Bedeutung der Messung der Körperzusammensetzung
Was man verbessern will, muss gemessen werden. Wer Körperfett und Muskelmasse verbessern will, muss Körperfett und Muskelmasse messen. Ohne Messung gibt es keine tatsächliche Verbesserung. Die Optimierung des Körperfetts und der Muskelmasse sind zwei der häufigsten Ziele von jedem, der trainiert. und vor allem von den meisten, die einen Personal Trainer aufsuchen.
Deshalb messen wir den Körperfettanteil. Und Körpergewicht minus Körperfettanteil ergibt die Magermasse. Die Magermasse besteht primär aus drei Komponenten. Knochen, Organe und Muskelmasse.
Und nur letzteres, die Muskelmasse hat das Potenzial, sich groß zu verändern. Wer 10 kg Magermasse zunimmt, der wird nicht 10 kg Organe oder 10 kg Knochen aufgebaut haben. So sind im Umkehrschluss Veränderungen der Magermasse primär Veränderungen der Muskelmasse.
Vergleich verschiedener Körperfett-Messmethoden
Es gibt verschiedene Möglichkeiten das Körperfett zu messen. Zum einen der DEXA-Scan, eine Form des Röntgens, die eine sehr genaue Messmethode ist. Jedoch aufgrund der Verfügbarkeit und der sehr hohen Anschaffungskosten in der Praxis meist keine Option. Und dann gibt es die Körperfettwagen, die via Bioimpendanzmessung den Körperfettanteil bestimmen.
Sie sind jedoch aufgrund der Abhängigkeit vom Wasserhaushalt konstant unzuverlässig und somit für eine präzise Messung untauglich.
Der Prozess der Hautfaltenmessung
Was direkt die Hautfaltmessung zu einer sehr zuverlässigen und praxisnahen Lösung macht, vor allem im Personal Training. Bei der Hautfaltmessung wird die Dicke der Hautfalten gemessen. Je nach Messmethode an 3 bis 13 Stellen. Je mehr Hautfalten gemessen werden, desto genauer ist das Ergebnis.
Deshalb empfehle und verwende ich immer die Messung der Hautfalten an 13 Stellen. Die Hautfaltmessung wird mit einem sogenannten Kalipper einer Hautfalten-Messzange durchgeführt, der die Dicke der Hautfalten misst. Je dicker eine Hautfalte, desto mehr Körperfett befindet sich an dieser Stelle unter der Haut. Deshalb wird dieses Körperfett auch als Unterhautfettgewebe oder subkutanes Fett bezeichnet.
Hochwertige Kalipper messen diese Hautfalte auf 0,1 mm genau. So kann jede einzelne Hautfalte sehr genau gemessen werden und durch die Summe der Hautfaltendicke auch der absolute Körperfettanteil in Prozent bestimmt werden.
Objektivität gegenüber Waagen und Spiegeln
Und hier ist neben der sehr genauen Messung auch die Objektivität der Hautfaltenmessung ein großer Vorteil. Vor allem gegenüber einem Spiegel oder einer Waage. Der Spiegel kann zum einen kleinere Fortschritte nicht immer genau verdeutlichen und spiegelt auch oft den Fortschritt über längere Zeit nicht optimal dar, da wir uns t sehen und diesen dann oft nicht mehr wahrnehmen Und die Waage ist vor allem durch die mangelnde Unterscheidung von K und K kaum zu einer objektiven Aussage die Art der Ver m Wer 100 Kilo wiegt und einen Körperfettanteil von 20% hat und 6 Monate später immer noch 100 Kilo wiegt, jedoch einen Körperfettanteil von 10% hat, der hat laut Waage keinen Fortschritt gemacht.
In der Realität sind es jedoch 10 Kilo Muskeln mehr und 10 Kilo Fett weniger.
Individuelle Muster der Fettverteilung
Neben dem großen Vorteil der sehr genauen und objektiven Bestimmung des Körperfettanteils hat die Hautfaltmessung einen weiteren großen Vorteil. Sie bestimmt die Körperfettverteilung. Indem wir 13 Hautfalten messen, bestimmen wir auch, an welcher Stelle wir wie viel Körperfett speichern. Und die individuelle Körperfettverteilung ist ein sehr wichtiger Punkt.
Die individuelle Körperfettverteilung ist jedem bekannt. Nicht jeder speichert an einer Stelle gleich schnell Körperfett im Vergleich zu einer anderen Stelle und verliert an einer Stelle gleich schnell Körperfett im Vergleich zu einer anderen Stelle. In Bezug auf die individuelle Körperfettverteilung gibt es zwei primäre Typen der Verteilung. Zum einen die Birne.
Das sind Personen, die primär Körperfett an den Beinen speichern und dies dort schneller aufbauen und langsamer abbauen als am Oberkörper. Zum anderen den Apfel. Das sind Personen, die Primärkörperfett in der Körpermitte speichern und dies dort schneller aufbauen und langsamer abbauen als an den armen Beinen. Darüber hinaus gibt es viele Subtypen, wie Personen, die mehr Körperfett am hinteren Oberschenkel speichern als am vorderen Oberschenkel.
Oder Personen, die mehr Körperfett am Rücken als an den Armen speichern. Oder umgekehrt, mehr an den Armen als am Rücken. Der entscheidende Punkt hier ist, es gibt eine individuelle Körperfettverteilung.
Biologische Grundlagen der Fettverteilung
Die nächste logische Frage ist, warum ist die Körperfettverteilung individuell? Die Antwort könnte sein, die Körperfettverteilung ist willkürlich, also per Zufall. Grundsätzlich dazu, in der Biologie gibt es sehr wenige, vielleicht sogar gar keine Zufälle. Prozesse, insbesondere auf biochemischer und physiologischer Ebene, sind klar strukturiert.
Aktion und Reaktion. Viele dieser Prozesse sind mittlerweile sehr gut erforscht. So kannte vor 150 Jahren niemand das Hormon Insulin und seinen Effekt auf den Blutzucker. Heute ist dieser bekannt und erforscht und wird insbesondere im medizinischen Bereich bei der Diabetes spezifisch eingesetzt.
Auch war das Vitamin D vor 100 Jahren unbekannt. Mittlerweile ist es das bekannteste Vitamin mit klar belegte Wirkung. Und vor 50 Jahren war noch niemand bekannt, dass Bauchfett eine eigenständige Drüse ist, die ebenfalls das Stresshormon Cortisol produzieren kann. Somit kann grundsätzlich angenommen werden, dass Körperfettverteilung nicht willkürlich ist, sondern ein biochemischer, physiologischer Prozess dahinter liegt der diese reguliert Ebenfalls kann man annehmen dass dieser Prozess noch nicht von der Wissenschaft in Tiefe und Breite erfasst wurde Die erste mir bekannte Untersuchung stammt aus den 80er Jahren, wo Körperfett im Bauch- und Hüftbereich mit Blutzuckermanagement und dem Metabolensyndrom korreliert wurde.
Die wissenschaftlichen Referenzen dazu befinden sich wie immer in den Shownotes auf wolfgangunzelt.de.
Wissenschaft gegenüber praktischer Innovation
Somit sind zwei Punkte klar. Erstens, Körperfettverteilung ist individuell. Zweitens, Körperfettverteilung basiert auf biochemischen, physiologischen Prozessen. Punkt zwei wurde in der Tiefe und Breite von der Wissenschaft sicher noch nicht ausreichend erfasst.
Hier ist entscheidend, dass Wissenschaft wichtig ist, jedoch gerade im Feld der Ernährung und auch des Trainings nie der Initiator von Innovation ist. Wissenschaft beweist etwas, das seit 10 bis 20 Jahren und länger in der Praxis üblich ist. Beispiele, dafür gibt es sehr viele. Gegenbeispiele, sehr, sehr wenige.
Aus Sicht der Praxis ist es somit entscheidend, basierend auf den Falten, die bis dato im Detail wissenschaftlich betrachtet wurden, mögliche Rückschlüsse zu ziehen und diese Rückschlüsse in der Praxis dann zu beweisen. Zuerst in Einzelfällen und dann global.
Praxisbeispiel: Kohlenhydrate und Hautfalten
Ein einfaches Beispiel ist, wir messen die Hüftfalte bei einem Kunden und der Messwert beträgt 13 mm. Die Hüftfalte korreliert basierend auf den aktuellsten Erkenntnissen mit dem Blutzuckermanagement. Im Folgemonat erhöhe ich nun den Kohlenhydratkonsum auf 500 g pro Tag. Eine Menge, die sicherlich zu hoch ist für die meisten.
Basierend auf der Erkenntnis, dass die Hüftfalte mit dem Blutzuckermanagement korreliert und die Menge von 500 Gramm Kohlenhydraten pro Tag sicherlich zu hoch ist, um optimal verstoffwechselt zu werden, können wir davon ausgehen, dass die Hüftfalte unverhältnismäßig hoch ansteigt. Bei der zweiten Messung erhalten wir einen Messwert von 30 Millimetern. Das wäre fast eine Verdreifachung der Dicke der Hüftfalte. Meine Empfehlung in diesem Fall ist, den Kohlenhydratkonsum deutlich zu reduzieren und nur zu einer Mahlzeit pro Woche Kohlenhydrate zu essen.
Der wöchentliche Kohlenhydratkonsum sinkt so von ca. 3500 g auf etwa 200 bis 500 g. Und einen Monat später ist die Hüftfalte dann auf 19 mm gesunken. Das ist ein hypothetisches Praxisbeispiel, das sehr deutlich dokumentiert, wie ich mittels der Hautfaltenmessung Körperfettverteilung und gerade in diesem Fall Kohlenhydratkonsum steuern kann. Einer der großen Vorteile der Hautfaltenmessung ist, dass sie individuell ist.
Wenn wir im Beispiel oben die Kohlenhydrate auf 500 Gramm pro Tag erh und die H innerhalb eines Monats von 13 auf 9 Millimeter sinkt ist es ein Zeichen daf dass diese Person zu diesem Zeitpunkt Kohlenhydrate sehr gut verstoffwechselt und damit macht es in diesem Fall Sinn, den Kohlenhydratkonsum weiter leicht zu steigern. Basierend auf der Definition des Begriffs Wissenschaft ist dies eine wissenschaftliche Vorgehensweise. Wissenschaft wird definiert als die Tätigkeit, bei der ein Sachverhalt mit objektiven und nachvollziehbaren Methoden systematisch beschrieben und untersucht wird.
Das YPSI Hautfalten-Messsystem
Ich habe in den letzten 11 Jahren über 16.000 Hautfaltenmessungen durchgeführt. Das sind im Schnitt über 32 Messungen pro Woche in 46 Wochen pro Jahr. Die Hautfaltenmessung ist essentieller Teil meiner Arbeit und der Erfolge der Kunden und Athleten, mit denen ich arbeite. Diese systematische Vorgehensweise, basierend auf der Messung von 13 Hautfalten und der Optimierung von Ernährung, Supplementierung, Training und Lifestyle, ist als YPSI Hautfaltenmessung bekannt.
Die Hautfaltenmessung als Management-Tool
Wichtig zu erwähnen ist natürlich, dass die Hautfaltenmessung sicherlich nicht der neue heilige Gral des Körperfettabbaus ist. Es gibt genügend Beispiele, die ohne Hautfaltenmessung Körperfett verloren haben. Wie es auch genug Personen gibt, die mit High Carb und nicht Low Carb, mit Brot statt Protein zum Frühstück und mit Cardio statt Krafttraining Körperfett verloren haben. Entscheidend ist hier die Frage, wie zuverlässig, schnell und effizient war dies.
Und hier ist die Hautfaltenmessung entscheidend, da sie ein sehr gutes und objektives Buchhaltungstool ist. Die Hautfaltenmessung ermöglicht eine noch präzisere Buchhaltung von Status und Fortschritt und damit die Möglichkeit, Ernährung und Supplementierung noch erfolgsorientierter zu steuern. Für mehr Fortschritt basierend auf dem individuellen Feedback der Hautverhaltenmessung. Insbesondere in einem Personal-Training-Szenario, in dem Training und Ernährung selten der Mittelpunkt und die Priorität des Alltags sind, ermöglicht die Hautverhaltenmessung als primäre Form der Buchhaltung effiziente und kontinuierliche Fortschritte bei Körperfettverlust, Muskelaufbau, Kraftaufbau und der Steigerung des Energielevels.
Fazit und Zusammenfassung
Wie der Management-Experte Peter Drucker sagte, what gets measured, gets managed. Wer Körperfett verlieren will, muss Körperfett messen. Und die Hautfaltenmessung als die eine genaue und effiziente Messung des Körperfetts und auch der Körperfettsverteilung ist in der Praxis, vor allem im Personal Training, die beste Lösung bis dato. In diesem Sinne viel Erfolg mit der YPSI Hautfaltenmessung und bis zur nächsten Episode.
Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!