner entwickeln muss und das ist ein, zwei Sekunden und dann ist das Knie durch.
Sprich, das Knie Das Knie ist in Rotation instabil. Jetzt haben wir viel über Instabilität gesprochen.
Definition von Stabilität vs. motorische Kontrolle
Wichtig bei jeglicher Art von Diskussion ist immer, dass wir definieren, was Stabilität ist. Und Stabilität ist, ein Synonym für Stabilität ist Beständigkeit. Also etwas, das stabil ist, ist beständig. Das heißt, es hält seine Position mit minimaler Abweichung. sprich etwas das sich nicht bewegt ist sehr stabil also beispiel thomas geht in wald und nimmt einen baseball schläger mit und thomas sieht einen großen baum mit dem der stamm hat einen hohen durchmesser und du donnerst mit dem baseball schl gegen den da aber warum sollte ich das tun wolfgang also was also bildlich meinen Punkt zu demonstrieren Okay Der Baum bewegt sich Nein Der Baum ist sehr stabil.
Jetzt gehst du einen Schritt weiter und da ist ein Baum, der einen dünneren Stamm hat. Du donnerst wieder mit dem Baseballschläger dagegen und der Baum bewegt sich leicht. Er bewegt sich leicht, das heißt, er ist immer noch stabil. Aber er ist bei Weitem nicht so stabil wie der Baum mit dem dicken Stang, weil der Baum mit dem dicken Stang deutlich mehr Kräfte absorbieren kann.
Und dann kommt der nächste Baum und der Donner ist da dagegen und der Stamm bewegt sich sehr stark und bricht. Das heißt, dieser Stamm war nicht imstande, relevant Kräfte zu absorbieren und hat sich quasi in dem Zuge auch verletzt. Und das Gleiche passiert auch, wenn wir von Stabilität in Bewegung reden. Es geht darum, Kräfte zu absorbieren und es ist natürlich nicht so, dass Stabilität, Instabilität schwarz-weiß ist, sondern es ist ein Spektrum.
Das heißt, je mehr du Position halten kannst, desto stabiler bist du. Leichte Abweichungen sind vollkommen normal. Je stärker die Abweichung, desto instabiler. Das bedeutet, je mehr Kräfte du absorbieren kannst, desto stabiler bist du.
Je weniger Kräfte du absorbieren kannst, desto instabiler und desto höher die Verletzungsanfälligkeit. Macht es soweit Sinn? Ja. Und wir müssen hier differenzieren zwischen Kontrolle und Stabilität.
Also das ist auch ein Punkt, der aufkommt. Teils wird sogar motorische Kontrolle als besserer Begriff für Stabilität in Bewegung bezeichnet, was grundsätzlich keinen Sinn macht. Insbesondere, wenn wir uns tatsächlich Literatur anschauen, ist es so, motorische Kontrolle, motorisch bedeutet, bezieht sich auf Bewegung, Kontrolle ist quasi Kontrolle in Bewegung, während Stabilität Beständigkeit ist. Die Schnittfläche beider Themen ist groß, aber es ist nicht dasselbe.
Denn Stabilität ist Teil motorischer Kontrolle. Motorische Kontrolle umfasst jedoch noch deutlich mehr, wie zum Beispiel Feinmotorik, Koordination, Ansteuerung, Timing usw. Das heißt, wir können nicht Stabilität mit motorischer Kontrolle gleichsetzen, denn beides hat zwar Schnittfläche, ist aber komplett verschieden. Ein Beispiel, wenn wir über Kontrolle sprechen, aus Sicht der Motorik in Rotation im Knie sprechen, dann ist ein gutes Beispiel sowas wie Tanz.
Also gerade du, ich bin jetzt kein Experte, was Tanz angeht, aber es gibt viele Tanzformen, wo man sich dreht. Und wenn man sich dreht, spielt man, natürlich auch die Rotation im Knie teilt eine Rolle. Nur weil du imstande bist, feinmotorisch die Rotation im Knie zu kontrollieren, heißt das noch lang nicht, dass du die Fähigkeit hast, einer Störung zu widerstehen. Sprich, dass du stabil bist.
Ich glaube, dass das Beispiel vielleicht sogar hinkt, weil im Tanz, da ist es ja in der Regel so, dass du schon koordinativ genau weißt, was auf dich zukommt. Also ich glaube, das große Problem sind einfach Kräfte, die wirken aufgrund von … Das ist mein Punkt. Kontrolle ja, aber Kontrolle ist nicht zwingend gleichzusetzen mit Stabilität. Nee, nee, nee, aber ich glaube ja, im Fußball oder im Football oder so, da passiert ja was, mit dem du nicht rechnest.
Und die Impacts sind ja wahrscheinlich deutlich größer. Die Impacts sind größer, deswegen spielt Stabilität eine größere Rolle. Also mein Punkt ist, motorische Kontrolle und Stabilität haben eine Schnittfläche, sind aber nicht identisch. Nur weil du motorische Kontrolle hast und feinmotorisch Bewegung kontrollieren kannst, heißt das nicht, dass du in dieser Bewegung ein hohes Maß an Stabilität hast oder relevante Stabilität hast.
Das heißt natürlich, je besser deine Kontrolle, desto potenziell größer die Stabilität, aber es ist nicht eins zu eins gleichzusetzen. Das heißt, wir müssen differenzieren zwischen Stabilität und motorische Kontrolle. Auch wenn beides Schnittfläche hat, sind es zwei grundlegend verschiedene Dinge und wenn wir über Verletzungen reden, müssen wir am Ende vom Tag in erster Linie über Stabilität sprechen. Denn Stabilität ist die Fähigkeit, Kräfte zu absorbieren.
Stabilität ist die Fähigkeit, Störung auszugleichen. Je höher meine Stabilität, desto höher die Kräfte, die ich absorbieren kann, desto geringer meine Verletzungsanfälligkeit. Das ist das Thema mit dem Baum. Wenn der Darm einen riesen Stamm hat, der sehr stark ist, dann kann der Baum natürlich deutlich größere Kräfte absorbieren, wie zum Beispiel durch Wind, als wenn das ein dünnes Stängelchen ist.
Macht Sinn? Ja, absolut. Das hei grunds dass wir das Thema nochmal rund machen ist von allen prim Formen der Kraftentwicklung auf das Knie Druckkr also axial sagittale Kr also Flexion Streckung Scherkr also von vorne nach hinten oder von links nach rechts also anterio medialateral oder nat auch die prim Rotationskr sind die Rotationskr die das Knie grunds strukturell am schlechtesten absorbieren kann Sprich, es ist in Rotation grundsätzlich am instabilsten. Stimmst du mir zu?
Ja. Gut. Ein weiteres Problem, das wir haben aus Sicht des Trainings ist, dass der muskuläre Beitrag zur Rotationsstabilität relativ gering ist. Es hängt viel an passiven Strukturen, also Beispiel der Klassiker, wenn wir zu viel Sagittalkräfte haben, dann haben wir Muskelzerrung, Muskelfaserriss, Muskelbündelriss, vorderer Oberschenkel, hintere Oberschenkel.
Richtig? Ja. Das heißt, die Muskulatur übernimmt da viel der Absorption der Kräfte. In Rotation ist da nicht wirklich viel Muskulatur, das strukturell so ausgelegt ist, dass es wirklich hohe Kräfte absorbieren kann.
Das heißt, in Rotation reißen uns je nachdem Innenrotation, Außenrotation, primär Außenband, Innenband, hinteres Kreuzband, vorderes Kreuzband. Richtig? Stimmst du mir zu? Ich stimme dir bei allem zu.
Nur, dass es klar ist, ist auch wichtig. Manchmal, ich erkläre Dinge und mir ist wichtig, dass diese Erklärung ankommt, Deswegen frage ich gerne nach und grundsätzlich bei jegler Art von Argumentationskette ist natürlich, dass man klar definiert, was was ist und deswegen war mir auch der Punkt zwischen der Differenzierung zwischen Stabilität und motorischer Kontrolle wichtig, denn grundsätzlich, wer fachlich diskutiert, muss klar Begriffe definieren, ansonsten macht so eine fachliche Diskussion einfach keinen Sinn. Deswegen, Stabilität ist Beständigkeit, es ist die Fähigkeit, Störung zu absorbieren.
Es ist im Kontext von Bewegung in erster Linie die Fähigkeit, Kräfte zu absorbieren, ohne von der eigentlichen Bewegung abzuweichen. Das heißt, ein einfaches Beispiel ist, wenn wir rennen, die Beine sollen sich bewegen, der Torso soll aber möglichst stabil bleiben. Das ist zum Beispiel einer der großen Unterschiede zwischen einem Elite-Sprinter und einem Sprinter auf Amateur-Niveau. Bei einem Elite-Sprinter haben wir sehr wenig Bewegung im Oberkörper, das heißt der Oberkörper bleibt stabil, während wir natürlich sehr viel Bewegung im Unterkörper haben.
Und einer der Unterschiede ist eben die Menge an Bewegung im Oberkörper, denn desto instabiler der Oberkörper, desto mehr Bewegung im Oberkörper, desto mehr Kräfte gehen verloren, desto langsamer bin ich. Da gibt es unter anderem Untersuchungen mit Sprinter Wenn der Sprinter seine aufrechte Position eingenommen hat der Elite Sprinter und wir einen Laserpointer auf den Bauchnabel machen w ist die Abweichung um den Bauchnabel herum w eines Sprints wenige Zentimeter W wenn du einen Amateursprinter hast da brauchst du auch gar keinen Laserpointer das kannst du dir anschauen wenn der gerade rennt der Oberk bewegt sich von links nach rechts teilweise rotiert er es noch gar nicht Das ist eine mangelnde Stabilität im Oberkörper, die führt in dem Fall weniger zu Verletzungen, sondern in dem Fall führt sie einfach zu einer ineffizienten Bewegung, was dazu führt, dass wir einfach langsamer sind.
Stabilität beim Laufen und Sprinten
Das heißt, Definitionen sind wichtig und natürlich auch die Zuordnung. Also Beispiel, eine Sache, die ich gesehen habe, ist, dass über Redaktionskräfte gesprochen wird und dann wird ein Video gezeigt von lateralen Jumps. Also die gleiche Übung, die du auch in deinem Modul 1 zum Assessment machst. Rotationskräfte sind Drehkräfte aufs Knie.
Wenn ich laterale Jumps mache, dann haben wir in erster Linie axiale Kräfte und wir haben Schärkräfte. Also der laterale Jump ist ein sehr gutes Assessment für die Kniestabilität und vor allem die Fähigkeit, Valgus zu verhindern, also sprich die Fähigkeit, Schärkräfte zu absorbieren, hat aber direkt mit Rotationskräften relativ wenig zu tun. Die primären Kräfte, die hier wirken, sind axiale Kräfte und Scherkräfte. Somit, wir müssen die Kräfte unterscheiden und dann können wir gut Szenarien nehmen, wenn es um Stabilität, also ja auch ein wichtiger Punkt, der fachlich verstanden werden muss, ist, dass in den meisten Fällen immer verschiedene Kräfte zusammenwirken und dann natürlich die Kraft, die am hochsten wirkt, die ist, die am meisten Aufmerksamkeit bekommen sollte.
Während je isolierter Kräfte wirken, desto relevanter die Stabilität in der jeweiligen Position. Bei axialen Kräften und sagitalen Kräften ist es weniger das Thema, aber gerade bei Rotation, also dieses Thema mit dem stumpfen Hallenboden-Handball, das Thema mit den Stollenschuhen, wo sehr viel Rotation wirkt, das Thema mit dem Heelhook oder das Thema mit dem Skifahren, dein Ski verkantet und so. Der Hauptgrund, warum das häufigste Szenario, in dem du beim Skifahren ins Kreuzband reißt, ist eben diese Rotation. Der Klassiker ist eben der Ski verkantet und du hast eine massive Rotation auf dem Kniegelenk, die das Kniegelenk einfach nicht absorbieren kann und entsprechend ist das Kreuzband durch.
Zusammenfassung der Instabilität bei Knierotation
Wir müssen klar definieren, was was ist und dann ist einfach abschließend zu sagen, dass das Knie grunds in Rotation instabil ist in allererster Linie weil das Knie zum einen nicht darauf ausgelegt ist in Rotation stabilisiert zu werden denn die meisten unserer klassischen Alltagsbewegungen involvieren Rotation im Knie in keinem relevanten Ma sondern die Alltagsbewegung ist in erster Linie axiale Kräfte und sagitale Kräfte und im nächsten Schritt ist natürlich der Punkt, dass es keine Muskulatur gibt, die effizient das Knie in Rotation stabilisiert und dementsprechend ist auch die Trainierbarkeit von Rotationsstabilität relativ gering.
So, das ist mein fachlicher Beitrag zu diesem Thema. Ich glaube, das war noch nie in meinem Leben so ein krasser Monolog. Ich glaube wirklich, dass der Redeanteil, glaube ich, 99 zu 1 ist. Ich habe nicht mehr viel Zeit.
Alles gut, ich habe nur nicht mehr so viel Zeit. Lass mich einen Punkt machen.
Vorschau auf Artikel und Exkurs Tennis
Ich habe auch einen fachlich wesentlich ausführlichen Artikel letzte Woche geschrieben, das Thema kam auf, dann habe ich mich hingesetzt. Der Artikel, wir haben ein bisschen Artikelvorlauf, dementsprechend der Artikel ist schon eingeplant, kommt am 28. Juni. Also es gibt noch einen Artikel zu dem Thema, der das ganze fachlich nochmal aufbereitet, für alle, die da nochmal nachlesen wollen, uns genau verstehen wollen.
Der heißt, was jeder über Kniestabilität wissen sollte. Also es geht nicht nur um Rotation, sondern es geht grundsätzlich um Kniestabilität und was am Ende vom Tag, was jeder darüber wissen sollte. Denn nicht nur für Trainer und Therapeuten ist Kniestabilität interessant, sondern auch für ambitioniert Trainierende ist Kniestabilität ein wichtiger Faktor. Und entsprechend ist es wichtig, dass man ihn zumindest in Grundzügen, wenn man fachlich in dem Thema drin sein möchte, auch tiefer versteht.
Absolut. Ich habe jetzt mal alle meine Themen auf der Liste gelassen. Eigentlich wollte ich noch mit dir reden über dieses unglaubliche Tennisspiel, das wirklich 100% die Geschichte des Tennissports angeht, gestern zwischen Yannick Sinner und Alcaraz. Aber das machen wir alles nächste Woche, weil dieses Spiel hat es nicht verdient, auch nur ein Wort darüber zu reden, ganz am Ende des Podcasts.
Deswegen habe ich es noch auf der Liste. Wolfgang, wie ist die Hamza fragt? Ich wollte gerade sagen, dass ich von beiden Spielern noch nie was gehört habe. Okay, ja, ja.
So viel bin ich da drin.
Hamza fragt: Die Bedeutung von USB
Die Hamza fragt, ich finde sie sehr schön. Und es ist etwas, mit dem du täglich zu tun hast, mit dem die meisten da draußen täglich zu tun haben. Jetzt freust du dich zuerst mal, denn es ist dementsprechend keine Erdkundefrage. Richtig?
Ja, das ist gut. Wobei mit Erdkunde, jeder orientiert sich jeden Tag. Ja. Okay, okay, guter Punkt.
Es hat auch nichts mit Toilette zu tun, falls das jetzt dein nächster Gedanke wäre. Und zwar Hamza fragt... Thomas, für was steht USB? Irgendwie so was...
Byte würde ich am Ende noch irgendwie sagen. USB-Utility, Blablabite, ich weiß es nicht, sag mal. Universeller serieller Bus, also Universal Serial Bus. Ja, ja, ja.
Industriestandard für Verbindung zwischen Computer und externen Geräten. Ja, okay. Krass. Wieder was gelernt.
Nicht über Key-Stabilität, aber über USB.
Outro und kommende Seminartermine
Wolfgang, vielen, vielen Dank für deine Zeit. Es tut mir wirklich mega leid, ich habe nur trotz und das m ihr bei euch reinziehen heute das Pfingsten trotz Pfingstmontag habe ich gleich noch einen Anschlusstermin Die Fu ist jetzt drum Ich habe trotzdem noch ein paar Termine mit Spielern und deswegen muss ich jetzt sofort los Gute Woche, ich freue mich. Nächste Woche hört ihr noch ein bisschen mehr über welches Buch ich gerade lese. Das ist nämlich ganz gut.
Ein Punkt, den ich jetzt nochmal am Schluss mache. Und zwar, wir haben Basisseminar 1 und 2 zum allerersten Mal unter der Woche. und zwar im November, ich glaube 3. bis 6. November, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Basis-Hymnach 1 und 2, kann einzeln gebucht werden, kann aber auch gemeinsam gebucht werden, weil der Wunsch häufig war, wollt ihr es nicht mal zusammen machen, ich würde es so gerne nur eine Anreise haben, weil wir Leute haben, die wirklich von weiter weg kommen, deswegen jetzt diesem Wunsch entsprochen, genau, das heißt, beide Seminare hintereinander, mit einer Übernachtung mehr könnt ihr beide Seminare machen, genau, das dazu, sage ich aber auch nochmal nächste Woche und ansonsten wünsche ich euch allen eine gute und vor allem eine kurze Woche, das ist ja auch mal schön.
Gutes Wetter. Ich hoffe, ihr habt Zeit, mal schwimmen zu gehen. Viel Spaß und ich freue mich, euch nächste Woche wieder zu hören. Bis dann.
Ciao, ciao. Und schließe mich dem an. Ciao. Gute Woche.