TWUP 66

TWUP 66 — Ringen Olympia Teil 1 mit Eduard Popp

Der Schwergewichtsringer Eduard Popp gibt Einblicke in die Strukturen des deutschen Leistungssports und die Besonderheiten des Ringens. Das Gespräch analysiert internationale Trainingsphilosophien, die Bedeutung der Kraftentwicklung und die Herausforderungen einer dualen Karriere zwischen Bundeswehr und Weltspitze.

Kernpunkte

Aktuelle Trainingssituation und Corona-Einschränkungen

Herzlich Willkommen zu einer neuen Episode. Mein Gast in dieser Episode ist Eduard Popp. Eduard ist viermaliger Deutscher Meister, WM-Fünfter und Olympia-Fünfter im Ringen. Ich spreche mit Eduard über seine Karriere im Ringen, seinen Kampf um Platz 3 bei den letzten Olympischen Spielen und auch über die verschiedenen Trainingsphilosophien in Russland, Kuba und den USA.

Viel Spaß bei der Episode. Guten Morgen Eduard. Hi, grüß dich. Herzlich willkommen im Podcast.

Freut mich, dass du da bist. Gerne. Aktuell bei dir, Training sieht ein bisschen weniger aus, Ringen, Training alleine funktioniert nicht. Richtig, ja.

Gibt es da schon Neues, ab wann ihr wieder anfangen dürft? Ja, es gibt jetzt tatsächlich noch gar keine konkrete Aussage. Es ist so, dass wir jetzt ab kommender Woche, also Anfang Mai quasi in ganz, ganz kleinen Gruppen, also zu zweit, möglicherweise uns da schon langsam wieder auf die Matte können. Aber so richtig jetzt als Team oder so wie es eigentlich immer, also auch vorher war quasi, dass wir als Team zusammenkommen und dann viele unterschiedliche Gewichtsklassen, viele unterschiedliche Trainingspartner jetzt am Olympiastützpunkt, dann auch in Heidelberg. das weiß noch keiner so, wann es bei uns quasi so richtig wieder losgeht weil es einfach ein Kontaktsport ist es ist halt die Vorgabe und das Risiko noch aktuell zu hoch und deswegen sind wir da noch am Abwarten, wann es tatsächlich so das Go gibt merkt man auch klar man macht aktuell relativ viel alleine und da fehlt halt schon irgendwo so der das Team drumherum.

Man ist klar tatsächlich Einzelsportler, aber man ist auch alleine auf der Matte, aber ich finde, dass es trotzdem ein Unterschied ist, ob man zu zweit trainiert oder ob man wirklich als Gruppe quasi so als Einheit irgendwo doch zusammen ist. Es ist zwar ein Einzelsport, aber trotzdem auch ein Teamsport irgendwo, weil man sich gegenseitig unterstützt, man macht mal einen Witz nebenher und es ist einfach ein anderes Feeling im Gesamten wie du dann auch nachher trainierst was auch die Motivation nochmal angeht Wie groß ist so eine Gruppe, wenn ihr trainiert? Also es ist recht unterschiedlich. Es kann von 6 bis zu 10, 12, 14.

Also immer in Zweierpärchen. Es kommt immer darauf an, was gerade so ein bisschen, ob so eine kleine Kaderkonzentrierung ist. Das machen wir auch immer wieder, dass aus ganz Deutschland dann immer wieder die Leute von überall zusammenkommen, auch aus dem tiefen Süden, aus dem Osten dann quasi zusammen, dass es irgendwo zentral sich dann auch gewichtsklassenspezifisch dann zentralisiert wird, so kleine zentrale Maßnahmen. Da sind es dann so 10, 12, genau, so in dem Rahmen.

Aber wenn es so ein normaler Wochenbetrieb ist, sind wir so an die 6, 8 ungefähr.

Stützpunkte und Sportförderung in Deutschland

Wo sind die Hochbogen des Ringen in Deutschland? Ja, ich sage mal, da gibt es auch immer so einen Wechsel. Aktuell? Ja, aktuell würde ich sagen, ist es tatsächlich so im Süden.

Gut, es kommt auch an, an was man es misst. Also wenn ich jetzt sagen würde, okay, man misst an den Erfolgen irgendwo, dann würde ich schon sagen, ja, es ist so der südliche Bereich, wo sich gerade vieles auch ballt. und deswegen auch so, dass unser Zentrum, wo jetzt immer mehr Maßnahmen stattfinden, wo wir auch quasi über die Bundeswehr, weil es ja doch viele bei uns im Sport über die staatlichen Einrichtungen, quasi Bundeswehr, Zollpolizei, Landespolizei und die ganzen Sachen auch angestellt sind und diese Sportförderung quasi dann auch haben und da ist auch jetzt der Stützpunkt tatsächlich in Heidelberg und dort passiert recht viel jetzt.

Also es war vorher vor ein paar Monaten noch in Schifferstadt, aufgrund der Infrastruktur und dem ganzen Thema hat man es jetzt nach Heidelberg rüber gesiedelt und ja, also ich persönlich bereue es in keinem Moment, auf jeden Fall dass es dort vieles einfach besser auch von der Versorgung drumherum also hast du schon echt gute M das Optimale auch rauszuholen Und ja das ist so der Hauptort Ansonsten ist es eben auch so, dass viele sich tatsächlich auch wiederum so Einzelstützpunkte haben, quasi bei sich zu Hause irgendwas aufgebaut haben. nicht mehr nicht so krass klassisch wie es in vielen anderen Sportarten ist dass man sagt, okay man versucht alles zu zentralisieren, dass alles tatsächlich in Köln stattfinden muss sondern wir haben hier tatsächlich noch beziehungsweise das Erfolgsrezept war eigentlich das, dass man sagt, okay man versucht trotzdem individuelle Lösungen zu suchen für jeden Einzelnen, dass er auch bei sich in seinem gewohnten Umfeld bei seiner Familie bei seinen Freunden das, was er kennt, sich dort was aufbaut.

Mit damals auch noch Arbeitgeber und allem. Also das Gesamtpaket, wo du auch als junger Mensch quasi reinkommst mit einer Ausbildung, die du noch parallel einfach auch machst. Eine Sportart ist einfach, wo du nicht dauerhaft davon leben kannst, sondern du auch nach dem Thema zweites Standbein irgendwann gucken musst. und ja, aus dem Grund war das so ein Konzept, wo recht erfolgreich gestartet hat und auch recht erfolgreich so läuft, dass man versucht hat, auch individuelle Lösungen zu suchen und das war dann doch ganz gut bisher, erfolgreich

Duale Karriere: Ausbildung und Profisport

Du bist bei der Bundeswehr als Sportsoldat? Genau, richtig, ja. Das Konzept, dass die Bundeswehr Sportförderung macht oder bei uns auch Bundespolizei, ist weltweit auch mehr oder weniger einzigartig? Nein, nicht ganz.

Also ich denke, in dem Ausmaß, wie es bei uns hier ist, ist es tatsächlich einzigartig. Aber es gibt mittlerweile, also ich sage mal, es gibt ja auch tatsächlich so Militärweltmeisterschaften und so Sachen dann oder Militärweltspiele. Also das Militär grundsätzlich auf der ganzen Welt ist jetzt schon auch was, wo sich quasi Sport und diese Länderverbindung dadurch, also ja Friendship through Sport quasi, das Thema schon tats auch da ist und viele L irgendwo auch den Sport das Milit im Endeffekt dann auch unterst In Deutschland ist es ja mehr oder weniger so die staatliche Unterst ist prim Bundespolizei Bundeswehr Und was würdest du schätzen in der Leichtathletik und in anderen olympischen Sportarten?

Wie viel Prozent der Sportler können nur ihren Sport hartberuflich ausführen aufgrund von dieser Bundeswehr, Bundespolizei? Das ist eine Statistik, die ich nie gegoogelt habe. Ich persönlich würde einfach mal aus dem Bauchrauch von allem, was ich sehe, sagen um die 70 Prozent. Was meinst du?

Ja, würde ich schon tatsächlich auch so bestätigen. Also diese Einrichtungen, klar mittlerweile ist die Polizei an sich, also nicht nur Bundes, sondern auch die ganzen Landespolizeien quasi runtergebrochen dann auf die Bundesländer, haben sich das auch so zur Aufgabe gemacht. In manchen Bundesländern ist es auch noch die Feuerwehr, gerade in Brandenburg zum Beispiel, die sich das auch zur Aufgabe gemacht hat, also ein paar staatlichen Sachen. Das hat so ein bisschen Zuwachs bekommen und ich würde sagen, ja, das sind tatsächlich so, wie du sagst, ungefähr um die 70 Prozent, wenn nicht sogar mehr irgendwo.

Also bleiben ja nicht viele Alternativen irgendwo letztendlich übrig. Es gibt natürlich viele Studenten, die noch parallel das dann auch ausüben können. Oder viele, die dann halt entsprechende Arbeitgeber einfach noch haben, wo eine volle Unterstützung ist. Das hatte ich ja auch zu Beginn meiner Karriere und auch in der Ausbildung, wo ich auch quasi in Teilzeit noch bei der Sparkasse dann auch war, eine Ausbildung machen konnte.

Was hast du gemacht? Bankkaufmann, genau. Eine klassische kaufmännische Lehre quasi noch parallel. Und habe danach nochmal anderthalb Jahre quasi in Teilzeit gearbeitet.

Das sah dann im Endeffekt so aus. morgens ins Training, dann schnell nach Hause was essen, den Anzug an oder das Hemd noch halb verschwitzt und dann auf die Arbeit ein paar Stunden und abends dann wieder Training. Das war schon eine heftige Nummer. Also es ging so anderthalb bis zwei Jahre, bis ich dann gesagt habe, okay, ich muss das irgendwie, weil das Stresspegel auch dementsprechend dann hoch wurde irgendwann, dass ich ja gesagt habe,

Olympia 2016 und historische Bedeutung

um im Sport einfach nochmal weiter voranzukommen, den nächsten Schritt zu machen, muss ich hier schauen, dass ich was verändern kann. Ich habe jetzt meine Basis auch mal so jetzt für meinen späteren Werdegang so gelegt und will mich jetzt nochmal komplett auf den Sport konzentrieren. Das war dann so, dass ich das dann 2016 so gemacht habe. Und dann die Zeit, bis zu den Olympischen Spielen nochmal gute Monate einfach Zeit hatte, mich da komplett auf die Vorbereitung zu konzentrieren, ohne noch parallel arbeiten zu müssen.

Olympia 2016 war auch bisher der Karriere-Hohepunkt. Das kam von Platz 3. Genau, richtig. Olympische Spiele ist das, worauf jeder Ringer hinarbeitet.

Das ist das Größte in unserer Sportart. Weil es auch einmal das Unikat oder die Rarität alle vier Jahre nur da ist und ja auch eine bestimmte Aufmerksamkeit auch genießt irgendwo. Dadurch ist das so, dass das Größte so bei uns im Sport, worauf man hinarbeitet und ja, da durch den Kampf um Bronze war das so der größte Erfolg, den ich so bezeichnen würde. Ringen ist ja auch eine der wenigen Sportarten, die jetzt bei den Olympischen Spielen sind, die seit im Endeffekt Tag 1 dabei sind.

Ja genau, richtig. Sogar tatsächlich, ich glaube einer der ersten Spiele der Neuzeit dann wieder, das war so ein Fünfkampf, wenn ich mich richtig erinnere. Und da war Ringen unter anderem dabei, aber da waren total unterschiedliche Disziplinen mit dabei. Also ich glaube, auch Sperrwurf und alles komplett extrem unterschiedliche Dimensionen und Ringen unter anderem schon dabei.

Also tatsächlich so fast von Anfang an durch die Antike eigentlich irgendwo schon ein Begriff.

Unterschiede zwischen Freistil und Griechisch-Römisch

Ringen wird ja jetzt primär in zwei Disziplinen unterteilt. Das erste Mal, als ich mich so ein bisschen näher mit Ringen auseinandergesetzt habe, war, als ich mich für die UFC begonnen habe zu begeistern und gerade im UFC beziehungsweise MMA ist Ringen mittlerweile eine dominante Komponente. Wenn man sich die Champions aktuell der Gewichtsklassen anschaut, über die Hälfte aller Champions haben einen Ringer Unter anderem einen Olympiasieger mit Henry Cejudo oder auch der ehemalige Champion Kormier der Olympiamedaille gewonnen hat Ringen spielt da eine gro gro Rolle und dann nachdem ich ein bisschen gegoogelt habe und mir das angeschaut habe kam da direkt raus es gibt zwei verschiedene Formen von Ringen Zum einen Freestyle-Wrestling oder Freistil-Ringen und zum anderen Greco-Roman oder griechisch-römisches oder wie du auch sagst, das klassische Ringen.

Was sind die beiden primären Unterschiede zwischen den beiden? Um es quasi ganz einfach zu erklären, also das Freistilring, wie der Name schon sagt, da ist tatsächlich Angriffsfläche auch frei, so kann man sich am besten merken. Da werden auch die Beine angegriffen, also Takedowns und das Typische, was dann auch oft in der UFC zu sehen ist, ist da mit dabei. Genau, und griechisch-römisch ist im Endeffekt alles, was am Oberkörper aufwärts ist als Angriffsfläche, also dann tatsächlich primär halt eben Rumpf, Arme, Kopf, also so.

Das ist einfach eine komplett begrenzte Angriffsfläche im Endeffekt und ja, das ist so sich am einfachsten zu merken, einfach klar. Freistil, komplett Angriffsfläche frei, griechisch-römisch, Teile aufwärts.

Spezialisierung und Talent im Ringen

Hast du beides gemacht oder bist du direkt? Ja, tatsächlich. Also ich mache aktuell genau Griechisch-Römisch nur. Man spezialisiert sich dann irgendwann darauf.

Aber tatsächlich in der Basisausbildung als Kind und Jugendlicher ist es einfach so, dass du beides durchläufst. Also du machst Freistil und auch Griechisch-Römisch. Du nimmst auch an beiden Turnieren teil. und im Endeffekt beherrschst du dann auch tatsächlich die Basics und das alles beherrschst du dann auch beides. Erst dann später, wenn es dann so im Jugendalter geht, wenn es dann auf deutsche Meisterschaften geht, also württembergische Meisterschaften war es dann auch so, dass ich dann tatsächlich noch beides auch immer wieder gerungen habe, das geht noch und wenn es dann aber auf deutsche Meisterschaftenniveau dann geht, dann solltest du dich schon entscheiden. also das ist dann so C-Jugend, das ist so im Alter 14, 13, 14, 15, so ab da wird dann schon ein bisschen spezialisiert, weil du einfach vom Trainingsschwerpunkten da auch nochmal Dinge ver aber ich eigentlich jetzt bis ins erwachsene Alter quasi nie aufgeh habe dadurch dass wir noch ein Bundesligasystem haben ist es auch so, dass ich da auch im Freistil trotzdem teilnehme und ich auch sagen muss, es ist irgendwie wahrscheinlich durch die Ausbildung schon von klein auf, auch beides liegt, muss ich sagen, also ich wundern sich immer extrem viele so, dass ich tatsächlich eigentlich Spezialist für Griechisch-Römisch, aber trotzdem im Freistil dann auch noch mit Leuten, die an der Weltspitze oder die teilweise ja an der deutschen Spitze vorne dabei sind, immer noch ja, sagen wir mal, besiegen kann auch.

Ja, es ist sozusagen ein besonderes Talent oder das Feeling einfach, dass ich da nie irgendwie verloren habe und ab und zu auch gerne einfach immer noch Freistil ab und ausübe, aber es ist natürlich für die Gelenke immer wieder eine Umstellung, du hast dann halt ist dann schon sehr knielastiger du hast eine höhere Reaktions, also stärkere Reaktionsfähigkeit einfach was Beine angeht und so, du musst da auch immer also einfach wachsamer nochmal sein ja, es hat schon einige spezielle Unterschiede, würde ich mal sagen. Also griechisch-römisch ist auch noch mal ein bisschen mehr kraftbetonter, würde ich sagen.

Wobei sich das auch immer wieder ändert, also im gesamten Ablauf, weil man versucht auch doch immer wieder Regeln zu optimieren. Dass auch viele Techniken quasi passieren, weil das ja ist, worauf man auch raus will, dass wirklich Techniken passieren, aber das ist nicht nur einfach dieses klassische, wenn man es manchmal in den Kampf ansieht, dieses Hin- und Hergeschiebe, wo für einen von außen einfach aussieht, okay, da passiert ja eigentlich gar nichts, aber trotzdem der Kraftaufwand immens ist von beiden Seiten. Es wird halt versucht, auf den richtigen Moment abzuwarten. Genau, aber du hier halt schon vom Kraftaufwand einen größeren hast, würde ich fast sagen, und im Freistil einfach, ich glaube, so dieses Thema Schnelligkeit nochmal eine andere Rolle spielt und vor allem Beweglichkeit in den unteren Extremit Also wo auf jeden Fall extrem elastisch sein muss weil du einfach deine Beine und die Flexibilit wenn da einer am Bein einfach dranh und dich umschmei willst dass du hier dann schon auch anders reagieren musst und auch beweglich sein musst Das heißt, bei dir ist das Leistungsniveau zwischen beiden Arten des Ringens relativ nah beieinander.

Was würdest du sagen, wenn man jetzt sagt, basierend auf dem Ergebnis der letzten Olympischen Spiele, bist du Top 5 in der Welt, im griechisch-römisch. Was denkst du, wie nah dran wäre es im Freistil? Das ist ein witziger Vergleich. Eigentlich macht man den tatsächlich nicht, weil es eine absolute Ausnahme ist, also dass das so möglich ist überhaupt. ich habe mich das auch schon öfters mal gefragt also ohne das jetzt irgendwie überheblich darzustellen oder so und ich habe auch jetzt noch keinen absoluten Weltspitze-Kampf aber ich würde es mir zutrauen mit ein bisschen Vorbereitung sage ich mal tatsächlich unter die ersten also unter die Top 10 Top 15 quasi Top 15, Top 20 auf jeden Fall irgendwo zu kommen.

Klar, aber es ist nochmal eine andere Vorbereitung, man muss ein paar Dinge schulen, bis du da dann wirklich reinkommst, aber ich glaube, mit einer richtigen Vorbereitung würde ich das tatsächlich hingehen. Es gibt auch diese Vergleiche, oder auch gerade in meiner Gewichtsklasse gab es einen, der Weltmeister auch im Freistil war und nachher im Griechisch-Römisch auch dann Dritt auf der Welt gewonnen ist. Also es gibt immer wieder die, die auch beides starten. Also es gab sogar, die Wettkämpfe finden ja jetzt eine Weltmeisterschaft oft, geht ja über zwei, drei Tage.

Das war in Lasse-Wegas 2.15, glaube ich, genau. Und dann ist quasi ein kurzer Break, entweder ist da noch Frauenring dazwischen oder es kommt danach gleich das Freistil. Also im Endeffekt, die sind relativ nah aneinander, die Wettkämpfe. Und dann war das tatsächlich so, dass er, ich weiß nicht wie rum es jetzt war, aber dass der dann im Griechisch-Römisch teilgenommen hat, dann da die Bronzemedaille gewonnen hat bei der Weltmeisterschaft und dann quasi drei, vier Tage später nochmal im Freistil an den Start ist und da genau auch die Bronzemedaille damals gewonnen hat.

Weltmeister im Freistiel, aber ich glaube ein Jahr oder zwei davor schon. Ja, genau, aber das gibt es. Das ist aber eher so, die Ausnahme ist auch nicht immer so gewollt, auch von den Trainern und auch von den Verbänden. Aber wenn er sich durchsetzt und wenn es die Planung so zulässt, gibt es natürlich die Möglichkeit.

Bloß ist es für mich, also auch in der Bundesliga und so, versuche ich dann nur da, wo nötig, auch Freistiel zu ringen, weil das Verletzungsrisiko, also jetzt zum Beispiel im vorolympischen Jahr, also die Olympischen Spiele hätten ja 2020 stattfinden sollen, 2019 in der Bundesliga, hatte ich jetzt dann tatsächlich keinen einzigen Freistielkampf gemacht, weil das Risiko einfach zu hoch ist, sich da nochmal zu verletzen und dann nachher eigentlich seinen großen Traum irgendwo zu verlieren durch so eine Maßnahme, wenn man sagt, okay, man probiert nochmal eine andere Stilart aus. Da versucht man davon wegzugehen.

Aber die Jahre davor hatte ich ein paar mehr gemacht, also 2018 ein paar mehr Freistilkämpfe. Ja, genau. Das hat ganz gut funktioniert soweit. Was würdest du sagen, warum hast du griechisch-römisch vorgezogen?

Bessere Ergebnisse? Hast du einfach gemerkt, okay, das läuft noch besser? Oder waren unsere technische Aspekte, wo du sagst, ah, das ist mehr darauf? Nein, ich würde sagen, dass es tatsächlich eigentlich dann daraus war bei mir.

Ob es besser lief oder nicht, das weiß ich so gar nicht. Nee, ich glaube, es lief relativ ähnlich, also so bis zu einem gewissen Zeitpunkt. Aber es kam tatsächlich auch so ein bisschen mit Sicherheit unterbewusst als Jugendlicher, als Kind einfach auch aus der Familientradition raus. Also mein Vater war damals noch in der Sowjetunion auch Trainer und auch selber Ringer, genau.

Und später mein Bruder hat dann noch gerungen, ist neun Jahre älter. Auch beide, griechisch-römisch, also mein Vater ist Spezialist auch für griechisch-römisch. Dass das sich so ein bisschen da dann auch schon reingelegt hat, wobei ich da auch immer noch beides gemacht habe. Aber irgendwann war es dann auch so dass der Ort wo ich herkomme oder der Verein wo ich herkomme zu dem Zeitpunkt dann auch die Trainer mehr Spezialisten im griechisch Bereich waren oder auch Erfolge mehr im griechisch Bereich waren Und so ist es dann einfach so dass du dann nat dahin gehst okay wer gerade am erfolgreichsten ist Und so hat sich das dann entwickelt, dass ich im griechisch-römischen dann auch gelandet bin, weil da mehr Expertise einfach da war als im freien Stil.

Es ist einfach tatsächlich auch so, auf den Verein, dass es einfach Trainer gibt, die besser einfach sind im freien Stil oder besser sind im griechisch-römischen. und dahingehend dann auch die Jugendlichen dementsprechend einfach irgendwo sich dem auch anpassen. Wenn ein Trainer mehr engagiert ist in der Stilart, dann liegt es nahe, dass der dann auch tatsächlich, also das passiert einfach so. Ob es gut ist oder nicht gut ist, steht wieder auf dem anderen Blatt, ob man das besser irgendwie strukturieren kann, aber letztendlich das ist das, was so passiert.

Regionale Unterschiede und internationale Hochburgen

Warum gibt es überhaupt die zwei verschiedenen Formen? Das ist tatsächlich eine gute Frage, also die habe ich mich jetzt so noch nie groß gestellt, warum es diese zwei unterschiedlichen Arten ist oder was eigentlich auch der Ursprung war, warum er das Ganze dann auch, beziehungsweise noch eine dazu geführt hat. Und ich vermute vom Namen her, ist es so, nage mich da aber nicht fest, dass das klassische Ring das Erste war, was so kam in der Antike, wo es so um dieses klassische Kräftemessen dann auch ging, Mann gegen Mann. und letztendlich dann wahrscheinlich irgendwann der freie Stil dazu kam. Aber warum und weshalb, kann ich dir jetzt so gar nicht sagen.

Es wäre interessant, mal tatsächlich nachzuschauen, ob es irgendwie Erzählungen aus der Geschichte gibt, seit wann und wie. Gibt es da unterschiedliche Regionen, wo die eine stärker ist als die andere? In Deutschland jetzt oder meinst du weltweit? Deutschland weltweit.

Okay. Also in Deutschland würde ich sagen, es ist tatsächlich schon auch gut aufgegliedert. Also kann ich jetzt so gar nicht große Unterschiede feststellen. Aber es gibt es tatsächlich, weltweit kann man das ganz gut beobachten, zum Beispiel Skandinavien.

Gibt es ganz viele, nur im griechisch-römischen zum Beispiel, im griechisch-römischen Ring. Da gibt es auch manchmal teilweise gar keine Freistilmannschaft sozusagen also keine Nationalmannschaft die jetzt Sportler stellen quasi in dem freien Stil Zum Beispiel Schweden ist da eine gute Griechisch-Römisch-Mannschaft und eine gute Frauen-Mannschaft, aber Freistil gibt es zum Beispiel gar keinen Teilnehmer. Und so ist es ja in vielen skandinavischen Ländern einfach so zu beobachten. und dann sieht man natürlich auch jetzt, wenn man so die großen Nationen anschaut, wie China, Russland und USA, da ist es dann auch immer unterschiedlich.

USA ist jetzt tatsächlich des Freistierigen relativ erfolgreich oder viel erfolgreicher als das Griechisch-Römisch, definitiv so. Also aktuell, zur aktuellen Zeit. Woran das liegt, wahrscheinlich auch einfach, weil das College-Wrestling schon oder der Volksstyle eben auch, da gibt es ja nochmal einen anderen Stil bei dem am College quasi, der dem ganzen Freistil einfach schon viel ähnlicher ist. und griechisch-römisch da eher so oft auch wirkt als Nebenprodukt einfach. Das wird im olympischen Kontext zwar gemacht, aber es ist jetzt nicht so tief irgendwie in der Tradition oder im Land auch verwurzelt oder auch angesehen.

Die großen Stars sind tatsächlich oft dann auch die Freistellringer.

Ringen in den USA: Das College-System

USA ist ein interessanter Aspekt. Ich kann mich erinnern, ich schätze 12, 13 Jahre her, bevor ich ein eigenes Studio hatte, noch im Studio gearbeitet habe, hatte ich einen Eingangscheck mit einem, der wahrscheinlich damals Mitte 30, und dann mit so einem Eingangscheck, okay, sportlicher Background und so, ja, er hat lange in den USA studiert und hat dort Ringen gemacht. Damals war so, Ringen gibt es, aber hat dann ein bisschen erzählt und auf einmal erzählt, ja, er hat teilweise Wettkämpfe gemacht mit 3000 Zuschauern. Und dann war ich da im Moment, okay, 3000 Zuschauer, das hast du in Deutschland bei sowas wie Handball-Bundesliga, Handball-Basketball, und dann habe ich das mal gegoogelt und dann sagst du sowas wie das NCAA, also Universitätsmeisterschaften in den USA, das ist ein Stadion.

Das ist ein Stadion mit ein paar Matten in der Mitte und dann sind ja richtig viele Leute da. Ja das ist Wahnsinn Also die Dimension ist das wenn man mal wieder Bilder sieht gerade von den Meisterschaften der NCAA wie viele Matten da liegen Ich glaube da sind teilweise bis zu acht oder zehn Matten in der Mitte Und drumherum ein Haufen Leute, also ein komplettes Stadion auch wirklich gefüllt. Das ist so ein mega erfolgreiches Modell bei denen. Und der Sport, gerade das Ring ist dort halt einfach im Endeffekt von der Jugend auf mit etabliert, im System eigentlich schon.

Und da musst du auch keinem erklären, was Ring ist. Das kommt bei uns schon noch ab und zu mal vor, dass du da erstmal erklären musst, was das ist. genau und allgemein die haben ja dann auch verschiedene Systeme noch bei sich in den USA, wo es dann auch noch weiter geht also vom College Wrestling bis es dann nachher überhaupt also bist du zum Profi in der Sportart dann auch wirst beziehungsweise wie du dann den Wechsel von Griechisch-Römisch zum Oder die Unterschiede, Freistieg griechisch, römisch quasi, wer sich da wohin geht im Endeffekt. Und du hast ja diese Riesenplattform an unterschiedlichen Sportarten sich auch auszusuchen.

Das heißt, ob es jetzt Ringen, Football, also das System finde ich persönlich recht interessant, wie die das dort machen. Dass sie so extrem viel Unterschiedliches auch anbieten schon in ihrer Tradition einfach oder im System einfach schon. und man sich dann, ja es gibt auch viele Ringer, die dann nachher irgendwo im Rugby oder im Football auch landen. Das ist dort eher typisch, hier eher die Ausnahme, gibt es aber auch, es gab auch schon Ringer, die jetzt beim Siebener im Rugby oder dann nachher beim Nationalteam dann auch irgendwann angekommen sind, weil das ist ja das Faszinierende auch, was ich so am Ring finde, weil du hast halt eine extrem gute Basisausbildung, Ausbildung einfach allgemein an Bewegung und an Koordination, an verschiedenen, einfach diese Soft-Skills runtergebrochen für Sport quasi einfach.

Eine Schulung, eine motorische und alles irgendwo dabei. Du deckst da so viele krasse Sachen ab, die wirst du wahrscheinlich alle nachher beobachten.

Ringen als motorische Basisausbildung

besser benennen können als ich jetzt, aber du hast auch alle Aspekte irgendwo, ob es jetzt Ausdauerkraft ist, verschiedene Kraft eigentlich, die du da irgendwo auch brauchst, ob es auch eine Beweglichkeit, also die, die dazu gehört, eine Schnelligkeit, die dazu gehört und so viele, viele unterschiedliche Dinge, die du da beherrschen musst, dass du dann schon nachher, wenn du dich spezialisierst auf irgendeine Sportart, schon wirklich vielen voran bist im Gesamten, wenn du von klein auf diese Schule quasi mitgegangen bist. so irgendwo. Also das ist so meine Beobachtung. Persönlich auch an mir, weil ich das einfach auch merke.

Es gibt natürlich auch andere Beispiele, aber wenn ich jetzt eine neue Sportart irgendwie anfange, ob es jetzt, keine Ahnung, auch mal Volleyball ist oder Basketball oder sonst irgendwas, ich merke einfach, dass mir die Bewegungen nach ein paar Stunden Übung, nach ein paar Tagen Übung, dass die relativ schnell einfach funktionieren, obwohl ich jetzt nie das groß vorher trainiert habe. Und die Beobachtung mache ich tatsächlich öfters in so verschiedenen Sachen oder ob es jetzt Bewegungsabläufe jetzt sind, die ich irgendwie neu einlernen muss. Das funktioniert einfach so. Und ich glaube, deswegen würde ich auch so jedem Kind eigentlich auch irgendwo raten, so eine Basis auf jeden Fall finde ich ist Ringen ein mega Werkzeug einfach, um das erstmal so zu erlernen und das steckt ja auch in jedem Kind eigentlich schon irgendwo drin, so dieses typische Raufen, ob es jetzt mit dem Bruder ist oder sonst irgendwo, wo man seine Energie dann loswerden muss und hier hast du halt das tatsächlich unter ganz klaren Regeln, ganz klaren Bedingungen, ganz klaren Respekt, Wertschätzung und das sind alles so Aspekte, die dir natürlich auch noch mit beigebracht bekommst, einfach unterschiedliche Werte und ich glaube, das ist so das Faszinierende auch an so einer Sportart, wo sehr, sehr viele Chancen glaube ich auch noch drinstecken, um die die Sportart an sich nochmal besser zu beleuchten.

Ich glaube, das wird heutzutage noch viel zu wenig gemacht. Liegt an verschiedenen Strukturthemen mit Sicherheit und ich glaube dass da extrem viel viel Potenzial drin ist Wir haben gerade so ein bisschen einen Zuwachs einfach durch die Erfolge oder so dieses Jahr oder dieser Jahrgang der gerade unterwegs ist so bei uns im Team Ist schon auch ein recht, recht erfolgreiches Team, aber auch, sag mal, auch sehr intelligente Leute dabei so. Und ja, da kann man, hoffe ich, dass sich da vielleicht dann auch irgendwo was bewegen kann oder dass einfach ein paar Wechsel von Strukturen und so in den nächsten Jahren sich entwickeln und dass die Sportart dann doch auch nochmal auflebt.

Diese körperliche Grundausbildung durch Ringen ist auch etwas, was ich konstant beobachte, aus technischer Sicht oder aus der Sicht des Trainers. Das ist halt eine Mischung aus verschiedenen Komponenten, die so in den wenigsten Sportarten zu drantreffen. Du hast diese Speed-Komponente, wo du deinen Körper schnell bewegen musst. Dann hast du die Komponente mit dem hohen Widerstand, also auch bei Ringern, auch wenn viele Ringer wenig bis kein Krafttraining machen.

Das Grundkraftniveau, das da ist, ist recht hoch. dadurch, dass du, wenn du quasi den anderen packst und du generierst Kräfte, der andere muss dann im Endeffekt Kraft dagegen generieren, weil wenn du nicht entsprechenden Widerstand aufbringst, dann fliegst du. Und so hast du relativ hohe Kräfte, die wirken, ohne dass du externe Widersteuer nimmst. Und natürlich die dritte Komponente ist, du lernst, wo ist dein Körper in Raum und Zeit in Relation zu dem Körper von jemand anderem. Gerade wenn du sowas wie Rugby hast, ist es natürlich extrem wichtig, entweder ob du jetzt vorbeikommen willst oder ob du ihn tacklen willst.

Da hast du schon, was körperliche Grundausbildung und Bewegungsintelligenz angeht, ist da unter Ringern schon teilweise so eine Mischung aus Kraftsportler und Turner. Also Turnen ist tatsächlich auch der erste Punkt, womit wir eigentlich anfangen bei Kindern. Mein Kleiner ist tatsächlich gerade fünf und er fängt jetzt so an. Und da sind ganz viele turnerische Elemente eigentlich so erstmal die Basis.

Wir lernen erstmal eine Rolle vorwärts, Rolle rückwärts und ein Rad und so Sachen. Also sich irgendwo vorwärts, rückwärts, hoch, runter zu bewegen. Und dann wird erstmal so ein bisschen überhaupt in Technik eingegangen. Deswegen die Mischung Touren.

Also viele Ringer im Endeffekt, die tatsächlich, wenn nicht aus dem Stehen, aber mit einem Rad einem R oder so auf jeden Fall dann auch beherrschen Das ist auch eigentlich so typisch f sowas Aber da nochmal reinzukommen w mich interessieren eine Frage gerade zu den Themen die du gesagt hast

Vergleich von Kraftwerten und Explosivkraft

Beim Regen ist auch oft zu beobachten, also das Thema Kraft, dein Besteckenpferd, dass es jetzt da speziell in der Sportart nicht so ist, weil du keine konkreten weiten Höhen oder Stoppuhr oder so oder einfach Zeiten zu messen hast, Sondern dass es da jetzt eher nicht immer zwingend derjenige ist, der am meisten Maximalkraft im Endeffekt beherrscht, der der Stärkere quasi nachher auch auf der Matte dann oft gewinnt. Das finde ich immer so ein interessantes Ding, weil es mich selbst tatsächlich betrifft. Also in meiner Gewichtsklasse würde ich tatsächlich sogar sagen, dass es da eine hohe Prozentzahl an Leuten gibt, die mit Sicherheit 20, 30 Prozent mehr maximal Last bewegen können als ich, aber auf der Matte dann oft einfach keine Chance haben.

Und das finde ich auch noch einen interessanten Aspekt, das vielleicht mal so zu erläutern, wie sowas auch zustande kommen kann.

Physiologie: Maximalkraft vs. Schnelligkeit

Aus meiner Sicht ist es, Maximalkraft ist die Basis, Maximalkraft ist die Mutter aller Kraftqualitäten. Maximalkraft ist die Basis für das, was du im Sport brauchst, was in allererster Linie nicht Maximalkraft ist, sondern Explosivkraft. Also quasi die Fähigkeit, einen Widerstand zu beschleunigen. Natürlich korrelieren Maximalkraft mit Explosivkraft.

Das heißt, je größer der Widerstand, den du langsam bewegen kannst, desto größer der Widerstand, den du schnell bewegen kannst. Also wer beispielsweise 200 Kilo Kreuzheben machen kann, der kann mit relativ hoher Wahrscheinlichkeit 100 Kilo umsetzen. Das heißt 100 Kilo schnell auf Schulterhöhe bewegen, wenn du 200 Kilo langsam bis Hüfthebe bewegen kannst, ist das relativ wahrscheinlich. Es gibt natürlich dann auch den, der eine relativ hohe Maximalkraft hat, aber eine recht geringe Explosivkraft hat. ist quasi stark und langsam.

Und umgedreht gibt es natürlich auch den, der nicht so stark ist, aber eine recht hohe Explosivkraft hat in Relation zu seiner Maximalkraft. Und gerade bei Ringen ist er relativ viel isometrisch. Das sind zwar quasi zwei Widerstände aufeinander und dann ist so ein bisschen die Frage, wer kann jetzt diesen Widerstand am schnellsten überkommen, um quasi den anderen zu bewegen. Geschwindigkeits oder Rhythmuswechsel Und da ist Maximalkraft die Basis aber genau genommen was du brauchst ist Explosivkraft Das ist quasi die F da raus zu beschleunigen Aus rein körperlicher Sicht.

Und dann natürlich immer auch im Sport. Die körperliche Komponente ist eine, die technische Komponente ist eine andere. Da gibt es wahrscheinlich auch wie in jedem Sport im Ringen so ein paar Jungs, die einfach nur körperliche Freaks sind, die wahrscheinlich relativ wenig Krafttraining machen und dann so Hände wie Klodeckel haben, Wahnsinnsgriffkraft, ohne großartig Training, unglaublich viel Kraft. Und die dann im Wettkampf, vor allem auf unterem Niveau, extrem viel gewinnen.

Einfach nur mit purer Kraft. Die anderen einfach ummähen. Und dann kommt auf höherem Niveau jemand, der vielleicht nicht dieses hohe körperliche Niveau hat. Aber dann einfach mit deutlich mehr Technik das Ding gewinnt.

Im sportspezifischen Kontext in den meisten Fällen ist es so, dass Technik Kraft schlägt. Außer natürlich, du hast eine Kombination aus Kraft und Technik. Diese Fähigkeit zu beschleunigen, ist im Sport deutlich wichtiger als Maximalkraft. Wenn man es ganz genau nimmt, die einzige Sportart, wo Maximalkraft eine Rolle spielt, ist Powerlifting oder Kraftdreikampf.

Also die Sportart, wo du Bankdrücken, Kniebeuge und Kreuzheben machst. Denn in dieser Sportart interessiert niemand, wie schnell du bist. Es geht nur darum, das Gewicht von A nach B zu bekommen. Da gibt es Weltrekordversuche im Kreuzheben.

Wenn du da mal YouTube das anschaust, unten auf die Sekunden schaust, das dauert einfach fünf Sekunden, dass diese Handel vom Boden auf Hüfthöhe ist beim Kreuzheben. Es interessiert niemand, wie schnell es ist. Hauptsache, du bewegst quasi das Gewicht über den vorgegebenen Bewegungsradius. In allen anderen Sportarten ist immer eine Frage von so schnell wie möglich von A nach B.

So schnell wie möglich ist am besten schneller als der andere. Und natürlich auch unter Kontrolle. Und da ist Maximalkraft eine wichtige Basis. die Explosivkraft spielt körperlich genau eine größere Rolle. Also wenn du eine niedrige Maximalkraft hast, aber eine höhere Explosivkraft, dann wirst du aus körperlicher Sicht mit hoher Wahrscheinlichkeit den schlagen, der eine wahnsinnig hohe Maximalkraft hat, aber nicht eben diese Explosivkraft.

Ich vergleiche es gerne mit einem LKW. Ein LKW hat wie viel PS? 500, 600. Das ist deine Maximalkraft. Also wie viel Kraft kannst du grundsätzlich produzieren?

Wenn du jetzt aber einen LKW in Rennen fahren lässt gegen einen kleineren Porsche, der 240 PS hat, der Porsche hat deutlich weniger Maximalkraft, deutlich weniger PS, er wird aber den LKW

Entwicklung des Nervensystems im Kindesalter

LKW beim Rennen problemlos schlagen. Warum? Die Übersetzung ist ein deutlich besser. Der LKW ist quasi der Powerlifter, der kann deutlich mehr Gewicht bewegen.

Der LKW kann eine größere Last ziehen. Aber wenn es darum geht, sich schnellstmöglich zu bewegen, ist der Porsche, selbst wenn es ein kleinerer ist, mit 240 PS, wird das Rennen problemlos gewinnen, weil die Übersetzung, seine Beschleunigung, ist um ein Vielfaches besser als der LKW. Das macht den LKW nicht schlecht, das macht den LKW gut für hohe Widerstände. Was macht denn Porsche einfach besser, wenn es darum geht, sich schnell zu bewegen, sich zu beschleunigen?

In vielen Sportarten ist es so, dass die, die grundsätzlich genetisch oder von ihrer frühen Entwicklung her eine größere Explosivkraft haben, mit höherer Wahrscheinlichkeit ein hohes Niveau erreichen. Explosivkraftentwicklung passiert primär zwischen 8 und 12. Das heißt, wenn du zwischen 8 und 12 Sportarten machst, die schnell sind, ob jetzt irgendeine Form von Leichtathletik, ob irgendeine Form von Turnern oder sonst irgendeine Form von einem Sport, der schnell ist, dann hast du eine ganz andere Grundentwicklung des Nervensystems und damit eine bessere Fähigkeit, Muskelfahrer schnellstmöglich zu rekrutieren, was eine Frage ist von Explosivkraft.

Während wenn du in diesen jungen Jahren keinen Sport machst, der schnell ist und du sagst, du fängst erst mit 16 oder 18 an, dann wirst du diese Grundschnelligkeit in dem Maße nie entwickeln, weil das Nervensystem quasi mit dem 12. Lebensjahr so einen gewissen Punkt erreicht hat, wo dieser Entwicklungsstand abgeschlossen ist. Das sieht man mittlerweile auch recht gut im Gewichtheben, während üblicherweise Gewichtheben eine relativ frühe Ausbildung gab und heutzutage im Gewichtheben ist viel Sinn, die aus dem Crossfit kommen. Das sind dann solche, die dann mit 18, 20 oder vielleicht sogar mit Mitte 20 Gewichtheben angefangen haben, diese Grundgeschwindigkeit, wenn man Gewichtheben in einzelne Parameter unterteilt, vor allem diese Fähigkeit unter die Handel zu kommen, ist bei denen um ein Vielfaches schlechter, als bei denen, die sehr früh angefangen haben mit Gewichtheben und so quasi diese Grundfähigkeit entwickelt haben.

Im Endeffekt zwischen 8 bis 12 Sportarten machen, die schnell sind, die Koordination erfordern, die Speed erfordern, Turnen, Leichtathletik oder auch sowas wie Ringen ist auch relativ schnell und grunds Sportarten vermeiden die rhythmisch und langsam sind Also sowas wie Joggen gehen mit 8 bis 12 bitte nicht Und worst case ist Schwimmen Nichts gegen Schwimmen, aber wenn es um die Entwicklung des Nervensystems angeht, ist einfach Schwimmen die grundsätzliche suboptimalste Lösung, denn dein Nervensystem adaptiert sich daran, im Wasser zu bewegen. Und auch wenn du mal einen Schwimmer auf hohem Niveau irgendwelche koordinativen Übungen machen lässt, das ist teilweise unterirdisch.

Da denkst du, er hat in seinem Leben noch nie Sport gemacht. Ja, er kann sich im Wasser bewegen. Sein Nervensystem hat an diese kleineren Kräfte, die im Wasser sind, adaptiert. Aber dann quasi mit regulärer Anziehung, beide Füße auf dem Boden sich zu bewegen, ist einfach extrem, quasi ist der Fisch an Land.

Die Entwicklung des Nervensystems ist...

Die russische und sowjetische Trainingsschule

Es ist unglaublich, wie viele Aspekte. da eigentlich irgendwo mitspielen. Das ist jetzt so erzählt, mit Motor oder PS quasi. Da gibt es ja aber auch die Leute, wo man oft sieht, die zwar riesen Bären sind und austrainiert und wirklich im Bodybuilder teilweise aussehen, aber bei sechs Minuten Kampf nach zwei Minuten plötzlich weiß anlaufen. Wie viele Aspekte da wieder einfach irgendwie eine Rolle auch spielen.

Das ist grundsätzliche Fähigkeit. Und dann natürlich die spezifischen und gerade so etwas wie Ringen, einer der Dinge ist ja, du brauchst ja die Kardio, die du brauchst oder die Kondition, die du brauchst, ist ja immens. Es gibt keine Pause, es ist quasi konstanter Wechsel, gib ihm, gib ihm, gib ihm. Was ja auch, was Trainingskultur im Ringen angeht, schon relativ früh geschult wird, basierend auf dem, was ich so beobachte von diesen verschiedenen Trainingsschulen, die es gibt.

Gerade du hast vorher schon erwähnt, du hast russische Wurzeln in Russland und auch allgemein in Osteuropa ist Ringen schon sehr verwurzelt als eine der Hauptsportarten. Und wird ja auch schon sehr, sehr früh angefangen mit Ringen und ist ja schon so ein bisschen so ein Schleifen. Ja, tatsächlich, also wenn man jetzt mal begrenzt auf die sowjetische Schule quasi, das sind ja viele Länder, die heute irgendwo auch immer an dem Top-Ranking irgendwo dabei sind. die genau aber auch jetzt im Osteuropa noch jetzt wenn du noch Bulgarien und die L auch dazu nimmst ja es ist schon oft einfach eine Schule Und es ist eine sehr sehr harte Schule sag ich mal Und du hattest halt aber auch früher, wenn du jetzt die Sowjetunion zum Beispiel anguckst, woher dieses System dann auch so entsteht, wenn du die Sowjetunion einfach mal anguckst, du hattest einfach in einer Gewichtsklasse, eine Ahnung, 30, 40 Leute, also von der Masse auch. und von den 30, 40 konnten nachher zehn Stück Weltmeister werden.

Also letztendlich. Also du hättest jeden Einzelnen auf ein Turnier schicken können und der hätte dir eine Medaille geholt letztendlich. Was aber das System halt teilweise so war, dass der Verschleiß halt hoch war. Also der, der einfach das Training nicht aushält, sich verletzt und halt einfach der Nächste kommt.

Also so nach dem Motto, friss oder stirb, so ist dieses System dann, jetzt hart gesagt, auch irgendwo dann auch entstanden. Und das Pensum oder auch, dass das Ganze schon extrem, extrem hart war. Also teilweise, wenn du hörst, so noch aus Erzählungen, dass da wirklich bis zu vier Trainingseinheiten oder so am Tag noch gemacht wurden, was heute sportwissenschaftlich überhaupt keinen Sinn mehr machen würde oder jeder dir davon abraten würde, aber die das trotzdem einfach irgendwo gefahren sind und ja, einfach vielleicht auch unter dem Aspekt, das zu schulen irgendwo, des Durchhaltens, das Zähne zusammen zu beißen und ja, vielleicht auch der, ja, den Schwachen sortiert die Natur aus, so irgendwo nach dem Motto, also die klassischen Sprüche, die du dann auch immer mitbekommst.

Ja, das war so, ist so der Bereich, wo, sag ich mal, da vieles damals entstanden ist und wo bis heute noch viele Trainer vielleicht auch noch irgendwo gibt, die nach dem System irgendwo arbeiten. Ich habe selber die Erfahrung gemacht, ich hatte eine Zeit lang einen weißrussischen Trainer auch, also direkt von dort auch selber erfolgreicher Sportler. Ja, war jetzt für mein System, für mein körperliches System nicht optimal. Da sind auch so technische Parameter ob da jetzt wirklich die Hantel quasi eine Gummihantel also Gummischeiben drauf sind und die so weit weg vom Boden ist oder ob das jetzt so ganz kleine Scheiben und du nochmal tiefer runter musst beim Kreuzheben oder beim Umsetzen das spielt dann keine Rolle so Und dann musst du das Ding halt raushauen oder auch reißen, stoßen und wie auch immer.

Und Technik spielt natürlich auch keine Rolle. Und dann habe ich mir halt auch das eine oder andere kaputt gemacht damit, klar. Also auch, was jetzt gerade vor allem selbstverständlich Bandscheiben und so Thema ist, ist dann auch immer ein großes Thema. Plus natürlich, du hast ja auch durchs Ring schon enorme Lasten sowieso schon drauf und wenn du dann halt dein Krafttraining entsprechend nochmal viel bewegst oder viel auch auf maximal Wiederholung so irgendwo, dass dann irgendwann was dir Probleme macht, relativ hoch, aber da wird halt keine große Rücksicht auch einfach genommen.

Es ist halt die alte Schule und das war dann halt auch so, letztendlich, ja, der, der es aushält, der wird erfolgreich, aber du hast halt hier mittlerweile einfach nicht so die Masse, wo du sagen kannst, okay, wenn der jetzt ausfällt, dann hast du drei weitere, die dir die Medaillen irgendwo heimholen können. ja, also da habe ich auch schon persönlich ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht und es hat mit Sicherheit auch jedes Land so seine eigene Art auch noch zu trainieren und seine eigene Methodik auch irgendwo ja, aber das ist so ein Ausflug kurz zu dem Osteuropa-Thema, ja

Internationale Trainingskulturen am Beispiel Kuba

Du bist viel unterwegs, Trainingslager ein Viertel vom Jahr plus minus, das heißt verschiedene Länder und damit auch verschiedene Trainingskulturen im Ringen kennengelernt. Wo sind so die größten Unterschiede? Russland hat so ein klassisch darwinistisches System, oder hat es früher, ist ja auch so. Dieses System gibt es in vielen anderen Sportarten, beispielsweise ist Bulgarien im Gewichtheben, oder Korea ist schnell auf, wo du auch eine Riesengruppe an Talenten, und dann werden die einfach runtergeschliffen, und der, der nicht verletzt wird, der ist halt im nächsten Jahr ein Weltmeister, mit denen natürlich, es geht leider sehr stark auf die Kosten des Einzelnen.

Gerade wenn wir sowas wie Korea im Eichschnelllauf nehmen, da hast du fast keinen Eichschnellläufer, der älter ist als 20. Die sind halt mit 16 Weltmeister, mit 18 dann bei den nochmal, wenn es überhaupt, und dann mit 20 sind sie weg, während du andere Nationen hast. Da sind sie mit Mitte, Ende 20 noch vorne mit dabei. Oder sowas wie Bulgarien-Gewichtheben, wo eigentlich fast niemand einen zweiten olympischen Zyklus gemacht hat.

Du warst sie einer und danach warst du verheizt oder verletzt. Und auch in China ist es ja in vielen Sportarten so, dass ein Beispiel, als ich mich mehr mit Sprint auseinandergesetzt habe, habe ich auf einmal gesehen, die chinesische Staffel ist da Top 3 in der Welt. Wo ich auch dachte, okay, was jetzt? Die haben ja quasi niemanden, der schnell schnell ist, aber die haben halt aufgrund ihres Systems, der Auswahl von vielen Sprintern, da werden schon ein paar dabei sein, haben sie halt eine ganze Reihe von Jungs, die plus minus 10-1 rennen und damit, wenn es da vier von zusammensetzen, sind sie auf einmal mit der Staffel ganz vorne mit dabei, aber dann halt im Einzelnen ist halt dann doch niemand, der neun renntet, also schnell schnell ist, wenn du da ganz viele hast.

Was sind die unterschiedlichen Systeme, die du auf der Welt kennengelernt hast, was sind die unterschiedlichen Aspekte? Ja, wobei man also in Russland mittlerweile tatsächlich Also da, das ist so da, wo ich auch persönlich ein bisschen mehr Erfahrung einfach so damit habe und wir in den letzten Jahren doch auch schon öfters mal dort waren, was davor jetzt nicht mehr so der Fall war, aber jetzt so wieder mehr Kooperation entsteht. die sind natürlich also das System war damals so krass in dem Ausmaß, wo man was ich vorhin erzählt habe, dass da einfach runtergeschliffen wurde aber man nie vergessen durfte, dass die technisch natürlich absolute Perfektionisten auch sind also das ist schon auch bis heute so krass ich sag mal sportwissenschaftlich haben die sich auch verändert Also die strukturieren auch mittlerweile anders, immer noch natürlich vieles von damals und viele Aspekte, aber schon auch viel intelligenter mittlerweile.

Aber was hier auch technisch, dass die wirklich auf die extremen Details einfach auch achten und auch eine sehr, sehr, sehr breite Schule an Technik auch anbieten oder auch selber sehr, sehr technisch versiert sind. und du hast halt dort zum Beispiel auch aufgrund, wenn du dort im Trainingslager bist, wenn wir jetzt dort im Trainingslager waren, du hast halt einfach in deiner Gewichtsklasse bis zu 20 Trainingspartner, die auch ein entsprechendes Niveau haben und ich muss schauen dass ich hier einen Trainingspartner irgendwo wirklich der mich fordern kann quasi und dort hast du halt bis, wenn man jetzt von den 20, die dazukommen, aus dem Ausland wegnimmt, also die haben 15 eigene quasi in ihrem Land, die sich jetzt irgendwo extrem messen können und du hier natürlich ein extrem hohes Niveau an Training im Ring quasi dann auch schulen kannst und dadurch da einfach was ganz anderes noch rauskommt, was jetzt das Spezifische angeht.

Andere Länder ist es auch jetzt zum Beispiel wie in Kuba, ist es auch so eine Hochburg, wo es auch immer wieder ganz, ganz gute Leute gibt, die vom System her ein sehr, sehr familiäres System haben, also nicht so krass auf Konkurrenz auch, was ich so auch empfinde, sondern ein sehr familiäres System so unter sich auch, da ist es auch Freistil und Griechisch-Römisch und da gibt es nicht so eine große Trennung, sondern die sind alle irgendwo unter einem Hut quasi und unterstützen sich da auch und da ist es auch, dass sie sehr darauf bedacht sind, aber einfach Kampfübungen, also auf Sparring, also Also bei dem das System, was jetzt Kraft und so weiter, das war damals zumindest, als ich dort war, wirkt es nicht irgendwie groß strukturiert oder geplant oder sonst irgendwas.

Da wird halt einfach so ein bisschen gemacht. Und die gehen aber auf die Matte, also die machen den Sparring quasi nonstop, auch rund ums Jahr. Also da gibt es so gefühlt keinen Zyklus. so, jetzt hier ist jetzt wettkampfspezifische Mehrvorbereitung oder so, also Periodisierung oder irgendwie, wie es auch bei uns ein Jahresplan, sondern da ist dann eher so, okay, einfach das ganze Jahr durch quasi kämpfen, kämpfen, ausprobieren und eben auf die Matte zu gehen. Und auch ohne großes Drumherum, da wird halt kurz mal zwei drei Minuten sich ein bisschen warm gemacht wenn Und dann hei es schon okay auf Zeit Kampf Also hier quasi Spurz auf 30 Sekunden auszuk oder wie auch immer Also relativ ohne gro Vorbereitung der Gelenke oder sonst irgendwas Relativ zügig.

Also so quasi immer abrufbereit zu sein zum Kampf letztendlich. Das ganze Jahr 30 Grad, da brauchen wir sich nicht aufwärmen. Ja, genau. Das kommt auch dazu. dass es da so warm ist, da gibt es auch immer ganz gute Anekdoten.

Im Endeffekt ist es so, dass dort natürlich auch durch den Schweißverlust, der extrem hoch ist bei den Temperaturen und auch natürlich Klimaanlage oder sonst irgendwas, nicht so großes Thema ist. Alles sehr, also jetzt sporadisch quasi auch eingerichtet teilweise, die Trainingshallen, aber letztendlich entsteht dann halt auch bei der Masse an Leuten, die da dann auch trainieren, einfach, dass auf der Matte dann halt mal ein, zwei Zentimeter, nicht sogar mehr, einfach Wasser entsteht, so, und da wird halt einfach durchgezogen, also schult die Koordination. Ja, genau. Für uns, für uns teilweise undenkbar, so, aber für die halt Alltag, so, und wo bei uns schon jeder einfach aus, ja, aus dem Sicherheitsaspekt sagen würde, irgendwie ist mir das zu gefährlich, weil man es einfach nicht kennt.

Aber ja, bei denen ist das völlig normal. Und das ist einfach auch nochmal eine andere Kultur, andere Sitten, anderes Training. Und so hat halt jeder so sein, das war jetzt ein Ausflug mal für zwei so prägnante Länder vielleicht.

Mentalität und Konkurrenzkampf in Kuba

Ich hatte ja einen Bekannten, der war in Miami, in Little Havana, im MMA-Gym, wo dann auch zur Wrestling-Class da war. Und da haben sie dann auch nach der Hälfte der Trainingseinheit im Ringen haben sie ein paar Eimer Wasser geholt und diese Eimer Wasser über die Matte geschüttet und dann quasi auf diesen klatschnassen, rutschigen Matten weiter trainiert. Da war unter anderem wahrscheinlich der bekannteste Ringer außerhalb des Ringens, Joel Romero da, der auch einer der erfolgreichsten kubanischen Ringer jemals ist. Jede internationale Wettkampf, wo er teilgenommen hat, hat er eine Medaille gewonnen.

Bei Olympia hat er Silber gewonnen. und mittlerweile ist er recht erfolgreich im MMA auch vorher als du gesagt hast mit dem Rad plus R der ist mit Anfang 40 und jedes Mal wenn er f einen Kampf den Ring betritt macht er erstmal ein Rad und ein R in dem hohen Alter und auch k wenn du dir anschaust Wollte ich gerade sagen, und in einem hohen Alter, wo er nur einfach dieses Niveau halten kann, das ist auch schon krass. Auch eher eine wahnsinnige Bewegungsintelligenz, also gerade dieser Rhythmuswechsel, dieses langsam, langsam und auf einmal schnell und auch wenn er dann mal umfällt, auch einer, der gar nicht groß Takedowns verteidigt, sondern sich dann quasi umwerfen lässt und dann, weil er weiß, er kommt direkt wieder nach oben.

Er hat auch ein Zeit lang in Deutschland in Nürnberg Ringen gemacht. Da gab es schon einige interessante Geschichten gehört, wo er dann kam mit den Ringern und die dann nach anderthalb Jahren Training sich riesig gefreut haben, weil der Erste es geschafft hat, einen Punkt gegen ihn zu holen im Training. Ja, das ist tatsächlich so, die Geschichten habe ich auch schon gehört, auch auf erster Hand. Ja, der war echt, ist so ein ganz besonderer von seiner Art wohl auch immer gewesen, immer sehr witzig, aber auch sehr spielerisch, aber das ist so die Mentalität einfach auch der Kubaner, was man so sieht. denn, ja, wie gesagt, die kommen dann einfach in die Halle und schnappen sich halt ein und sagen, jetzt hier, versuch mal einen Punkt zu machen gegen mich, also aus dem Kalten quasi teilweise.

Und das ist halt so, ist halt natürlich sehr spaßig auch oft bei denen, da wird halt viel rumgeschrien im Training und Witze gemacht und so, das ist einfach von der Mentalität und was du sagst, dieser Rhythmuswechsel. Ist einfach auch so, es ist so ein bisschen manchmal bei denen, wie die Musik eben auch spielt, diese typische kubanische Musik irgendwo, sind die auch schon, teilweise auch im Training wird mit solcher Musik auch einfach trainiert sogar. Also wo die eben ihre, ich glaube jeder Kubaner kann auch irgendwo tanzen, gefühlt. Ich habe auch mal ein Interview mit Romero gehört über gerade dieses kubanische Ringersystem oder eine Punkte, die er gesagt hat, die ich ganz interessant fand, war, dass quasi so Incentives ganz klar und hart strukturiert sind, was Essen angeht, was Wohnen angeht und dass sie mehr oder weniger das komplette Nationalteam das komplette Jahr zusammen wohnt, sodass quasi, wenn dann die Auswahl kommt, wer fährt zu Wettkämpfen, du quasi gegen Leute kämpfst, mit denen du das ganze Jahr trainiert hast, mit denen du das ganze Jahr gelebt hast.

Das heißt, wenn der eine mal eine Verletzung hat, du schläfst ein Bett neben Du weißt es, wenn er einmal krank war, du schließt Betten. Und dann auch diese hierarchische Struktur. Der Beste im Land kriegt anderes Essen als der Zweitbeste. Und der Zweitbeste im Land kriegt anderes Essen als das Drittbeste.

Und dann hast du wohl, Kuba ist jetzt nicht gerade das wohlhabendste Land, aber wenn dann im Endeffekt der sportliche Erfolg da ist, hast du ja schon ein recht gutes Leben. aber halt auch nur dann im Endeffekt als Incentive für die Leistung, die du bringst, was natürlich auch in vielen anderen Ländern undenkbar ist, wenn du überlegst, dass du quasi mit deinen größten Konkurrenten um den Nationalteam platzt, dass du mit denen in einem Raum bist mit drei Stockbetten und in den Z6 zusammen wohnt. Ja, auf Dauer ist es tatsächlich unvorstellbar, aber man muss sagen, dass das Ring oder zumindest auch jetzt bei uns sogar in Deutschland, dass es so dieses ganz, ganz krasse Konkurrenzdenken einfach in der Sportart gar nicht so extrem da ist.

Es gibt auch immer ganz, ganz viele Beispiele, wo einfach Freunde, gute Freunde sogar, dann auch irgendwo Konkurrenten sind nachher. Also man geht halt zusammen frühstücken und nachher auf der Matte, wird halt gekloppt quasi so und danach ist wieder alles gut. Das ist aber auch so ein bisschen eine Mentalität, glaube ich, im Sport. Ist natürlich auch nicht in jeden Ländern so, zum Beispiel in Russland ist es auch ganz stark zu beobachten.

Da ist es schon so, dass der Beste oder der Erfolgreichste schon sehr, sehr viel Neid und auch irgendwo Missgunst erf Oder jeder hofft dass der endlich mal weg ist oder sich zum Zuge kommen Aber in manchen Ländern ist es auch teilweise einfach ein Kampf ums Überleben. Der Beste dann einfach besser lebt, besser sich versorgen kann und so. oder die Chance, durch eine Medaille einfach eine andere Förderung zu bekommen. Genau, das ist bei uns natürlich, weil wir schon einen hohen Standard, einen Lebensstandard auch einfach da haben, nicht so extrem krass. Aber in vielen Ländern ist es tatsächlich, da geht es sogar vielleicht manchmal ums Überleben oder es wird schon bewusst auch aus dem Kindesalter sozusagen dann auch Leute großgezogen, einfach um dann, dass derjenige, der sein soll, dann der nachher Geld verdient.

Ob es jetzt überringen oder dann nachher auch MMA dann weitergeht. Beispiel in ärmeren Regionen auch, da ist es auch völlig normal, dass der dann irgendwann die Hoffnung hat, in ein großes Gym oder wie auch immer in eine Großstadt zu kommen und da dann die Familie zu versorgen.

Ringen in Asien und Deutschland

Du hast vorher erwähnt, dass China mittlerweile stark ist im Ringen. Das ist basierend auf meinen Beobachtern auch relativ neu. Richtig? Naja, würde ich so gar nicht, also nicht stark in dem Sinne.

Haben sie viele Ringer? Ich glaube die Masse ist wohl tats da Aber sind jetzt auch keine so wie du es vorhin eigentlich im Leichtathletik schon genannt hast dass jetzt so Einzelne extrem rausstechen oder mega erfolgreich sind. Im Frauenring tatsächlich, da sind sie mit den Top 3, würde ich fast sagen, So, dass die da extrem stark sind auch und auch einen starken Fokus auf das Frauenring. Aber auch Japan zum Beispiel ist Frauenring auch Nummer eins quasi, was auch so das Ansehen und so das Ganze genießt quasi.

Also komischerweise in den Ländern, in vielen asiatischen Ländern, ist es dann entweder so, dass tatsächlich Frauenringen sehr, sehr populär ist und auch sehr erfolgreich oder eben oft die leichteren Gewichtsklassen. Also sprich so 55, 60 Kilo, da kann man auch nochmal so ein bisschen aufteilen, dass da auch viele Asiaten einfach erfolgreicher sind, stärker sind als jetzt eher so mittleren bis Schwergewicht quasi. Da gibt es auch so eine Splittung in China. In Europa, Deutschland ist relativ gut vertreten im Ringen.

Wenn man jetzt weiter schaut, von der Tradition her war es schon auch immer so, dass wir einige Medaillen immer wieder auch gewonnen hatten, auch in den 80er-Jahren, 90er-Jahren. Das waren auch schon sehr sehr goldene Zeiten wo es immer recht gut lief Dann gab es so 2000er war so ein bisschen weniger Also es gibt immer auch so ein Hoch und Tier Es ist eine Generation da wo jetzt mehr kommt eine Generation weniger Und man würde sagen, ja tatsächlich, jetzt aktuell befinden wir uns schon so in einem Zyklus, wenn man sagt, okay, Zyklus vier Jahre immer, Olympische Spiele, dass der Zyklus davor, der Zyklus, der jetzt quasi da ist, dass es schon eine recht erfolgreiche Truppe ist und auch vom Potenzial her auf jeden Fall sehr viel da ist.

Aber auch hier sind quasi ja so bei uns auch wieder drei unterschiedliche Teams, also das Frauenteam, das Freistilteam und das Griech-Römisch-Team, weil jedes Team hat auch wieder seinen eigenen Bundestrainer quasi. Da gibt es natürlich auch Schwankungen. Also aktuell ist es so, dass das Griech-Römisch-Team erfolgreicher ist einfach, das Freistilteam mittlerweile auch wieder einen Aufschwung erlebt und die Frauen auch sehr erfolgreich sind. Aber so gibt es halt immer irgendwo Schwankungen.

Deswegen so als Gesamtes fürs Ringen, also das Ringen so zu sehen, war es schon, dass es in Deutschland immer wieder Medaillengewinner definitiv gab. Auch jetzt bei Olympischen Spielen war es jetzt, was war das jetzt, 2012. 2012 gab es keine Medaille. genau, also so jetzt die unmittelbaren letzten so ja, acht Jahre Alright das war's soweit für den ersten Teil bis zum nächsten

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