TWUP 72

TWUP 72 — Boxen & MMA Teil 1 mit Adem Kartal

Adem Kartal analysiert den aktuellen Zustand des deutschen Boxsports zwischen olympischem Anspruch und professioneller Vermarktung. Die Episode beleuchtet den strukturellen Niedergang in Deutschland, den Vergleich zu MMA sowie die notwendige Professionalisierung in Training und Verbandsarbeit.

Kernpunkte

Übergang vom Athleten zum Funktionär

Einer der interessanten Aspekte bei dir ist, Boxen ist ja relativ viel alte Schule und dafür, dass du auch Ressortleiter Nachwuchs bist beim Verband, jetzt als Funktionär tätig bist, du bist jetzt nicht Mitte 50, sondern Anfang 20. Ja, also ich bin sehr, sehr jung tatsächlich und war für viele erstmal so, oh, wie kann man in dem Alter diese Position übernehmen. Das hängt daher zusammen, ich war als Athlet damals quasi als Athletensprecher aktiv. Das kann man sich wie so eine Gewerkschaft eigentlich vorstellen, die sich einfach für die Interessen der Athleten einsetzt. konnte mich dadurch eigentlich super im Boxverband vernetzen.

Ich kannte alle Trainer, wir waren richtig cool, wir haben uns gut verstanden. Dann kam der ehemalige Jugendbundestrainer und ein guter Freund von mir, Olli Wilczek, zu mir, der unser Sportdirektor ist und hat gesagt, hey, das wäre eine perfekte Position für dich, hast du Lust darauf? Da habe ich gesagt, ja, dann gab es Wahlen. Ich konnte mich da durchsetzen war einstimmig und bin seitdem Ressortleiter Nachwuchs das hei du hast zuerst aufgeh oder mit dem Gedanken gespielt deine aktive Karriere zu beenden Und dann kam der Job oder war das so ein fließender Übergang?

Also das war so, ich habe im Jahr 2018 in der Türkei geboxt gehabt, bin dann wieder zurück nach Deutschland gekommen. Das lief in der Türkei eigentlich nicht so gut für mich. war dann so an dem Punkt, wo ich gesagt habe, ich weiß nicht, ob ich noch wirklich den Leistungssport betreiben möchte auf diesem Level. Habe dann ans Aufhören bei Wettkämpfen nachgedacht gehabt. War auch als Trainer in dem Zeitraum ein bisschen aktiv und das war dann quasi so, dass die gesagt haben, hey, bevor du jetzt aufhörst zu kämpfen und du wirst sowieso als Trainer aktiv, hast du nicht Lust als Funktionär was zu machen.

Cool.

Rationaler Ansatz bei olympischen Zielen

Wettkampf Tokio Olympia war ja dann noch so, würde ich so so einen Schritt, den du ins Auge gefasst hast, aber dann recht rational das Ganze angegangen. Ja, genau. Also man muss, ich denke, das sage ich auch allen unseren Athleten bei uns im Boxenverband, man muss ehrlich sein mit sich selber. Es ist wichtig, sich die richtigen Ziele und die großen Ziele zu setzen.

Es gibt zwei Gruppen. Die einen, die trauen sich das einfach nicht. Die trauen sich selber nicht zu sagen, hey, ich möchte auf Olympia. Es gibt die andere Gruppe, die sagt, ich möchte auf Olympia, aber ja, tun wenig dafür.

Und dann gibt es eine dritte Gruppe, die dann sagt, okay, ich möchte auf Olympia und gehe die Sache aber rational an und sagen, okay, das sind meine Zwischenetappen, ich muss kurzfristig, mittelfristig das erreichen, um langfristig auf Olympia mich vorbereiten zu können und auch teilnehmen zu können am Ende. Bei mir war es so, ich habe das natürlich ins Auge gefasst, habe dann relativ schnell gemerkt, es ist nicht einfach, es ist sehr, sehr schwierig, vor allem in internationalen Trainingslagern. Wenn man mal gegen einen Vize-Olympiasieger geboxt hat oder gegen einen amtierenden Weltmeister, dann muss man auch überlegen, okay, wie wahrscheinlich ist es, dass es mit Tokio oder so klappt.

Kam so quasi der Entschluss zu sagen, okay, ich möchte aufhören, aktiv zu kämpfen.

Ist Boxen tot? Die drei Kategorien des Boxsports

Wir beide kennen uns ja mittlerweile auch schon ein gutes Jahr. Ja, genau. Und über ein paar Dialoge, die wir hatten, war ich ja dann irgendwann mal so weit und habe dann einfach erklärt, Boxen ist tot. Und zu meiner Überraschung muss ich sagen, hast du da sofort zugestimmt.

Ja, also es ist eine sehr umfangreiche Frage. Wir müssen jetzt erstmal den Boxsport heutzutage in Deutschland definieren. Ich persönlich teile den Boxsport in Deutschland in drei Bereiche ein. Der erste Bereich ist das Pers Das ist f Menschen quasi die den Sport aus physischen und psychischen Gr machen um sich einfach da zu verbessern ohne irgendwie quantitative Ziele Also zu sagen, ich möchte eine Medaille gewinnen oder ich möchte Geld gewinnen.

Und es ist ein sehr breites Spektrum an Menschen. Das umfasst Kinder, die den Sport betreiben, einfach um selbstbewusster zu werden. Das betrifft aber auch viele Menschen, die einfach beruflich sehr stark eingebunden sind und dann Boxtraining machen. Ich persönlich mache ganz viel im Personal Training Bereich da, um einfach Menschen quasi, ja, damit die sich entlasten können von der Arbeit.

Der zweite Punkt ist das Fitnessboxen, das ist einfach für Menschen, die abnehmen wollen oder einfach sich physisch fit halten wollen. Weniger techniklastig als das Persönlichkeitsboxen, da geht es dann quasi nur ums Schwitzen und, ich sag mal jetzt, ganz grob Kalorien verbrennen. Und die dritte Gruppe, der Leistungssport. Also vorab, immer wenn man sagt, Boxen ist tot, bezieht man das sehr stark aufs Leistungssport.

Ich sage ganz schnell ja, darauf kann ich gleich nochmal drauf einkommen, aber ich muss ein bisschen weiter aus und auf die anderen zwei Bereiche eingehen. Wir haben beispielsweise bei uns im Boxerband, haben wir durch die Corona-Krise eine Initiative gegründet, Hope for Kids. Das ging quasi, haben wir schnell gemerkt, aufgrund von vielen Athleten, dass die durch die Corona-Krise, weil die Schule und so ausgefallen ist, keinen Rhythmus mehr hatten. Wir haben eine Initiative gegründet, wir haben denen Online-Training angeboten, Online-Angebote über Nachhilfe, Zusammenkommen, über Zoom einfach chillen und das kam richtig gut an.

Und das würde ich als Erfolg definieren und als sehr lebendig auch definieren, was aktuell im Boxsport geschieht. Und es ist eine sehr, sehr, sehr positive Entwicklung. Auch das in Persönlichkeitsboxen, das White-Color-Boxing oder das Manager-Boxen, extremst gute Entwicklungen in diesem Bereich. Auch da würde ich es als sehr lebendig definieren.

In den Fitnessstudios ist es so, ein Sandsack ist keine Seltenheit mehr. Also in den meisten 0815-Fitnessstudios findet man heutzutage einen Boxsack drin. Würde ich auch als lebendig definieren. Und ich finde, es ist ein sehr, sehr wichtiger Teil, dass der Sport auch in der breiten Masse einfach ein Bewusstsein findet, weil selbst wenn man nur auf dem Sandtag ein bisschen, sag ich mal ganz doof gesagt, kloppt, merkt man, dass es gar nicht so einfach ist und dass es halt nicht nur ein Schlägersport ist.

Niedergang des deutschen Wettkampfboxens

Im Leistungssport ist es aktuell tatsächlich so, dass wir weder im Profibereich noch im olympischen Bereich konkurrenzfähig sind mit der Top-Elite der Welt. Ist ein sehr interessanter Grund vielleicht warum es so ist Wir sind selber am analysieren wieso weshalb warum Wir haben bei uns im Boxverband ein sehr vielf Trainerteam Wir haben einen Trainer, der hat in Kuba studiert, komplett durch, hat mit der Top-Elite-Mannschaft der Kubaner trainiert. In Havanna am Olympiastützpunkt gelebt mit Größen wie La Cruz, der zweimal Olympia gewonnen hat und vier Jahre lang ungeschlagen war. Sehr interessante Aspekte, unser aktueller DBV, also beim Deutschen Boxverband Head Coach, ist aus Irland, der den Olympia-Zyklus in Rio und London mitgemacht hat und viele Trainer noch aus Russland und so weiter und so fort.

Also ein sehr, sehr vielfältiges Team. Man nimmt sehr, sehr viel auf. Wie machen es die anderen Länder? Was könnten wir besser machen?

Aktuell ist es so, dass der Boxsport im olympischen Bereich und im Profibereich sich in Deutschland neu finden muss und sich selber neu definieren muss, um wieder erfolgreich zu werden. Deutschland im Profibereich in den letzten Jahren, der einzige Kampf, den ich so mitverfolgt habe, war Tom Schwarz gegen Tyson Fury. Da habe ich vor ein paar Tagen noch so einen Clip gesehen, wo quasi die Defensive von Tyson Fury gezeigt wurde. Tom Schwarz waren mehrere Schläge in Folge und Tyson Fury ist halt in diesen drei, vier Schlägen einfach nur mit simplem Hatton-Movement ausgewichen.

Was dann schon den Eindruck hatte, Tom Schwarz, auch wer den ganzen Kampf gesehen hat, ging nicht besonders lang. Was waren es? Zwei, drei Runden. War klar deklassiert.

Wo siehst du die Gründe, warum der Boxsport in Deutschland in den letzten sechs, acht Jahren so viel an Nähe zur Weltspitze verloren hat?

Globale Boxlandschaft und aufstrebende Nationen

Das ist eine sehr gute Frage, die ich auf unterschiedlichen Ebenen beantworten kann und möchte. Also kurz vorab der Kampf mit Tom Schwarz, Tyson Fury, da muss man ehrlich sein, Tom Schwarz war ein Aufbaugegner für den Tyson Fury. Also das war kein Gegner, wo der Tyson Fury sicherlich Angst hatte zu verlieren. Der Boxsport hat sich extremst gewandelt in den letzten Jahren.

Und man muss immer das Koordinatensystem sehen, was man betrachtet. Also lass uns mal das Boxen ein bisschen eingliedern. Es gibt so die ehemalige sowjetische Boxschule, das ist so Usbekistan, Kasachstan, Russland, was übrigens zur Zeit Weltspitze ist, also die Nationen sind immer bei den Top Ten dabei. Dann gibt es das westliche Boxen, da ist Frankreich extremst erfolgreich.

Vor allem in Rio 2016 haben die wirklich gerockt mit mehreren Goldmedaillen. England extremst stark, auch bei den Profis. Irland klein, aber mega, mega erfolgreich. Wir haben eine enge Kooperation mit Irland, Top-Nation.

Dann gibt es noch diese neuen Boxländer. Indien als neuer Boxgigant taucht auf. Der Boxsport in Indien ist mega am Blühen. Wir hatten den Black Forest Cup hier in Phoenix-Schwenning in Baden-Württemberg, wo wir das indische Team zu Gast hatten, die Nationalmannschaft.

Sehr erfolgreich. Ich sage voraus, dass in zehn Jahren Indien die Top-Nation im Boxsport sein wird. Also die haben TV-Ausstrahlungen, wo die wirklich zur Primetime ausstrahlen und den Top 3 der Zuschauerzahlen haben. Indische Boxer.

Indische Boxer, extrem erfolgreich. Sind primär kleine Gewichtsklassen oder sind die... Primär kleinere Gewichtsklassen, ja. Aber sehr erfolgreich.

Also Inder unterschätzt man heutzutage nicht mehr. Das hat angefangen, also ich kann mich erinnern, als ich noch selber geboxt habe, wurde Indien ein bisschen belächelt, aber heutzutage auf internationale Bühne nimmt man die in der Ernst. Also beim Black Forest Cup, wo wir die zu Gast hatten, haben sie den Pokal bekommen als beste Nation. Wenn man überlegt, dass wir die irische Nationalmannschaft hatten und andere starke Länder wie Kasachstan, Indien hat den ersten Platz belegt.

Hast du durch Zufall UFC am letzten Wochenende gesehen? Nee. Da war eine Frau, zweimalische kasachische Meisterin in Boxen, die UFC-Debüt gegeben hat. Und das war eine der größten Überraschungen für mich der letzten Jahre.

Fliegengewicht, das heißt gut 55 Kilo. Relativ lang für die 55 Kilo, langer Reach, 6,5 Inches, 18 Zentimeter Reach-Vorteil gegenüber der Gegnerin. Und in neun Kämpfen, neun Siege, sechs erste Runde Finishes und so grob halb via Striking und halb via Submission. Toll.

Und hat auch ihre Gegnerin innerhalb von einer Runde, das war auch zwei, drei Minuten und der Kampf war vorbei am Kickboxen. Und dann hat sie den Rücken geholt und sie quasi im Stehen gefinisht. War spektakulär, unterhaltsam von ihren körperlichen Maßen. während du gerade im weltlichen MMA noch oftmals so ein bisschen so eine Wrestler-Struktur hast, so eine Ringer wo die relativ so kleinen Stalki relativ kurze Arme relativ viel Druck hast du da jemand mit ihr der sehr sehr leichtf ist recht lange Beine lange Arme und auch im Stand Mich wahnsinnig überrascht. Also toll, toll das zu hören.

Würde auch zu meinem Bild passen mit Kasachstan, also es gibt immer übrigens Ausnahmen. Aber ich sag mal, in der Regel, wenn man sich so auf der Weltspitze die kasachischen Boxer anschaut, sind ja auch eher länger und eher schmaler oder schmächtiger, sage ich mal, aber sehr, sehr gut technisch ausgebildet und super gut in Präzisionstreffen, also sehr, sehr gute Boxer.

Historische Erfolge und moderne Defizite

Zurück zum Thema, wenn ich kurz zurückgehen darf, warum ist Deutschland nicht so erfolgreich aktuell? Das hat mehrere Gründe. Grund Nummer eins, warum war Deutschland erfolgreich? Das muss man sich mal fragen.

Der Hauptgrund dafür ist einfach die ehemalige DDR. Also wenn man sich mal die letzten drei Olympischen Spiele anschaut, in der die DDR teilgenommen hat, waren die mal in den Top 3 der Welt dabei. Auf Olympia. Schaut man sich die Top-deutschen Boxer zu den Zeiten an, wo Deutschland erfolgreich war, sei es Fritz Sudnäck, Michael Timm, der heutzutage immer noch aktiv ist, oder Uli Wegner, Carsten Röwer, alles DDR-Boxschule.

Wir haben uns weiterentwickelt in der Sache, also DDR-Boxschule, ich würde jetzt nicht sagen, dass die heutige Boxschule schlechter wäre. Man muss sich halt immer die Frage stellen, macht es Sinn, ein Samurai am Schwert auszubilden, wenn der Krieg heutzutage mit Schusswaffen geführt wird? Das ist der erste Grund. Der zweite Grund ist, wenn man westliche Systeme zugrunde nimmt, also mit den ehemaligen Sowjetstaaten und mit, sag ich mal, diesen neuen Boxstaaten, würde ich jetzt Deutschland nicht vergleichen.

Vom System, von der Struktur her, England oder Irland oder Frankreich sind tolle Beispiele, weil wir uns einfach ähnlicher sind. Früher war ein Box-Team eine Person und das war der Boxtrainer. Und wenn du heutzutage im Boxsport unterwegs bist, wird es flächenmäßig immer noch so sein. Du hast den Boxtrainer, der macht den Ernährungsplan, der macht dir einen Kraftplan, der macht dir einen Laufplan und der hält dir die Pratzen.

Wenn du dir die Nationen anschaust, die heutzutage top erfolgreich sind, sind es plötzlich viel mehr Personen. Also der Strength and Conditioning Coach ist dazu gekommen, der sich aufs Krafttraining spezialisiert hat und aufs Konditionstraining. dann gibt es den nutrition coach beides englische begriffe bewusst weil die einfach hier noch nicht so etabliert sind der box trainer ist da und jetzt kommt relativ neu noch der movement coach wo so ein bisschen um beweglichkeit geht und wenn man sich mit Athleten wie Lomachenko anschaut kommt nochmal jemand ein Mental Coach dazu Also teilweise haben international die Leute fünf Trainer, die sich um die kümmern und wir haben den einen Allrounder, der angeblich alles perfekt kann.

Ich denke, das ist ein großes Defizit, was wir aktuell haben. Leider kannst du dich nicht teilen, Wolfgang. Wir bräuchten mehr Wolfgang Unzolz, also quasi Menschen, die Ahnung haben von Krafttraining, von Ernährung, die den jungen Boxer und so einfach auf die Sprünge helfen. Also wenn ich international vergleiche, nur ein Beispiel Gewichtsmanagement, wie in Deutschland noch Gewicht gemacht wird, teilweise bei Kämpfen und wie es halt in England gemacht wird, merkst du, dass die Engländer einfach professionell an ihrem Dasein sind.

Die Engländer sind allgemein recht gut aufgestellt, was Boxen angeht zur Zeit, was ich regelmäßig raushöre von dem, was du sagst.

Top-Boxnationen: Profis vs. Amateure

Was würdest du sagen, was sind aktuell die Top 3 Nationen auf der Welt, boxtechnisch? Ich würde das Nummer 1 untergliedern in Profi und Nicht-Profi. Im Profibereich ist es Mexiko, also wenn du dir die Profi-Weltmeister anschaust, sind das die meisten die Mexikaner, die sind auch sehr geil aufs Profiboxen. Kämpfer wie Canelo Alvarez, der mit 15 schon Profi gegangen ist, ist hier unvorstellbar.

Oder nicht halt gang und gäbe. Mexiko ganz klar auf 1. Auf 2 würde ich die USA tippen. Haben immer noch starke Boxer.

Und 3 ist eine schwierige Frage, würde ich England sagen. Also UK bei den Profis. Im Amateurbereich würde ich sagen Usbekistan auf die 1. Kuba, Kasachstan, das ist schwierig immer, das ist eine Diskussion, was ich mit Kollegen habe, auf die 2 oder 3.

Also ich persönlich sehe eher Kuba auf die 2 und dann Kasachstan auf die 3, aber darüber lässt sich diskutieren. Okay. Der Unterschied zwischen Amateursport und Profisport ist, dass der Amateursport quasi über den Olympischen Sportbund oder über quasi das Olympische Kommitee finanziert wird, während im Profibereich quasi über Promoter. Genau.

Also, das hängt ganz stark historisch zusammen. Die beide haben sich mittlerweile auch sehr stark wieder abgeschottet. Eine Zeit lang war so eine Annäherung da. Profis haben in Rio mitgemacht.

Also, Hasan Endam, das war oder ist Weltmeister Mittelgewicht, hat in Rio mitgemacht. Es sind dann Vorrunde aber auch ausgeschieden. War historisch früher so, USA war einfach das Zentrum der Welt. Also, bis 1962 gab es kein Weltverband im Boxen.

Es gab die NBA, die National Boxing Association, das war ein Verband in den USA und bis 1962 alle Leute die da Titel gewonnen haben sei es Joe Louis sei es Rocky Marciano hatten offiziell keinen Weltmeistertitel sondern einen nationalen Titel Also die USA war so das Zentrum der Welt einfach. Und was in den USA Gang und Gebe war, man ist auf Olympia gegangen, hat die Leute, sag ich mal, kurz besiegt, hat die Goldmedaille gewonnen und wurde dann Profi-Weltmeister. Das war so Gang und Gebe. Wenn du die Athleten wie Mohamed Ali oder so anschaust, das waren alles olympische Goldmedaillengewinne oder Oscar De La Hoya und sonstiges.

Jetzt ist aber die Welt viel komplexer geworden, also vor allem nach dem Zerfall der Sowjetunion ist Usbekistan und Kasachstan nochmal als neue große Boxnationen entstanden und die beiden Bereiche würde ich gar nicht mal mehr, ich vergleiche das gerne mit einem 100 Meter Läufer und einem 800 Meter Läufer. Wir boxen 3x3, wir haben ein ganz anderes Anforderungsprofil, also 3 Runden a 3 Minuten, wir haben ein ganz anderes Anforderungsprofil als jemand, der 12 Runden boxt. Das ist das Erste. Das Zweite ist, im Westen ist einfach nur ein Bewusstsein da fürs Profiboxen.

Also hier zählt das Profiboxen. Wir sind Amateure, der Rest so im Volksmunde, sage ich mal. Wenn du in Kuba oder in Usbekistan oder Kasachstan sind, dann sind dort die Olympischen Boxer die Profiboxer. Okay.

Boxen vs. MMA: Popularität und Medien

Profiboxen, auch hier in den USA, ist da definitiv immer noch die Eins. Auch der Großteil der großen Kämpfe und Kämpfer wohnt, trainiert und kämpft dann auch in den USA. Aber auch da ist natürlich jetzt bei weitem nicht mehr so medienmärksam, wie das zeitweise war. Also wenn ich überlege, als ich jung war, da war Boxen so die Eliteform des Kampfsports und Mike Tyson war der gefährlichste Mann der Welt. jetzt Tyson Fury oder Deontay Wilder kennen deutlich weniger als Conor McGregor.

Ja, also das stimmt. Ich denke, im Westen, in der westlichen Welt, nimmt das Bewusstsein für den Boxsport sehr ab. Was man in den USA mal gerne nimmt, um die Beliebtheit des Kampfsports zumindest zu bestimmen, sind die Pay-Per-View-Tickets. Und wenn man sich mal die Top-10-Kämpfe anschaut, dann sind da nur drei MMA-Kämpfe.

Das sagt auf den ersten Blick, okay, dem Boxen geht's gut. Wird man aber einen genaueren Blick, wird man sehen, dass drei Kämpfe aus der alten Periode ist. Holyfield Tyson, Tyson Lewis, Lennox Lewis und irgendein Kampf von Oscar De La Hoya, also ältere Boxschule. Vier von den Kämpfen sind mit Floyd Mayweather, der nicht mehr aktiv boxst und Dieser Kämpfer auf Platz 2 war Mayweather McGregor.

Also könnte man sagen, Hälfte Boxen, Hälfte MMA.

Synergie zwischen Boxen und MMA

Da sieht es dann wieder ganz anders aus. Da scheint es dann so, dass dann der MMA-Bereich plötzlich viel, viel beliebter sei als das Boxen. Zumindest in den letzten 10 Jahren. Ja, zumindest in den letzten 10 Jahren, genau.

Trifft, denke ich, in den USA sehr stark zu, aber ist nichts, was mir jetzt irgendwie Magenschmerzen zubereitet. Also ich denke, das ist eine Entwicklung, die toll ist, weil der MMA-Bereich einfach neue Chancen für den Boxsport im Westen bietet. Also, eine kleine Anekdote, die habe ich dir schon mal erzählt. Wir haben, auch beim Black Forest Cup, aber in einer älteren Version im Jahr 2018, habe ich einen Anruf bekommen vom Mitorganisator und der hat gesagt, hey, wir haben ein Team, die sprechen Englisch und wir brauchen dich.

Da habe ich gesagt, gut, Englisch ist kein Problem, no problem, gehe ich und mache das. Kam ich rüber und war ein brasilianisches Team, aber im kompletten UFC-Outfit. Da war ich erstmal so, okay, was macht jemand wirklich komplett eingekleidet mit UFC-Sportler und Trainer bei so einem großen internationalen Boxturnier? Wir waren mehrmals essen, ich war zuständig quasi für die über die gesamte Woche, hatten coole Gespräche und es hat sich dann herausgestellt, das ist ein Boxtrainer, der sich auf MMA spezialisiert hat.

Das ist mein Freund Gabriele Di Oliveira, wir haben immer noch Kontakt, der ist in Florida beim American Top Team und der hat zu mir gesagt, hey du, Adem, ich habe mehrere olympischen Spiele mitgemacht. Ich bin Trainer von unter anderem Robson-Konsensia, der die Goldmedaille auf Olympia gewonnen hat. Mein Neffe hat eine Medaille auf Olympia gewonnen. Ich bin Boxer, aber das heißt nicht, dass ich ein Problem mit MMA haben muss.

Der sagt, der MMA, der finanziert mich. Da habe ich gefragt, wie meinst du das? Er hat gesagt, was man den USA verstanden hat, man braucht keinen MMA Trainer, der Boxtraining gibt, sondern man braucht einen Boxtrainer, der Boxtraining für Menschen im MMA gibt. Und der MMA ist also quasi die Möglichkeit oder der Grund, warum viele Superboxtrainer in den USA überhaupt einen Job haben, wie Gabriele beispielsweise.

Dann gibt es andere Trainer, die sich durch den MMA mitfinanzieren. Also wenn du mal die Top-Trainer der Welt anschaust, beispielsweise Robert Garcia in Oxnard, Kalifornien. Top Trainer, zig Weltmeister rausgebracht, trainiert UFC-Kämpfer. Hat unter anderem Jose Aldo vorbereitet, ich meine auf den McGregor-Kampf.

Und dann kommt Pedro Diaz dazu auch in Florida Miami Top Trainer kubanischer Trainer hat auch MMA bei sich Freddy Roach einer der allerersten der damit angefangen hat damals mit George St Pierre Also es sind alles positive Entwicklungen. Ich denke persönlich, es ist eine Beziehung, die man verstehen muss. Ein starkes Boxen wird ein starkes MMA bedeuten, für mich. Ein starkes Box-Deutschland wird stärkeren MMA in Deutschland bedeuten. und ein starkes MMA wird Möglichkeit bieten, für viele Boxtrainer sich überhaupt finanzieren zu können.

Und wenn man diese Beziehung verstanden hat, dann ist es mehr Freund sein als Feind sein. Es ist eine mehr alte Schule, auch so ein bisschen die Boxer, die dann MMA als Konkurrent sehen und gerade diese zwei Argumente, die ich da öfter höre, ist quasi Pay-Per-Views, das natürlich, wenn man anschaut, Boxen, dann auch mein Argument natürlich, aber jetzt schau mal nur die letzten 10 Jahre an und vergleich die Pay-Per-Views der letzten 10 Jahre, dann sieht die Welt schon wieder ganz anders aus. Und natürlich auch die Beträge, die in Boxen gewonnen werden, was auch immer jetzt Floyd Raybards tatsächlich für seinen McGregor-Kampf gekriegt hat, 350 Millionen ist so eine Summe, die im Raut steht, die verdient er als quasi der, der die Zinsen aller Generationen vor ihm einsammelt.

Mike Tyson hat groß verdient, dann kamen die Nächsten, dann kam Mayweather in der letzten Generation, der dann quasi noch mehr verdient hat, diese Zinsen anderer Generationen, die einen Sport zu einem gesellschaftlichen Ereignis gemacht haben, die gibt es im MMA noch fast nicht, weil MMA im Endeffekt, UFC ist 20 Jahre alt, auch wenn es knapp 30 Jahre alt ist, muss im Endeffekt die neue Generation UFC als der Sufa UFC gekauft hat, 99, 2000, die muss man sehen und UFC MMA ist deutlich jünger und dementsprechend von den Zinsen der Generation davor zu leben. Also ich sehe das Ganze auch ein bisschen trockener.

Also eins muss man sagen, Floyd Mourad ist einfach ein Businessman. Also er ist so reich, ich möchte ihn nicht desrespektieren. Also man muss sagen, er hat alle Topboxer besiegt, von Mani Pacquiao, Miguel Cotto und wen er alles geschlagen hat. Alvarez, also der hat wirklich die Topboxer besiegt und dafür hat er meine Hochachtung verdient, wirklich top.

Aber er war mehr Geschäftsmann auch. Also was heißt auch, er war mehr Geschäftsmann. Und das ist der Grund warum er so erfolgreich ist Ich denke ein weiterer Grund ist der MMA ist sehr jung vor allem die UFC Und die Menschen die Geld haben die Kohle verdienen sind noch eher aktuell in dem Boxsport interessiert Weil das sind meistens Menschen, die ein bisschen älter sind, sage ich mal, die Geld verdienen. Und die dann sagen so, hey, den kenne ich noch aus meiner Kindheit, weil Boxen so cool war und deswegen gebe ich Geld aus.

Im MMA-Bereich ist es eher so eine jüngere Generation, die vielleicht finanziell noch nicht so stark ist. Und das ist eines der Gründe.

Social Media als Metrik für Erfolg

Ich denke, dieser Maßstab mit Pay-Per-View, der wird heutzutage immer noch gezogen, aber es ist ein sehr konservativer Aspekt, der betrachtet wird. Ich denke, der moderne und der richtige Aspekt, jetzt ganz doof gesagt, sind die Follower auf Instagram. Weil, wenn du mal schaust, ein Floyd Mayweather, der Top-Boxer der Welt, hat 24 Millionen Follower und Conor McGregor 37 Millionen. Da gibt es eine, ich mag ja Zahlen, wie du weißt, und da hatte ich bei Ruiz, der Joshua geschlagen hat, Der hatte irgendwo 24.000 Follower vor dem Kampf mit Joshua.

Und quasi nachdem er Joshua im ersten Kampf besiegt hat, hat er am nächsten Morgen eine Million Follower gehabt. Krass. Im Endeffekt, du bist Herausforderer des Weltmeisters und hast für Social-Media-Verhältnisse auf dem Niveau keine Follower. Und dann geht es hoch.

Ich denke, das ist der Maßstab, aber wie beliebt jemand ist. Das ist ein guter Punkt. Ich habe das vor gar nicht so lange, ein oder zwei Monaten habe ich UFC-Kämpfer mit Boxkämpfer verglichen und das ist fürs Boxen erschreckend am Anfang, muss ich sagen. Also ein Lomachenko hat nur 1,8 Millionen Follower, ein Terence Crawford, Pound-for-Pound-Maschine hat nur 500.000.

Und dann siehst du viele, viele UFC-Kämpfer, da sind 2, 3 Millionen State-of-the-Art-Standard. Ja, genau. Also das lässt wieder implizieren, dass der MMA-Bereich beliebter ist und auch beliebter wird als der Boxbereich. Aber wie gesagt, wie vorher erwähnt, ist nichts, was mir jetzt irgendwie Magenschmerzen bereitet.

Zu dem Thema, also was ich auch oft immer gefragt bekommen, Wolfgang, Boxen versus MMA und sonstiges. Ich habe vorher die internationale Bühne erwähnt mit meinem Kumpel aus Brasilien und so. Ich betrachte mich jetzt mal auf Landesebene hier in Baden-Württemberg. Wir haben zwei Top-Landestrainer, die sind ansässig in dem studio das ist der andreas christ im stadium cage in stuttgart und der pascal stern beim hammers team mma in aalen andreas christ war im jahr 2018 also hat ein pokal bekommen letztes Jahr f den besten Heimtrainer 2018 Das hei der beste Heimtrainer bei uns im Boxverband ist ansässig in dem MMA-Studio.

Und ohne dieses MMA-Studio hätte er nicht so gute Boxer generieren können. Und hat immer noch Top-Boxer. Letztes Jahr einen deutschen Meister, einen deutschen Vizemeister. Also top.

Boxen als technisches Fundament

Mein Punkt ist ja so ein bisschen, Boxen war lange die 1, Mike Tyson gefährlichst am Anfang der Welt. Boxen hat gesellschaftlich deutlich größeres Ansehen als MMA aufgrund der Dauer, die schon da ist. Aber es ist einfach nicht mehr zeitgemäß. Meine Hauptgründe für das Statement Boxen ist tot.

Der Unterhaltungswert des Boxens ist einfach in zu vielen Fällen, wenn man nur Boxen als Einzeldisziplin sieht, recht gering. Wenn du einen MMA-Kampf hast, der primär Boxen ist, und davon gibt es den einen oder anderen, hast du einen deutlich höheren Unterhaltungswert. Auch wenn es nur Boxen ist, die Möglichkeiten sind vielseitiger, sodass das Ganze deutlich offener wird. Ja, das hat zu dem Punkt, also ich denke ja, der MMA-Bereich wird beliebter.

Nur der Boxbereich wird seine Rolle ändern. Es wird vielleicht nicht der Sport sein, der im Vordergrund stehen wird, aber der Sport, der im Hintergrund sehr viel bewegen und ändern wird. warum? Vielleicht bekomme ich dann oft von anderen Kollegen zu hören, es ist ja aber MMA, es gibt ja noch Kickboxen und Thai-Boxen und alles. Dann nehme ich immer gerne den Vergleich zwischen Fußball und Faustball.

Also Fußball und Faustball würde ich erstmal in ihrem Grunddasein im Sport als wertneutral beschreiben. Ich würde jetzt nicht sagen, dass ein Fußballer besser ist als ein Faustballer. Also rein die Sportartansicht. Aber der Fußball hat einen sehr langen Evolutionsprozess hinter sich, ist extremst entwickelt.

Und jetzt möchte ich ganz provokant und frech behaupten, dass der Spitzenfußballtrainer in der Champions League in seinem Handwerk weiterentwickelt ist, als sein Kollege im Faustball. Und dasselbe gilt im Boxen, im Standbereich, ich rede nur vom Stand, im Vergleich zum Kickboxen und Teilboxen. Wir haben einen sehr langen Evolutionsprozess hinter uns und im sportspezifischen Bereich sind wir extrem weit entwickelt und das ist ein ganz großer Benefit für den MMA-Bereich. Also deswegen denke ich, hat Boxen großes Potenzial im Hintergrund, sehr viel für den MMA-Bereich zu tun.

Der zweite Grund, jetzt muss man kurz auf die Sprünge helfen. Wo waren wir? Genau.

Probleme mit Fairness und Unterhaltungswert

Warum Boxen heutzutage vielleicht ein bisschen langweiliger geworden ist. Also, wenn ich die Kämpfe aus meiner Kindheit überlegte, die ich angeschaut habe, wie Mickey Ward gegen Arturo Gatti oder so, die sich wirklich zwölf Runden lang durchgeballert haben, ist heutzutage unvorstellbar. Also der Boxsport ist für den Zuschauer unattraktiver geworden, weil wir deutlich taktischer arbeiten im Profibereich. Also, wenn du dir den Kampf Joshua gegen Ruiz II anschaust, war für jemanden, der im Bereich sehr tätig ist, echt interessant, weil du gesagt hast, hey, so bewegt er sich und das ist seine Taktik und so, aber meine Kumpels, die halt nicht so in der Materie sagen, hey, voll langweilig, wann geht es jetzt ab?

Das war näher ein 10 Kilometer Lauf, als ein Kampf. Genau, und das meine ich, also der Boxsport ist da zu taktisch geworden in dem Sinne, in dem Unterhaltungsbereich, dass man sagt, ich brauche Action und so und da ist der MMA hat einfach aktuell ein höheres Potenzial quasi, zu sagen, hey, ich biete Action und Unterhaltung. Aber da ist auch ein bisschen, das ist Es sind zwei Gründe, warum ich jetzt in Deutschland, unabhängig von dem, was danach kommt, DDR, warum aus meiner Perspektive der Boxsport hinkt, ist Punkt Nummer eins als Fan. Gekauft.

Mangel der Fairness. Ich kann mich erinnern, einer der letzten Boxkämpfe, die ich live gesehen habe, war Marco Hook gegen Powetkin. War um Weltmeistertitel, Powetkin war Weltmeister. Das ist gut zehn Jahre her, plus minus.

Damals hatte ich regelmäßig Einladungen von dem Promoter und habe mir da ein paar Kämpfe live angeschaut. Und Marco Hook gegen Powetkin war so einer der Schlüsselmomente. Der Kampf war am Anfang recht aufgeglichen. Und dann im Endeffekt ab der Hälfte war Powetkin kardiotechnisch am Ende.

Und Hook hat diesen Kampf dominiert. Schräg gegenüber von meinem Platz war so eine kleine Gruppe russischer Fans, während die Halle in den letzten paar Runden gestanden ist. Der Block mit den russischen Fans, der saß. Povetkin hatte keine Chance es war im Endeffekt 20-30 Sekunden Arbeit und danach hat er geklammert und Kopf auf die Hüft hergenommen von Marco Huck es war nicht groß unterhaltsam es war jedoch so, dass man man kann sagen, Marco Huck hat ihn dominiert und dann wird das Ergebnis verkündet und Povetkin gewinnt den Kampf und da war für mich so ein Punkt, ich bin da gesessen und dachte, das kann ja wohl nicht wahr sein auch wenn es persönlich mich direkt in keinster Weise tangiert ist es so, hey, das ist einfach egal wie.

Ich habe danach dann mitbekommen dass es Powetkins erster Kampf im neuen Vertrag war Wenn er direkt im ersten Kampf seinen Weltmeistertitel verloren h dann w das nat f den Wert des Vertrags nicht besonders gut gewesen Aber als Fan für mich, ich bin da gesessen und habe gesagt, okay, ich werde niemals einen einzigen Euro für ein Ticket für einen Boxkampf ausgeben, wenn es solche Ergebnisse gibt. Und das ist ja kein Einzelfall. Das ist kein Einzelfall. Also Schiebung im Boxen ist ja, was einer der größten Probleme ist, die ich sehe, der Aspekt Fairness.

Und der andere Aspekt ist das Thema Clinching. Sobald es anfängt, das ist dann eine Aktion und dann beide aufeinander. Und dann Referee nimmt beide wieder auseinander und dann ist es wieder, das guckst du dir ein paar Minuten an und dann ist es okay, was soll das? Sehr gutes Beispiel und das ist ein gutes Beispiel, warum der Boxen den MMA-Bereich in der Zukunft auch brauchen wird.

Also, es ist ein Deutschland-Phänomen. Ich würde jetzt nicht sagen, dass das international so ist. In Deutschland ist es so, dass wir einfach das Vertrauen an die Menschen verloren haben. Also für die breite Masse im TV auszustrahlen.

Und ich denke, wenn man einmal Vertrauen verloren hat, völlig unabhängig, sei es jetzt im Sport oder sonst wo man Business führt, ist es schwierig, das wieder aufzubauen. Aber, jetzt kommt ein großes Aber. Wir hatten letztes Jahr waren die deutschen Meisterschaften quasi mit mehreren Sportarten zusammen in Berlin unter dem Motto die Finals und die Einschaltquoten waren echt hoch, also ich meine 2,4 Millionen oder so und Boxen war relativ weit oben dabei. hat für mich gezeigt, okay, die Menschen möchten Kampfsport sehen. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es das Profiboxen wird, genau wegen dem Vertrauensverlust.

Da ist gerade irgendwo so ein Vakuum, was gefüllt werden muss. Und da würde ich mir wünschen, dass der vielleicht der MMA-Bereich ein bisschen aktiver und größer wird. Und dadurch den Kampfsport wieder attraktiver und lukrativer macht hier in Deutschland. Und ich bin mir sicher, dass dadurch auch mehr Leute wieder zum Boxen kommen werden.

Also ich war selber zwei Jahre Trainer in einer MMA-Schule. Ich habe gerade Nico gesehen, zusammen mit Nico in derselben Schule. Und da waren halt viele, die haben auch MMA gemacht und dann rüber ins Boxen gewechselt. Das gibt es.

Und deswegen denke ich, ein starkes MMA wird auch halt das Boxen pushen.

Techniktraining: Die Bedeutung der Grundlagen

und technisch high level boxing ist natürlich auch ein großer vorteil für einen mma kämpfer also einer der unterhaltsamsten mma kämpfe die je gesehen habe der kämpfe die mir am meisten begeistert waren war dominantes boxen immer ein wichtiger teil da muss ich sagen pers mich da eine kleine sache Also ich konnte sehr viel von internationalen Trainingslagern und so mitnehmen von vielen Top Und ich hatte eine interessante Diskussion mit dem Head-Coach aus Irland. Der hat gesagt, hey Ade, der komplexeste Schlag im Boxsport ist die Führhand gerade. Ich dachte, wie meinst du das? Der sagt, hey, die Führhand gerade hat so viele Aufgaben.

Du kannst Distanz aufbauen, du kannst die Führhand gerade zur Verteidigungshandlung nutzen, du kannst es auch nutzen, um eine Lücke zu finden. Also ganz, ganz breites Spektrum an Zielen, die du mit der Führhand gerade verfolgen kannst. Jetzt beginnst du das Boxtraining. Wie bringt man einem Kind meistens das Boxtraining bei?

Okay, mit welcher Hand schreibst du? Rechts, rechtes Bein nach hinten, linkes Bein nach vorne und jetzt schlagen wir die Führhand gerade. Das ist so, wie wenn du einen Grundschüler in der ersten Klasse ein Integral gibst oder eine Differenzialgleichung und sagst, hey, du, löst mal. Was ich denke, wo im MMA einfach ein großes Potenzial ist, ist ein strukturierteres Boxtraining und das kann man ganz einfach machen.

Dann höre ich dann immer, ja, ihr Boxer trainiert aber mehr, ihr habt viel mehr Zeit und so. Ich sage, ja, das stimmt. Das stimmt. Aber ein Training braucht Qualität.

Und es ist egal, ob ich 10 qualitative Einheiten boxen in der Woche habe oder eine qualitative Einheit oder eine halbe. Es geht um die Qualität. Klar, wenn ich mehr trainiere in der Qualität, werde ich besser sein. Aber der primäre Faktor ist Qualität.

Das unterscheidet einen guten Boxer von einem schlechten Boxer. So, wie sieht so ein Qualitätstraining aus? Das habe ich in Irland mitgemacht und war echt erstaunt. Wir waren in einem Trainingslager und die haben beispielsweise vor jedem Training 10 Minuten Grundschule Boxen gemacht.

Die sind auf die Tartanbahn gegangen, wir haben 400 Meter Läufe gemacht, vor dem Training 10 Minuten Grundschule Boxen. Wie sieht Grundschule Boxen aus? Grundschule Boxen ist ein sehr breit gefächertes Spektrum, also sehr umfangreich, hängt von der Boxschule ab. In Irland ist es so, was ich miterlebt habe, es ist eine Mischung aus sehr allgemein koordinativen Training, also wo einfach Bewegungsabläufe gemacht werden und so eine Mischung aus Biomechanik im Boxen, quasi die Muskulatur, die im Boxsport beansprucht wird.

Wie sieht das aus? Keine Boxstellung, vorab keine Boxstellung. Beispielsweise ein paralleler Stand, dann geht man ein bisschen leicht in die Knie und dann werden einfach so Boxbewegungen rhythmisiert und so bringen die ihren Top das Boxen bei dann komme ich aber in eine MMA und ich sehe den Jungen wie er in seiner Grundstellung schl und eine F gerade schl Also verstehst du, was ist mein Hintergrund? Unser Trainer, der aus Kuba kommt, der hat gesagt, Herr Adem, in jedem Boxtraining, in jedem Boxtraining, bevor das eigentliche Training losgeht, 20 Minuten Grundschule.

Und Grundschule ist etwas, das kann jeder machen. Also es sind wirklich sehr einfache Basic-Abläufe. Also du kannst es dir so vorstellen, Koordination ist sehr wichtig im Boxen. Und eine koordinative Fähigkeit ist die Kopplungsfähigkeit.

Bevor ich aber Bewegungen miteinander koppeln kann, muss ich die erst isoliert beherrschen. Das heißt, wenn ich einen guten Boxschlag machen will, muss ich zuerst wissen, wie ich in die Beine arbeiten muss. Dann muss ich wissen, wie ich in den Rumpfbereich arbeiten muss. Dann muss ich wissen, wie meine Schultern und so arbeiten muss.

Das trainiere ich zuerst isoliert, das ist eine Grundschule. und dann mache ich Kräftigungsübungen quasi, die diese unterschiedlichen Bereiche miteinander koppeln. Und das wäre eine Grundschule. Und in jedem MMA-Training, stell dir vor, du hast, bevor der sein Krafttraining macht, 10 Minuten Grundschule oder nach dem Krafttraining 10 Minuten Grundschule. Nach dem Lauftraining 10 Minuten Grundschule.

Dann warst du ziemlich gut in der Grundschule. Ja, aber es ist das A und O. Also das Boxen heutzutage, Wolfgang, wir sind in Deutschland zu konservativ im Boxen. Wir sind zu konservativ.

Ich erzähle dir ein paar Anekdoten. In Deutschland wird die Grundstellung bestimmt, also quasi, was meine Führhand ist, was meine Schlaghand ist. Die fragen die Kinder, mit welcher Hand schreibst du? Mit welcher Hand ist du?

Mit rechts, okay, dann rechtes Bein nach hinten. Jetzt zeige ich dir was. In Irland haben die komischerweise ganz viele Rechtsausleger. Warum?

Ich habe den gefragt, ich habe John, so heißt der Head Coach in Belfast, ich habe gesagt, hey John, warum habt ihr so viele Rechtsausleger? Ja, ich bring's denen so bei. Also anderer Boxer, bei uns im Boxer waren Vitali Tarasov, der hat einen Athleten, Anton Kontratev, mehrfacher deutscher Meister, Rechtsausleger. Der hat gesagt, hey, ich hab denen einfach die Rechtsauslage so beigebracht.

Also nur, weil ich mit meiner rechten Hand schreibe, ist es nicht, dass ich so eine Boxstellung brauche. Gibt's einen Vorteil, wenn ich Rechtsausleger bin? Aktuell noch, ja, weil du einfach, es gibt sehr wenig Rechtsausleger noch international und wenn du Rechtsausleger bist und du bist es gewohnt, gegen einen Linksausleger zu boxen, bist du in deinem natürlichen Umgebung, in deinen Habits. Wenn du aber Linksausleger bist und du hast selten einen Rechtsausleger, wirkt es für dich am Anfang sehr verstörend, weil das einfach sich anders anfühlt.

Deswegen hat der Rechtsausleger einen Vorteil, weil er einfach mehr in seinen Gewohnheiten, mehr in seiner natürlichen Umgebung arbeitet, als der Linksausleger. Wenn die gegeneinander boxen. Was dann aber oft lustig ist, wenn Rechtsausleger gegen Rechtsausleger boxt. Gibt es sowas wie Bidebinding Boxen?

Wo Rechtsauslage und Linksauslage... Extrem. Und da sind wir auch wieder, genau, zum Thema konservativ. Wir bringen unseren Boxern so das Boxen bei.

Man hat international schon festgestellt, hey, ist es egal, Rechtsauslage so, du kannst aber auch Linksauslage boxen, jetzt bringt man heutzutage international ganz viel das beidauslagige Boxen bei, es gibt ganz, also Kuba als Boxnation, ganz viel beidauslagige Boxer, wenn du dir einen Andi Cruz Gomez anschaust, amtierender Weltmeister, ne, doch, amtierender Weltmeister, zweifacher Weltmeister, boxt beidauslagig, Terence Crawford, Profi-Weltmeister in mehreren Gewitzklassen, beidauslagig, Michael Conlin, der Sohn von John Conlin, auf der Platz 2 auf der Weltrangliste, hat mehrmals Olympia teilgenommen mit Medaillen, beitauslagig.

Alle boxen beitauslagig. Also nicht alle, aber das sind Athleten, die beitauslagig boxen. Und wir in Deutschland, nee, du schreibst mit der rechten Hand, deswegen muss dein rechtes Bein hinten sein. Beitauslagig, die besten.

Wie groß ist der Unterschied zwischen links und rechts? Puh, das ist eine gute Frage. Sehr gering oder trotzdem noch groß? Meinst du, wie gut?

Wie gut. Also ich würde jetzt behaupten, bei Terence Crawford beispielsweise, dass er gleich gut ist in beiden Auslagen. Würde ich jetzt so behaupten, bei Athleten wie Michael Condon würde ich behaupten, dass du zwei unterschiedliche Boxer hast. Und da würde ich mir jetzt nicht anmaßen zu sagen, ob der andere Presse oder schlechte ist, sondern der boxt zwei unterschiedliche Stile.

Das passt auch zum Stil seines Vaters. Also John, der vertritt so die Philosophie, wir brauchen Universalboxer, wir brauchen Boxer, die handlungsfähig sind, quasi die erkennende Situation und können sich auf diese Situation einstellen. so schult er auch seine Boxer und so hat er seinen Sohn geschult. Und der Michael, der boxt in der Linksauslage auch anders, als wenn er in der Rechtsauslage boxt, vom Stil her. Und das ist eine Möglichkeit für den MMA-Bereich.

Also, deswegen wünsche ich mir persönlich qualitativeres Boxen im MMA-Bereich, was das Training betrifft. Also, es geht ja mittlerweile schon dahin, du hast ja mittlerweile auch recht gute Boxer. Im MMA-Bereich, wir haben Conor McGregor gegen Floyd Mayweather Der Unterschrift war jetzt nicht so gro Ich muss dir ehrlich gestehen ich habe den Kampf nicht angeguckt Habe ich echt nicht angeguckt Ich habe da ein bisschen so, ich tue mich schwierig mit Boxkämpfen anschauen, weil ich aus meiner eigenen Trainerkarriere und aus meinem Athletendasein einfach gemerkt habe, es ist mega viel drumherum. Wann ich mir Boxkämpfe anschaue, ist, wenn ich die Trainingslager über Instagram oder so mitverfolgt habe und so eine Idee habe, wie bereitet der sich vor, dann schaue ich mir gerne die Kämpfe an. beim McGregor-Megwell, da habe ich es nicht gemacht, also habe ich nicht gesehen.

Der Kampf gegen zehn Runden. Ja. Allein das ist schon mal ein Argument dafür, dass es nicht so ein Riesenunterschied war. Ich denke, international wird es ja richtig gehandhabt, Wolfgang.

Also in den USA, wie vorher erwähnt, gibt es ja Top-Box-Trainer, die MMA-Training machen oder MMA-la trainieren, das trifft es eher. Es fehlt mir noch, aber hier in Deutschland, also der Erste, der das wirklich so in der Form jetzt gemacht hat, hier in Deutschland, wo ich persönlich mitbekommen habe, ist Peter Sobotta mit dem Planet Iter. Der hat jetzt aus Polen einen guten Trainer, den kenne ich noch aus meiner aktiven Zeit von Partonieren rübergeholt. Und ansonsten, gutes Dallian Cage gibt es noch mit dem Andreas Christ, auch Top-Box-Trainer in Arlen, Pascal Stern.

Das hat sich aber einfach aus den Räumlichkeiten ergeben und nicht jetzt, dass der MMA-Bereich aktiv nach diesen Trainern gesucht hat. Deswegen denke ich, dass da noch ganz viel Potenzial für den MMA-Bereich ist, uns Boxer mit einzubeziehen.

Kraft und Kondition im modernen Boxen

Der körperliche Aspekt des Boxens, unabhängig vom technischen und die Integration des MMA, der körperliche Aspekt des Boxen ist ja auch einer der Punkte, die dich in den letzten Jahren massiv beschäftigt haben. Wie du sagst, dieser Strength & Conditioning Coach, der jetzt mehr oder weniger normal ist auf hohem Niveau, der früher komplett nicht existent war und jetzt auch eine Rolle spielt, warum manche Nationen so viel besser sind als andere. Da hast du mir mal eine Studie mitgebracht vor ein paar Monaten. Ein interessanter Aspekt der Studie war, dass der beste Indikator für Schlagkraft ist die Griffkraft.

Was im ersten Moment interessant ist, denn Schlagen hat ja nichts damit zu tun, wie sehr kann ich zudrücken im Umkehrschluss, wer sich ein bisschen weiter mit Kraftringen auseinandersetzt. Das hei Griffkraft ist ein ausgezeichneter Indikator f die gesamte Oberk Also je st der Griff von jemandem ist desto st der komplette Oberk Das hei den Griffkraft als Spiegel von Oberk zu nehmen ist von allen untersuchten Indikatoren der beste um zu bestimmen wie gro die Schlagkraft von jemandem ist Also ich denke, der Strength and Conditioning Bereich ist ein sehr, sehr interessanter Bereich. England, beispielsweise England, nicht Großbritannien, also die treten als GB Boxing auf, ist in den letzten Jahren die dominanteste Nation in ihrem physischen Dasein geworden.

Also ich würde jetzt behaupten, keine Nation ist in allen ihren Boxern so physisch fit wie die aus Großbritannien. Ich habe also beide S&C Coaches, also Mark Campbell, der war bis Rio 2016 und jetzt Gary Hutz sind gute Bekannte von mir und wenn man mal einen internen Blick drauf wirft, dann ist es schon bemerkenswert. Also Peter McRae, Europameister und einer der Top-Boxer auf der Welt, hat auch auf der WM-Medaillen gewonnen, boxst in der Gewichtsklasse 56 Kilo, macht die tiefe Kniebeuge mit deinem Tempo 4.0.1.0, 120 Kilo. Und jetzt, das ist für den Boxbereich wirklich super.

Super, zweifaches Körpergewicht. Das ist super, also wirklich super. Und wow, denkst du dir, wow, wow, wow. Also Krafttraining ist ein ganz großer Punkt, der einfach in den letzten Jahren viel, viel bedeutender im Boxen geworden ist.

Viel, viel bedeutender. Also die Engländer haben ein strukturiertes Krafttraining, wo wir noch vieles davon lernen können, sage ich mal. Warum sind die Engländer so weit voran? Ich denke, das hat einen ganz einfachen wirtschaftlichen Grund.

In England ist Geld drin, im Profibereich. Also das Profiboxen hat das Boxen in England gesamt einfach mega gepusht. Das ist Grund Nummer eins. Grund Nummer zwei ist, die Engländer haben echt gutes Fördersystem im Amateurbereich, super strukturiert.

Und die Jungs, die können ihre Jungs lange einfach an den Sport binden. Das ist der Grund, denke ich, warum England in den letzten Jahren so erfolgreich geworden ist. Vor allem nach London 2012 hat es nochmal richtig gepusht. Seit wann ist Joshua Profiboxen?

Seit 2013. 12 hat er in London Gold gewonnen und 13 ist er dann zu den Profis gegangen. Er ist ja auch was die körperliche Entwicklung angeht, so ein Paradebeispiel, kommt ja aus der Leichtathletik, hat Sprint, kurze Stunts gemacht und so eine entsprechende körperliche Entwicklung mitgebracht die er jetzt auch in Boxen ganz gut nutzt Also zu dem Thema Gary Hutt der aktuelle Strength and Conditioning Coach von der Top Olympiamannschaft aus Großbritannien, kommt aus dem Handball. Dann habe ich mich gefragt, hey Gary, warum holen die Briten einen Handballer zu sich in die Boxmannschaft? Ich habe gesagt, hey, wir haben jemanden, also Krafttraining, der alte Mark Campbell ist noch ein bisschen mit dabei, der macht nur dieses Krafttraining und der ist auch wirklich gut da drin und die Jungs haben hohe Kraftwerte.

Aber Handball ist so simuliertes Boxen, ein bisschen Stop-and-Go-Bewegung, du musst dich orientieren, du musst schnell sein, du musst Lücken finden. Sehr interessanter Aspekt. Unser Trainer Mohamed Brachim, der in Kuba studiert hat, der sagt, hey, die Kubaner spielen ganz viel Basketball. Weil die sagen Basketball auch, Stop-and-Go, du musst dich orientieren, also kleineres Feld, weniger Leute, schnell und agil.

Ganz, ganz interessant, wie die da S&C-Coaches In Russland bzw. Dagestan wird auch viel Basketball spielt als quasi Warm-up vor dem Ringen. Hammer. Die spielen also ihre eigene Form von Basketball mit keinen Fouls und Umreißen ist erlaubt.

Für eine Stunde vor das Ringen anfängt. Geil, geil, geil, geil.

Generalisierung vs. frühe Spezialisierung

Ich denke, das ist wichtig. Also in Deutschland ist es generell so, Wolfgang, wenn ich jetzt mit meinem Kollegen aus Russland rede, wir haben eine sehr frühe Spezialisierung. wir nehmen Kinder im Alter von 6, 7 die beginnen mit MMA oder Boxen und die beginnen direkt Grundstellung, Sandsack, Pratze und sonstiges jetzt wird es Menschen geben, die sagen hey, aber es gibt Athleten, die sind erfolgreich die nur eine frühe Spezialisierung hatten zum Beispiel Tiger Woods hat ganz Leben nur Golf gespielt wurde erfolgreich hey du, du musst in Systemen denken und jetzt muss man das so sagen ein gutes System ist, wenn du sagst ich habe 100 Leute bei mir im Kader oder sonstiges und ich entwickle ein System, das 90 Prozent, also 90 Menschen davon, irgendwo einen Anschluss finden an die Spitze.

Zehn fallen unter, das ist sehr schade und sehr traurig, aber ein gutes System ist so definiert und ich bin mir ziemlich sicher mittlerweile, dass ein gutes System heutzutage davon lebt, dass wir eine hohe Generalisierung haben und nicht eine zu tiefe Spezialisierung in einem zu frühen Stadion.

Stand und laterale Vielseitigkeit

Das Boxen heutzutage, das war also eine Philosophie, die der John Conan vertritt, was ganz Interessantes, die Handlungsfähigkeit. Wie handelst du in der aktuellen Situation? Das Boxen heutzutage ist extrem unorthodox geworden, beidaus lag ich Boxen. Jemand, der mit der rechten Hand schreibt, ist plötzlich Rechtsausleger und sonstiges.

Also es ist sehr... es ist nicht mehr so konservativ, sehr unorthodox geworden und wie stellst du dich auf neue Situationen ein und ich denke, um da anzuknüpfen, um handlungsfähig zu sein, ist eine Generalisierung vom Vorteil. Sei es Handball, sei es Basketball, um physisch aktiv zu sein, muss ich Krafttraining machen. Also wenn ich hart schlagen will und ich habe nur Handschuhe an und haue ganze Zeit auf den Sandtag und frage mich nach zwei Jahren und sage, hey Trainer, ich schlage aber nicht härter. Ja, hast du Krafttraining gemacht?

Nein, ja okay, dann musst du auch nicht härter schlagen. Also verstehst du, was ich meine? Das ist für mich auch Generalisierung, Krafttraining. Aber du weißt ja, in der alten Schule, Krafttraining macht...

Langsam. Ja, Krafttraining. Du lachst. Es gibt viele, die...

Es gibt den einen oder anderen Boxer, der davon noch überzeugt ist. Leider. Also der Erfolg zeigt den Gegenteil.

Die Zukunft der deutschen Boxentwicklung

Ein guter Punkt, gerade was diese Generalisierung angeht, den ich gerne mache, ist, je breiter die Basis eines Gebäudes, desto potenziell größer die Spitze. Je breiter die Basis einer Pyramide, desto höher die Spitze. Und je höher du das Haus bauen willst, desto breiter und solider muss das Fundament sein, dass du da am Ende draufbauen kannst. Zu 100 Prozent.

Da gibt es ja mittlerweile viele Beispiele. Gerade in Boxen mit Sicherheit eines der beeindruckendsten Beispiele was eine relativ steile Karriere basierend auf einer sehr soliden Basis angeht ist Deontay Wilder Wie lange hat er geboxt gehabt? Nicht lang. Ich glaube eineinhalb Jahre.

Auf Olympia. Auf Olympia Bross hat er gewonnen. Ja. Das heißt, in eineinhalb Jahren hat er nicht viel Boxen gelernt. hat jedoch seine körperliche Grundlage eher davor entwickelt und mit ein bisschen Boxskills hat er dann gelernt, wie er die nutzt.

Also ich sag mal, zwei Argumente, die deine These unterstützen. Grund Nummer eins, das ist mittlerweile kein Geheimnis mehr, das kann ich hier sagen. Wir fertigen nach jedem internationalen Höhepunkt, also Europameisterschaft, Weltmeisterschaft, Olympia und so, tun wir quasi eine Analyse machen, warum sind wir nicht gut oder warum sind wir nicht die Top-Nation? Hauptgrund, wir sind physisch unterlegen.

Also die anderen sind athletischer als wir. Argument 2, was es unterstützt, was sind die neuen Trainer, die in dem Boxsteam drin sind, der Strength and Conditioning Coach und der Nutrition Coach? Ich möchte behaupten, rein sportspezifisch haben wir uns gewandelt, aber die großen Steps wurden im Krafttraining und im Ausdauerbereich gemacht oder im Konditionsbereich. Warum ist ja Deutschland immer noch hinterher Ich denke, wir hatten sehr erfolgreiche Boxer durch die DDR-Coaches, die wir hatten.

Man hat nicht den Bedarf gesehen, sich zu entwickeln. Wir hatten irgendwo so einen Punkt, wo Stillstand war. Jetzt hat man in den letzten Jahren gemerkt, okay, wir haben den Anschluss verloren. es ändert sich, es kommt, es kommt. Also der DBV, die Nationalmannschaft, hat einen Athletiktrainer, wir haben am Olympiastützpunkt einen Athletiktrainer und so, es kommt, das Bewusstsein entsteht.

Einer ist der Gründe, warum ich auch zu dir gekommen bin, weil ich gesagt habe, hey, das ist der Bereich und eigentlich bin ich schon zu spät, ich muss jetzt mal zum Wolfgang gehen, wie es ist, wo ich die tiefe Kniebeuge lerne. Weißt du, wie ich meine, bei den ganzen Boxkämpfen, die ich gemacht habe. Ich denke, das ist, weil mir das einfach zu lange gut ging und wir haben uns nicht weiterentwickelt. Also die Progression hat gefehlt, würde ich sagen.

Und ganz viel interne Kleinkriege, würde ich behaupten, die das einfach ganz stark verlangsamt haben, den ganzen Prozess mit der Entwicklung. Also Boxen ist ja, ich weiß nicht, wie es im MMA-Bereich ist, da habe ich zu wenig Erfahrung davon. Boxen ist ganz viel Philosophie Einstellung wie etwas ist und wenn da jetzt ein Trainer ist sag ich mal der hat 96 2000 2004 2008 regelm Olympiasieger generiert heißt es, der war zu diesem aktuellen Zeitpunkt ein Top-Trainer. Und jetzt hat er aber nie Krafttraining gemacht, gehst du zu ihm hin und sagst, hey du, mach mal Krafttraining, der wird explosiv.

Und du sagst, hey du, ich war so oft auf Olympia, wer bist du, dass du da was weißt? Da sage ich immer, früher, 1936, ein 100-Meter-Sprinter, der die Goldmedaille gewonnen hat, würde sich heute nicht mal qualifizieren für eine Olympische Olympiade. Also man muss immer die Menschen nach den Maßstäben beurteilen, in denen sie aktiv waren. Und in den Zeitpunkten, wo diese Trainer aktiv waren, waren es die Besten, haben Erfolg generiert und Erfolg rechtfertigt alles.

Also mir hat ein Trainer gesagt, nicht Headcoach, aber ein sehr großer Trainer oder ein sehr erfolgreicher Trainer in Russland, gesagt, hey, wenn du erfolgreich wirst, weil du einen Handstand machst, dann trainier nur den Handstand. Wenn du Olympiasieger wirst, weil du gut im Handstand bist, trainier nur den Handstand. Es geht nur darum, erfolgreich zu sein. Und ich denke, die Trainer waren erfolgreich zu ihrer Zeit und halten sich noch sehr stark an diese alten Erfolge, sage ich mal.

Alright, das war's für den ersten Teil des Gesprächs mit Adam. Der zweite Teil folgt in der nächsten Episode.

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